SaaS vs. On-Premise: Welche Lösung passt zu Ihrem Unternehmen?

SaaS oder On-Premise? Kosten, Kontrolle, Updates, Skalierung und Sicherheit im direkten Vergleich – mit Tabelle und Kriterien für die richtige Wahl.

Von Marielle Gantenberg
8 Min. Lesezeit

Der Unterschied zwischen SaaS und On-Premise liegt im Betriebsmodell: Bei Software-as-a-Service mieten Sie die Anwendung im Abonnement und nutzen sie über das Internet; der Anbieter kümmert sich um Hosting, Wartung und Updates. Bei On-Premise erwerben Sie eine Lizenz und betreiben die Software auf eigenen Servern – mit voller Kontrolle, aber auch voller Verantwortung für Betrieb und Sicherheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • SaaS-Software läuft beim Anbieter und wird im Abonnement genutzt, On-Premise-Software wird gekauft bzw. lizenziert und auf eigenen Servern betrieben.
  • SaaS punktet mit geringen Startkosten, automatischen Updates und schneller Skalierung; On-Premise bietet volle Datenkontrolle und weitreichende Anpassungen.
  • Für die Wahl zählen Gesamtkosten über mehrere Jahre, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen, IT-Ressourcen, Arbeitsweise und Integrationsbedarf.
  • Zwischen beiden Modellen gibt es Mittelwege wie die Private Cloud oder hybride Architekturen.

Mit der Digitalisierung ist Unternehmenssoftware heute für Organisationen jeder Größe zugänglich. Um das ideale Tool für die Organisation zu finden, sollte man jedoch zunächst die individuellen Bedürfnisse analysieren und die Besonderheiten der möglichen Lösungen kennen. Ein Punkt dabei ist der Unterschied zwischen Software-as-a-Service (SaaS) und dem On-Premise-Prinzip. Welche Vor- und Nachteile bieten die beiden Lösungen jeweils? Wie findet man das Managementtool, das am besten zum Unternehmen passt?

Was versteht man unter SaaS?

SaaS (Software-as-a-Service) wurde im Verlauf der letzten Jahre immer bekannter. Das System basiert auf der Cloud-Technologie und hat die Auslagerung von unternehmenseigenen IT-Systemen begünstigt.

Das Prinzip besteht darin, mithilfe einer Internetverbindung von einem beliebigen Ort aus auf eine bestimmte Software zuzugreifen. Um eine SaaS-Anwendung zu nutzen, muss ein Unternehmen diese also nicht in der eigenen IT-Infrastruktur installieren, sondern sie wird bei einem externen Anbieter gehostet. Für die Nutzung schließt man ein Monats- oder Jahresabonnement ab.

Diese Vorteile bietet SaaS Ihrem Unternehmen

SaaS bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Dazu gehört unter anderem ein beträchtlicher Zeitgewinn, denn die Software muss in diesem Fall nicht auf dem eigenen Server oder der eigenen IT-Infrastruktur installiert werden. Wartung und Aktualisierungen übernimmt der SaaS-Anbieter.

SaaS-Anwendungen lassen sich flexibel skalieren: Nutzer und Funktionen können bei Bedarf kurzfristig hinzugebucht werden. Die Daten werden online gespeichert, der Zugriff ist ortsunabhängig über das Internet möglich. Seriöse SaaS-Anbieter investieren zudem viel in Verfügbarkeit und Sicherheit; das konkrete Niveau sollten Sie dennoch vertraglich prüfen.

Grenzen von SaaS

Bei der Nutzung einer SaaS-Anwendung stößt man jedoch auch an gewisse Grenzen. Bei diesem Modell haben Sie nur begrenzten Einfluss darauf, wo und wie Ihre Daten gespeichert und geschützt werden. Bei Problemen mit der Internetverbindung können Sie nicht mehr auf die Software zugreifen. Da die Software bei SaaS ausgelagert und bei einem Dienstleister gehostet wird, besteht die Gefahr des Datenverlustes, wenn beim Anbieter Störungen auftreten oder er insolvent wird und keine Backup- und Exit-Regelungen vereinbart sind.

Was versteht man unter On-Premise?

On-Premise bedeutet, dass die Software vor Ort, also auf den eigenen Servern und Rechnern des Unternehmens installiert und betrieben wird. Den Betrieb übernimmt die eigene IT, bei Bedarf unterstützt von einem externen Dienstleister. Die Software wird in der Regel über eine Kauflizenz erworben. Nach dem Kauf besitzt das Unternehmen die Lizenz für eine unbefristete Nutzung der Software.

Diese Vorteile bietet On-Premise Ihrem Unternehmen

On-Premise bietet sowohl dem Unternehmen als auch den Nutzern zahlreiche Vorteile. Bei diesem Prinzip haben Sie die volle Kontrolle über Ihre Daten. Laufende Abonnementgebühren entfallen; für Updates und Support fallen jedoch in der Regel jährliche Wartungsgebühren an. Der Zugriff auf die Daten ist unabhängig von einer Internetverbindung möglich, da diese auf den unternehmenseigenen Servern gespeichert sind. Das erleichtert den Schutz sensibler Informationen, setzt aber eigene Sicherheitsexpertise voraus.

Einschränkungen des On-Premise-Modells

On-Premise bietet jedoch nicht nur Vorteile. Eine On-Premise-Software kann nicht auf jedem x-beliebigen Computer installiert werden. Um dieses Modell zu nutzen, benötigen Sie daher die passende Hardware. Die Updates erfolgen in diesem Fall nicht automatisch, sodass die Gefahr besteht, dass die Software nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist.

Wenn Sie eine On-Premise-Software einführen, kommen für ihre Wartung und Aktualisierung demnach zusätzliche Kosten auf Sie zu. Von außerhalb des Unternehmens ist der Zugriff auf die Anwendungen nur über gesicherte Verbindungen wie VPN möglich. Mobiles Arbeiten erfordert daher zusätzliche Infrastruktur.

SaaS vs. On-Premise im Vergleich: die wichtigsten Unterschiede

KriteriumSaaSOn-Premise
BetriebBeim Anbieter, Zugriff über Browser oder AppAuf eigenen Servern bzw. im eigenen Rechenzentrum
KostenmodellAbonnement pro Nutzer oder Umfang, geringe StartkostenLizenzkauf, Hardware und Wartung, hohe Anfangsinvestition
Updates und WartungAutomatisch durch den AnbieterPlanung und Umsetzung durch die eigene IT
SkalierungNutzer und Funktionen kurzfristig zubuchbarAbhängig von Hardware und internen Ressourcen
AnpassbarkeitIm Rahmen der Optionen des AnbietersWeitreichende Individualisierung möglich
DatenkontrolleRechenzentrum des Anbieters, Standort vertraglich regelnVollständig im eigenen Haus
EinführungIn der Regel schnellerLängere Vorlaufzeit für die Infrastruktur

Der Markt bewegt sich deutlich in Richtung Cloud: Laut einer Bitkom-Umfrage vom Juni 2025 nutzen 90 % der Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten Cloud-Anwendungen, und rund 47 % aller IT-Anwendungen werden bereits aus der Cloud betrieben. On-Premise bleibt dennoch dort verbreitet, wo Unternehmen besonders sensible Daten verarbeiten, stark individualisierte Systeme betreiben oder Anlagen ohne dauerhafte Internetverbindung steuern.

Diese Faktoren beeinflussen die Entscheidung für SaaS vs. On-Premise

Es ist nicht immer einfach, eine Software zu finden, die zum Unternehmen passt. Jedes Tool hat andere Merkmale. SaaS-Lösungen haben niedrige Startkosten. Sie lassen sich im Rahmen der vom Anbieter vorgesehenen Optionen an die Anforderungen eines Unternehmens anpassen. Der On-Premise-Ansatz ist dagegen optimal, wenn man die Software im eigenen Rechenzentrum betreiben will. Allerdings bedeutet der Kauf der Software eine hohe Investition.

Für die richtige Entscheidung sollten Sie folgende Kriterien einbeziehen:

  • Größe der Organisation
  • Bedürfnisse des Unternehmens
  • Art zu arbeiten (Homeoffice, in Niederlassungen, vor Ort …)
  • Personalisierungsgrad
  • Technische Ausstattung
  • Budget für die Anschaffung der Managementlösung …

Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, fällt es Ihnen leichter, eine Software zu finden, die Ihren Ansprüchen genügt. Ist die Entscheidung gefallen, unterstützt Knowmore Sie dabei, dass Ihre Mitarbeitenden die neue Software schnell und sicher nutzen. Das gilt für webbasierte Anwendungen in beiden Betriebsmodellen, vom ERP-System bis zur HR-Software.

SaaS vs. On-Premise? Die beiden Prinzipien beinhalten nicht dieselben Dienstleistungen. Die Entscheidung für die ideale Lösung hängt von Ihren Anforderungen und Ihrem Budget ab. Am besten verlassen Sie sich dabei auf den Rat von Experten. Das Team von Knowmore unterstützt Sie gerne dabei, Ihr Projekt erfolgreich umzusetzen.

Gibt es einen Mittelweg? Private Cloud und hybride Modelle

Zwischen reinem SaaS und klassischem On-Premise gibt es Zwischenformen. Bei einer Private Cloud läuft die Software in einer Umgebung, die nur Ihrem Unternehmen zur Verfügung steht – im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Hosting-Dienstleister. Hybride Modelle kombinieren beide Welten, etwa ein On-Premise-Kernsystem mit SaaS-Anwendungen für Vertrieb, Personal oder Analyse.

Wie unterschiedlich die Präferenzen sind, zeigt die ERP-Anwenderstudie „ERP in der Praxis 2024/2025“ von Trovarit: 41 % der befragten Unternehmen können sich nicht mehr vorstellen, ihr ERP-System künftig On-Premise zu betreiben. 35 % können sich eine Private Cloud vorstellen, nur 11 % eine Public Cloud.

Entscheidend ist deshalb weniger die Grundsatzfrage „SaaS oder On-Premise?“ als die Frage, welche Anwendung in welchem Modell den größten Nutzen bringt. Ein Beispiel für diese Abwägung ist das Cloud-ERP. Achten Sie in jedem Modell auf offene Schnittstellen, Datenportabilität und klare Regeln für einen späteren Wechsel.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet On-Premise?

On-Premise (auch On-Premises, wörtlich „in den eigenen Räumlichkeiten“) bezeichnet ein Betriebsmodell, bei dem ein Unternehmen Software auf eigenen Servern installiert und betreibt. Es erwirbt dafür in der Regel eine Lizenz und ist selbst für Hardware, Wartung, Updates und Sicherheit verantwortlich. Das Gegenmodell ist die Nutzung aus der Cloud, etwa als SaaS.

Was ist das Gegenteil von On-Premise?

Das Gegenteil von On-Premise ist Off-Premise, also der Betrieb außerhalb des eigenen Unternehmens, meist in der Cloud. Die Software oder Infrastruktur läuft dann im Rechenzentrum eines Anbieters und wird über das Internet genutzt. Die bekannteste Form ist Software-as-a-Service (SaaS); daneben gibt es Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS).

Ist SaaS günstiger als On-Premise?

SaaS ist zu Beginn fast immer günstiger, weil keine Kosten für eigene Server und Kauflizenzen anfallen. Über mehrere Jahre summieren sich jedoch die Abonnementgebühren. On-Premise verursacht hohe Anfangsinvestitionen sowie laufende Kosten für Wartung, Personal, Strom und Hardware-Erneuerung. Welches Modell günstiger ist, zeigt nur ein Vergleich der Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) für Ihren konkreten Fall.

Heißt es On-Premise oder On-Premises?

Sprachlich korrekt ist „On-Premises“, denn das englische „premises“ bezeichnet Räumlichkeiten oder ein Betriebsgelände, während „premise“ eine Prämisse meint. Im deutschen IT-Alltag hat sich aber auch die Schreibweise „On-Premise“ eingebürgert. Beide Begriffe meinen dasselbe Betriebsmodell; umgangssprachlich wird häufig auch die Kurzform „On-Prem“ verwendet.

Kann man von On-Premise zu SaaS wechseln?

Ja, viele Unternehmen migrieren bestehende On-Premise-Anwendungen schrittweise in die Cloud oder ersetzen sie durch SaaS-Lösungen. Zu einem solchen Wechsel gehören die Bestandsaufnahme der Anwendungen, die Datenmigration, die Anpassung von Schnittstellen und eine Schulung der Anwender, die mit neuen Oberflächen und Abläufen arbeiten. Gewachsene Legacy-Systeme sind dabei oft der aufwendigste Teil.

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