Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) ist eine Unternehmenssoftware, die zentrale Geschäftsprozesse wie Finanzbuchhaltung, Einkauf, Lager, Produktion, Vertrieb und Personal auf einer gemeinsamen Datenbank zusammenführt. Daten werden nur einmal erfasst und stehen allen Abteilungen sofort zur Verfügung. So planen, steuern und kontrollieren Unternehmen ihre Ressourcen in einem einzigen System.
Das Wichtigste in Kürze
- ERP steht für Enterprise Resource Planning, auf Deutsch etwa „Planung der Unternehmensressourcen“: Personal, Material, Kapital, Betriebsmittel und Informationen.
- Kern jedes ERP-Systems ist eine zentrale Datenbank, auf die alle Module zugreifen – Insellösungen und Doppelerfassungen entfallen.
- Typische ERP-Module sind Finanzen und Controlling, Einkauf, Lager und Logistik, Produktion, Vertrieb/CRM, Personalwesen und Projektmanagement.
- ERP-Software wird als Cloud-ERP (SaaS), On-Premise oder hybrid betrieben – als Standardlösung oder als Branchen-ERP.
- Bekannte ERP-System-Beispiele sind SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365, Oracle, Infor, Sage, proALPHA, abas und Odoo. Der Projekterfolg hängt stark davon ab, ob die Anwender das neue System im Alltag sicher nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- ERP steht für Enterprise Resource Planning, also die Planung und Steuerung der Unternehmensressourcen wie Personal, Material, Kapital und Informationen.
- Kern jedes ERP-Systems ist eine zentrale Datenbank, auf die alle Module zugreifen – von Finanzen und Einkauf über Lager und Produktion bis zu Vertrieb und Personal.
- ERP-Software wird in der Cloud (SaaS), On-Premise oder hybrid betrieben; die Kosten hängen von Nutzerzahl, Modulen, Anpassungen und Einführungsaufwand ab.
- Ob sich ein ERP-System auszahlt, entscheidet die Nutzung im Alltag: Schulung und Unterstützung der Anwender gehören in jeden Projektplan.
Was ist ein ERP-System? Definition und Bedeutung
ERP ist die Abkürzung des englischen Begriffs Enterprise Resource Planning. Betriebswirtschaftlich bezeichnet ERP die Aufgabe, die Ressourcen eines Unternehmens – Personal, Material, Kapital, Betriebsmittel sowie Informations- und Kommunikationstechnik – rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen, zu steuern und zu verwalten. Ein ERP-System (auch ERP-Software, ERP-Programm oder ERP-Anwendung genannt) ist die Software, mit der diese Aufgabe digital umgesetzt wird.
Ein ERP-System besteht aus einer Plattform mit mehreren Anwendungen, den sogenannten Modulen, die je nach Bedarf des Unternehmens kombiniert werden. Weil alle Module auf dieselbe Datenbasis zugreifen, wird das ERP-System häufig als „Rückgrat“ des Informationsflusses oder als „digitales Herz“ des Unternehmens bezeichnet. Es ist der Kern des betrieblichen Informationssystems.
ERP-System einfach erklärt
Ohne ERP nutzt jede Abteilung oft ihr eigenes Werkzeug: Der Vertrieb pflegt Aufträge in einer Tabelle, das Lager zählt Bestände in einer Warenwirtschaft, die Buchhaltung erfasst Rechnungen in einem separaten Programm. Dieselben Informationen werden mehrfach eingegeben, Fehler und Abstimmungsaufwand sind die Folge. Ein ERP-System ersetzt diese Insellösungen: Ein Kundenauftrag wird einmal erfasst und löst automatisch Folgeschritte aus – Reservierung im Lager, Bestellung beim Lieferanten, Fertigungsauftrag, Lieferschein, Rechnung und Buchung.
Kurze Geschichte: von MRP zu ERP
ERP-Systeme haben ihren Ursprung in der Produktionsplanung. In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden Programme zur Materialbedarfsplanung (MRP, Material Requirements Planning), später zur umfassenderen Produktionsplanung (MRP II, Manufacturing Resource Planning). Anfang der 1990er-Jahre prägte das Analystenhaus Gartner den Begriff ERP für Systeme, die über die Produktion hinaus auch Finanzen, Personal und Vertrieb integrieren. Heute kommen Cloud-Betrieb, mobile Oberflächen, Business Intelligence und KI-Funktionen hinzu.
Wie funktioniert ein ERP-System?
Das grundlegende Prinzip eines ERP-Systems ist die Zentralisierung der Daten aller angebundenen Bereiche. Statt Informationen zwischen Programmen zu kopieren, greifen alle Abteilungen auf eine einzige, gemeinsame Datenbank zu. Gleichzeitig arbeitet das System synchron: Die Datenbank wird bei jeder Buchung, jedem Wareneingang und jedem Auftrag sofort aktualisiert, sodass alle Nutzer mit demselben, aktuellen Stand arbeiten.
Die Struktur eines ERP-Systems lässt sich in drei Ebenen beschreiben:
- Datenbank: die gemeinsame Datenbasis mit Stammdaten (Kunden, Lieferanten, Artikel, Mitarbeitende) und Bewegungsdaten (Aufträge, Rechnungen, Buchungen).
- Module: fachliche Anwendungen für einzelne Unternehmensbereiche, z. B. Finanzen, Einkauf oder Produktion.
- Funktionen und Oberfläche: Masken, Workflows, Berichte und Dashboards, mit denen die Anwender arbeiten. Je nach Rolle sieht jeder Nutzer nur die Module und Daten, die er benötigt.
Über Schnittstellen (APIs) wird das ERP-System mit weiteren Anwendungen verbunden, etwa mit einem Onlineshop, einem spezialisierten CRM, einem PLM-System für die Produktentwicklung oder Banking-Software. Ein Beispiel für den durchgängigen Prozess „Order-to-Cash“: Der Vertrieb legt ein Angebot an, aus dem ein Auftrag wird; das System prüft die Verfügbarkeit im Lager, stößt bei Bedarf Einkauf oder Fertigung an, erzeugt Lieferschein und Rechnung und bucht den offenen Posten automatisch in der Finanzbuchhaltung.
ERP-Module und Funktionen im Überblick
ERP-Systeme sind modular aufgebaut. Unternehmen lizenzieren und aktivieren nur die Module, die sie tatsächlich brauchen, und können später weitere ergänzen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten ERP-Module und ihre typischen Funktionen.
| ERP-Modul | Typische Funktionen | Hauptnutzer |
|---|---|---|
| Finanzen und Rechnungswesen | Finanzbuchhaltung, Debitoren/Kreditoren, Anlagenbuchhaltung, Zahlungsverkehr, Jahresabschluss | Buchhaltung, Finanzabteilung |
| Controlling | Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, Budgetplanung, Liquiditätsplanung, Reporting | Controlling, Geschäftsführung |
| Einkauf und Beschaffung | Bedarfsermittlung, Bestellanforderungen, Bestellungen, Lieferantenmanagement, Rechnungsprüfung | Einkauf |
| Lager und Logistik (Warenwirtschaft) | Bestandsführung, Wareneingang und -ausgang, Inventur, Chargen- und Seriennummern, Versand | Lager, Logistik |
| Produktion (PPS) | Stücklisten, Arbeitspläne, Materialbedarfsplanung (MRP), Kapazitätsplanung, Fertigungsaufträge | Fertigung, Arbeitsvorbereitung |
| Vertrieb und CRM | Kundenstammdaten, Angebote, Aufträge, Preisfindung, Fakturierung, Kundenservice | Vertrieb, Innendienst |
| Personalwesen (HR) | Personalstammdaten, Zeiterfassung, Urlaubsverwaltung, Lohn- und Gehaltsabrechnung | Personalabteilung |
| Projektmanagement | Projektplanung, Ressourcen, Zeiterfassung auf Projekte, Projektabrechnung | Projektleitung, Dienstleister |
| Business Intelligence | Dashboards, Kennzahlen, Auswertungen in Echtzeit, Planung und Simulation | Management, alle Fachbereiche |
Welche Funktionen muss ein ERP-System können?
Unabhängig vom Modulumfang erwarten Unternehmen von einem modernen ERP-System einige Grundfunktionen: eine einheitliche Stammdatenverwaltung, Workflows mit Freigaben, ein Rollen- und Berechtigungskonzept, revisionssichere Protokollierung (in Deutschland u. a. für die GoBD relevant), Datenschutzfunktionen nach der DSGVO, Auswertungen und Dashboards sowie offene Schnittstellen. Bei der Auswahl sollte jedes Unternehmen seine eigenen Anforderungen in einem Lastenheft festhalten, bevor es Anbieter vergleicht.
Wie wird ein ERP-System in das Personalwesen integriert?
Viele ERP-Suiten enthalten ein HR-Modul, das Personalstammdaten, Arbeitszeiten und Abwesenheiten verwaltet und die Lohnkosten direkt an Finanzbuchhaltung und Controlling übergibt. Andere Unternehmen kombinieren das ERP-System mit einer spezialisierten HR-Software (HRIS) und tauschen die Daten über Schnittstellen aus. Entscheidend ist, dass Kostenstellen, Organisationsstruktur und Personaldaten in beiden Systemen konsistent bleiben.
Arten von ERP-Systemen: Cloud, On-Premise, Branchen-ERP
ERP-Systeme lassen sich nach zwei Kriterien unterscheiden: nach der Bereitstellung (wo die Software läuft) und nach dem fachlichen Zuschnitt (für wen sie gemacht ist).
Cloud-ERP (SaaS) vs. On-Premise-ERP
Bei einem On-Premise-ERP wird die Software lizenziert und auf den eigenen Servern oder im eigenen Rechenzentrum installiert. Das Unternehmen kümmert sich um Betrieb, Updates und Sicherheit. Bei einem Cloud-ERP stellt der Anbieter die Software über das Internet bereit, meist im SaaS-Modell mit Abonnement. Updates und neue Module lassen sich dort einfacher einspielen, was Cloud-Lösungen besonders flexibel macht. Hybride Modelle kombinieren beides, etwa ein On-Premise-Kernsystem mit Cloud-Anwendungen für Vertrieb oder Analyse.
| Kriterium | Cloud-ERP (SaaS) | On-Premise-ERP |
|---|---|---|
| Betrieb | Beim Anbieter, Zugriff über Browser oder App | Auf eigenen Servern bzw. im eigenen Rechenzentrum |
| Kostenmodell | Laufende Abonnementgebühren pro Nutzer oder Umfang | Einmalige Lizenzkosten plus Wartung und eigene Infrastruktur |
| Updates | Regelmäßig und automatisch durch den Anbieter | Planung und Durchführung durch die eigene IT |
| Anpassbarkeit | Eher Konfiguration im Standard, Erweiterungen über Apps/APIs | Weitreichende Individualisierung möglich |
| Skalierung | Nutzer und Module schnell erweiterbar | Abhängig von Hardware und internen Ressourcen |
| Datenhaltung | Im Rechenzentrum des Anbieters (Standort vertraglich regeln) | Vollständig unter eigener Kontrolle |
Standard-ERP oder Branchen-ERP: Was ist der Unterschied?
Ein Standard-ERP-System deckt grundsätzlich alle Branchen ab und wird über Konfiguration und Erweiterungen an das Unternehmen angepasst. Ein Branchen-ERP ist dagegen auf die besonderen Anforderungen eines Sektors zugeschnitten, etwa Maschinenbau, Lebensmittelindustrie, Großhandel, Bauwesen oder Gesundheitswesen. Es bringt branchentypische Prozesse bereits mit, zum Beispiel Chargenrückverfolgung, Variantenfertigung oder Projektfertigung. Voraussetzung ist, dass die Software die typischen Fragestellungen der Branche wirklich beherrscht. Häufig reduziert ein Branchen-ERP den Anpassungsaufwand, während ein Standard-ERP mehr Spielraum bei Wachstum oder Diversifizierung bietet.
ERP-Systeme nach Unternehmensgröße
Viele Anbieter unterscheiden zudem Produktlinien für kleine Unternehmen, den Mittelstand und Konzerne. Lösungen für KMU setzen meist auf schnelle Einführung und Cloud-Betrieb; Systeme für Großunternehmen bieten Mandantenfähigkeit, Internationalisierung (mehrere Währungen, Sprachen, Rechnungslegungsstandards) und tiefe Konfigurationsmöglichkeiten.
ERP-System-Beispiele: bekannte ERP-Software
Der ERP-Markt ist breit: Neben internationalen Suiten gibt es zahlreiche Anbieter aus dem deutschsprachigen Raum, die sich auf den Mittelstand oder auf bestimmte Branchen spezialisiert haben. Die folgende Übersicht nennt bekannte ERP-System-Beispiele in alphabetischer Reihenfolge – als Orientierung, nicht als Rangliste. Eine ausführlichere Einordnung finden Sie in unseren Beiträgen zu den Top-ERP-Anbietern und den besten ERP-Systemen; eine umfassende Marktübersicht der ERP-Anbieter bieten zudem unabhängige Vergleichsportale.
| ERP-System | Anbieter | Typische Zielgruppe | Bereitstellung |
|---|---|---|---|
| abas ERP | abas (Forterro-Gruppe) | Mittelständische Fertigungs- und Handelsunternehmen | Cloud und On-Premise |
| Infor CloudSuite (u. a. Infor M3, Infor LN) | Infor | Mittlere und große Unternehmen, branchenspezifische Suiten (z. B. Fertigung, Distribution) | Überwiegend Cloud |
| Microsoft Dynamics 365 Business Central | Microsoft | Kleine und mittlere Unternehmen; Nachfolger von Dynamics NAV (Navision) | Cloud und On-Premise |
| Microsoft Dynamics 365 Finance & Supply Chain Management | Microsoft | Mittlere und große, international tätige Unternehmen | Cloud |
| Odoo | Odoo S.A. | KMU; modulare Suite mit Open-Source-Community-Version | Cloud und On-Premise |
| Oracle Fusion Cloud ERP / Oracle NetSuite | Oracle | Fusion: große Unternehmen; NetSuite: wachsende und mittelgroße Unternehmen | Cloud |
| proALPHA ERP | proALPHA | Mittelstand, vor allem Fertigung und Handel | Cloud und On-Premise |
| Sage (u. a. Sage X3) | Sage | Kleine und mittlere Unternehmen | Cloud und On-Premise |
| SAP Business One | SAP | Kleine und mittlere Unternehmen | Cloud und On-Premise |
| SAP S/4HANA | SAP | Große Unternehmen und gehobener Mittelstand | Cloud und On-Premise |
SAP S/4HANA
SAP S/4HANA ist die aktuelle ERP-Generation des Walldorfer Softwarehauses SAP und Nachfolger von SAP ERP (ECC). Das System basiert auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA und deckt Finanzen, Logistik, Produktion, Vertrieb und Beschaffung ab. Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit der Migration von SAP ECC auf S/4HANA. Für kleinere Unternehmen bietet SAP mit SAP Business One eine eigenständige Lösung.
Microsoft Dynamics 365
Microsoft Dynamics 365 ist eine Familie von Geschäftsanwendungen, die ERP- und CRM-Funktionen in einer Plattform vereint. Business Central richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen und ist aus Dynamics NAV (früher Navision) hervorgegangen; Finance und Supply Chain Management zielen auf größere Organisationen. Die enge Integration mit Microsoft 365 und Power BI ist ein häufiges Auswahlkriterium. Mehr zu Lösungen, die beides kombinieren, lesen Sie im Beitrag ERP und CRM: 5 Lösungen, die beides kombinieren.
Oracle
Oracle bietet mit Oracle Fusion Cloud ERP eine Cloud-Suite für Finanzen, Beschaffung, Projektmanagement und Risikomanagement großer Unternehmen. Oracle NetSuite ist ein reines Cloud-ERP, das häufig von wachsenden Unternehmen und Tochtergesellschaften eingesetzt wird. Oracle ist zudem als Datenbankhersteller bekannt; viele ERP-Systeme anderer Anbieter laufen auf Oracle-Datenbanken.
Infor
Infor setzt auf branchenspezifische Cloud-Suiten (CloudSuites), etwa für Fertigung, Distribution, Lebensmittel oder Mode. Zu den bekannten Produkten zählen Infor M3 und Infor LN. Vertiefende Informationen finden Sie in unseren Artikeln zu Infor als ERP-Suite für Großunternehmen und zur Anwenderschulung in Infor M3.
Sage, proALPHA, abas und Odoo
Sage bietet ERP- und Buchhaltungslösungen für kleine und mittlere Unternehmen, darunter Sage X3 für Fertigung und Distribution. proALPHA aus Weilerbach in Rheinland-Pfalz und abas aus Karlsruhe gehören zu den bekannten deutschen Anbietern für mittelständische Fertiger und Händler. Odoo verfolgt einen stark modularen Ansatz: Unternehmen starten mit wenigen Apps, etwa Vertrieb und Buchhaltung, und erweitern das System schrittweise. Daneben gibt es zahlreiche weitere Lösungen, gerade im Cloud-Segment für KMU und E-Commerce.
Ist SAP ein ERP-System?
SAP ist der Name eines Softwareherstellers, nicht eines Systemtyps. SAP bietet mehrere ERP-Systeme an – vor allem SAP S/4HANA und SAP Business One – und daneben weitere Software, etwa für Personalwesen, Beschaffung oder Analytics. Umgangssprachlich wird „SAP“ in vielen Unternehmen synonym für „unser ERP“ verwendet, doch ERP ist der Oberbegriff, SAP einer von vielen Anbietern.
Vorteile und Nachteile eines ERP-Systems
Ein ERP-System bringt Unternehmen erhebliche Vorteile, verlangt aber auch Investitionen in Zeit, Budget und Veränderungsbereitschaft. Die wichtigsten Punkte im Überblick – ausführlich behandeln wir das Thema im Beitrag ERP-System: Vorteile und Nachteile dieser Software.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Einheitliche Datenbasis, keine Doppelerfassung, weniger Fehler | Hohe Anfangsinvestition für Lizenzen bzw. Abonnements, Einführung und Anpassung |
| Automatisierte, durchgängige Prozesse vom Einkauf bis zur Rechnung | Einführungsprojekte dauern oft mehrere Monate, bei großen Unternehmen auch Jahre |
| Transparenz und Echtzeit-Kennzahlen für bessere Entscheidungen | Bindung an einen Anbieter und dessen Produktstrategie |
| Bündelung der IT-Kosten statt vieler Einzellösungen mit eigener Infrastruktur und eigenem Support | Mehraufwand durch Eigenentwicklungen, wenn das System nicht zum Unternehmen passt |
| Bessere Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Standorten | Widerstand von Mitarbeitenden gegen neue Abläufe |
| Skalierbarkeit durch modularen Aufbau | Schulungsaufwand und Einarbeitungszeit für alle Anwender |
Ein Kostenvorteil entsteht vor allem durch die Konsolidierung: Statt mehrere Systeme mit eigenen Lizenzen, eigener Infrastruktur und eigenem Support zu betreiben, investiert das Unternehmen in eine Plattform. Auch das Training wird einfacher, weil die Mitarbeitenden nur ein System mit einheitlicher Bedienlogik lernen müssen. Ein modularer Aufbau sorgt dafür, dass nur die Anwendungen bezahlt werden, die tatsächlich gebraucht werden.
Wann braucht ein Unternehmen ein ERP-System?
Es gibt keine feste Größe, ab der ein ERP-System Pflicht ist. Typische Anzeichen dafür, dass sich die Einführung lohnt, sind:
- Daten werden in mehreren Programmen und Tabellen doppelt gepflegt, Abgleiche kosten viel Zeit.
- Bestände, Liefertermine oder offene Posten sind nicht verlässlich und nur mit Verzögerung bekannt.
- Das Unternehmen wächst – neue Standorte, Produkte, Vertriebskanäle oder Länder – und die bestehenden Werkzeuge stoßen an ihre Grenzen.
- Monats- und Jahresabschlüsse dauern zu lange, Berichte müssen manuell zusammengestellt werden.
- Rückverfolgbarkeit, Dokumentationspflichten oder Kundenanforderungen steigen.
Gerade für stark wachsende Unternehmen hilft ein ERP-System, Markteinführungsziele und Lieferfristen einzuhalten, Produktionskosten zu senken, die Nachverfolgbarkeit von Abläufen sicherzustellen, Logistik und Supply Chain zu organisieren und die Kundenzufriedenheit zu verbessern.
ERP-System oder Warenwirtschaftssystem?
Ein Warenwirtschaftssystem (WaWi) steuert vor allem Einkauf, Lager und Verkauf von Waren. Ein ERP-System umfasst diese Funktionen in der Regel ebenfalls, ergänzt sie aber um Finanzbuchhaltung, Controlling, Produktion, Personal und Projektmanagement. Für reine Handelsunternehmen kann eine Warenwirtschaft genügen; sobald mehrere Bereiche integriert werden sollen, ist ein ERP-System die passendere Wahl. Abgrenzungen zu weiteren Systemen finden Sie in den Beiträgen PLM vs. ERP und BPM und ERP.
Was kostet ein ERP-System?
Die Kosten eines ERP-Systems hängen von der Zahl der Nutzer, dem Funktionsumfang, dem Betriebsmodell, dem Anpassungsbedarf und der vorhandenen IT-Infrastruktur ab. Seriöse Angaben sind daher nur auf Basis eines konkreten Angebots möglich. Bei der Budgetplanung sollten Unternehmen alle Kostenblöcke über die gesamte Nutzungsdauer betrachten (Total Cost of Ownership):
- Software: Lizenzkosten (On-Premise) oder Abonnementgebühren (Cloud), meist pro Nutzer und Modul.
- Infrastruktur und Betrieb: Server, Hosting, Sicherheit, Backups – bei Cloud-ERP im Abonnement enthalten.
- Einführung: Analyse, Konfiguration, Anpassungen, Schnittstellen und Datenmigration, oft mit einem ERP-Integrator.
- Schulung und Support: Anwenderschulungen, Dokumentation, Hilfestellung nach dem Go-live.
- Wartung und Weiterentwicklung: Updates, Releasewechsel, neue Module.
- Interner Aufwand: Zeit der Key-User und Fachbereiche für Workshops, Tests und Abnahmen.
Open-Source-Lösungen senken die Lizenzkosten, verlagern den Aufwand aber häufig auf Einführung und Betrieb. Wie teuer es werden kann, wenn ein Projekt schiefgeht, zeigt unser Beitrag über die Kosten einer gescheiterten ERP-Einführung.
ERP-Einführung und Anwenderakzeptanz
Die ERP-Implementierung ist ein Organisationsprojekt, kein reines IT-Projekt. Üblich ist ein Vorgehen in Phasen: Ist-Analyse und Lastenheft, Auswahl des Systems und des Partners, Konzeption der Soll-Prozesse, Konfiguration und Datenmigration, Tests, Schulung, Go-live und Stabilisierung. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag ERP-Einführung in 6 Schritten, typische Stolpersteine unter Herausforderungen der ERP-Implementierung.
Zu Beginn sammelt das Projektteam alle relevanten Daten – Kunden- und Lieferantendaten, Aufträge, Rechnungen, Daten aus Rechnungs- und Personalwesen –, prüft ihre Qualität und legt fest, wie sie sicher übertragen werden. Anschließend werden Arbeitsplätze, Rollen und Module eingerichtet, die das Unternehmen für seine Geschäftstätigkeit braucht.
Warum die Anwender über den Erfolg entscheiden
Selbst ein gut konfiguriertes ERP-System bringt nur dann Nutzen, wenn die Mitarbeitenden es korrekt und vollständig nutzen. Werden Vorgänge weiterhin in Tabellen geführt, Felder falsch befüllt oder Prozesse umgangen, leidet die Datenqualität – und damit der zentrale Vorteil des Systems. Häufige Gründe sind zu knappe Schulungszeit vor dem Go-live, selten genutzte Transaktionen, die schnell wieder vergessen werden, und Unsicherheit bei Ausnahmefällen. Eine gezielte ERP-Schulung und kontinuierliche Unterstützung nach dem Start sind deshalb fester Bestandteil jedes Projektplans.
Digitale Adoption mit Knowmore
Knowmore unterstützt Unternehmen dabei, die Akzeptanz und Nutzung ihres ERP-Systems zu sichern – unabhängig vom eingesetzten Anbieter, sofern das ERP webbasiert genutzt wird:
- K-NOW legt sich als Digital Adoption Platform über die Oberfläche des ERP-Systems und führt Anwender mit interaktiven Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Tooltips und Hinweisen direkt durch ihre Prozesse – genau in dem Moment, in dem sie Hilfe brauchen.
- K-STUDIO erstellt Schulungsinhalte, Simulationen und Dokumentationen für die Anwenderschulung vor und nach dem Go-live.
- K-VALUE misst, wie das ERP-System tatsächlich genutzt wird, und zeigt, in welchen Prozessen Anwender Schwierigkeiten haben – als Grundlage für gezielte Verbesserungen.
So verkürzen Sie die Einarbeitungszeit, entlasten den Support und sorgen dafür, dass sich die ERP-Investition im Alltag auszahlt. Mehr zum Konzept lesen Sie im Beitrag Was ist eine Digital Adoption Platform?.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein ERP-System einfach erklärt?
Ein ERP-System ist eine Unternehmenssoftware, in der alle wichtigen Geschäftsbereiche zusammenarbeiten: Buchhaltung, Einkauf, Lager, Produktion, Vertrieb und Personal. Alle Abteilungen nutzen dieselbe Datenbank, sodass Informationen nur einmal eingegeben werden und überall aktuell verfügbar sind. Ein Auftrag löst so automatisch Lagerreservierung, Lieferung, Rechnung und Buchung aus. ERP steht für Enterprise Resource Planning, also die Planung der Unternehmensressourcen.
Sind ERP und SAP das Gleiche?
Nein. ERP ist der Oberbegriff für Software zur Planung und Steuerung von Unternehmensressourcen. SAP ist ein Softwarehersteller aus Walldorf, der mehrere ERP-Systeme anbietet, vor allem SAP S/4HANA für größere Unternehmen und SAP Business One für kleine und mittlere Unternehmen. Neben SAP gibt es viele weitere ERP-Anbieter, etwa Microsoft, Oracle, Infor, Sage, proALPHA, abas oder Odoo.
Welche ERP-Systeme gibt es?
Bekannte ERP-Systeme sind SAP S/4HANA und SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central sowie Finance & Supply Chain Management, Oracle Fusion Cloud ERP und Oracle NetSuite, Infor CloudSuite (z. B. M3, LN), Sage X3, proALPHA, abas ERP und Odoo. Sie unterscheiden sich nach Zielgruppe (KMU, Mittelstand, Konzern), Branchenfokus und Bereitstellung als Cloud-ERP oder On-Premise-Lösung.
Welche Module hat ein ERP-System?
Typische ERP-Module sind Finanzen und Rechnungswesen, Controlling, Einkauf und Beschaffung, Lager und Logistik (Warenwirtschaft), Produktion und Produktionsplanung, Vertrieb und CRM, Personalwesen sowie Projektmanagement. Hinzu kommen Funktionen für Reporting und Business Intelligence. Unternehmen wählen die Module, die sie benötigen, und können das System später um weitere Anwendungen erweitern, da alle Module auf dieselbe Datenbank zugreifen.
Was ist der Unterschied zwischen ERP und Warenwirtschaftssystem?
Ein Warenwirtschaftssystem konzentriert sich auf den Warenfluss: Einkauf, Lagerbestände und Verkauf. Ein ERP-System enthält diese Funktionen meist ebenfalls, integriert aber zusätzlich Finanzbuchhaltung, Controlling, Produktion, Personalwesen und Projektmanagement in einer gemeinsamen Datenbasis. Die Warenwirtschaft ist damit häufig ein Teilbereich eines ERP-Systems. Für reine Händler kann sie ausreichen, bei mehreren integrierten Bereichen ist ein ERP-System sinnvoller.
Wann braucht ein Unternehmen ein ERP-System?
Ein ERP-System lohnt sich, wenn Daten in vielen getrennten Programmen und Tabellen gepflegt werden, Bestände oder Liefertermine unzuverlässig sind, Berichte manuell erstellt werden müssen oder das Unternehmen wächst und neue Standorte, Produkte oder Vertriebskanäle hinzukommen. Auch steigende Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Dokumentation sprechen dafür. Eine feste Mindestgröße gibt es nicht; es existieren Lösungen für kleine Betriebe ebenso wie für Konzerne.