Time to Value (TTV) bezeichnet die Zeitspanne, bis ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Software einem Kunden oder Anwender einen ersten messbaren Nutzen bringt. Bei einer Software-Einführung ist das die Zeit vom Go-live oder ersten Login bis zu dem Moment, in dem die Mitarbeitenden ihre Aufgaben damit selbstständig erledigen. Je kürzer die Time to Value, desto schneller zahlt sich eine Investition aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Time to Value (TTV) ist die Zeit, die vergeht, bis ein Nutzer oder ein Unternehmen den ersten messbaren Nutzen einer Lösung erzielt.
- Berechnet wird sie als Differenz zwischen einem klar definierten Startpunkt (etwa Go-live) und dem Zeitpunkt des ersten messbaren Nutzens.
- Bei Unternehmenssoftware hängt die Time to Value stark vom Onboarding ab: Begrüßung, kontextbezogenes Training und personalisierte Inhalte verkürzen sie.
- Anders als der ROI misst die Time to Value nicht den finanziellen Ertrag, sondern wie schnell sich der Nutzen einstellt.
Ob es sich um ein Informationssystem, CRM, HRIS oder ERP handelt, keine Software kann sich dem Benutzer-Onboarding entziehen. Diese Phase ist entscheidend für das Erlernen einer Software, da sie im Zentrum vieler Probleme im Zusammenhang mit digitalen Tools steht, wie z. B. Benutzerbindung, Software-Adoption und Mitarbeiterleistung. Aber wussten Sie, dass das Onboarding Ihrer Benutzer mit digitalen Tools einen direkten Einfluss auf Ihre Time to Value hat? Die Qualität des Onboardings bestimmt maßgeblich, wie schnell Ihre Nutzer den Mehrwert Ihrer Software erkennen.
Was bedeutet Time to Value?
Zunächst zur Begriffsklärung: Was steckt hinter diesem englischen Begriff?
Definition der Time to Value (TTV)
Time to Value (TTV) ist die Zeit, die ein neuer Benutzer benötigt, um den Mehrwert einer Lösung oder eines Produkts zu erkennen. Time to Value kann kurz- oder langfristig sein. Beim Einsatz eines neuen HRIS kann beispielsweise ein kurzfristiger Mehrwert in der schnellen Erstellung von Spesenabrechnungen bestehen, während ein langfristiger Mehrwert in der Automatisierung von HR-Prozessen liegen kann.
Kurz gesagt lässt sich die Time to Value in einer Frage zusammenfassen:
Wie lange dauert es, bis Ihre Benutzer den Wert Ihrer Lösung erkennen?
Aber was hat „Time to Value“ mit dem Onboarding von Benutzern zu tun? Und noch wichtiger: Warum wird sie mit der Akzeptanz neuer Software in Verbindung gebracht?
Was ist der Zweck von Time to Value?
Die Bereitstellung von Software verursacht viele Kosten, sei es finanziell oder personell. Sie haben eine Menge Geld investiert, um Ihre Software verfügbar zu machen (Kauf einer Lizenz oder eines Cloud-Abonnements), und Sie haben in Talente investiert, die diesen Einsatz langfristig begleiten (Change Management, Schulung, Anwendungssupport). Darüber hinaus können indirekte Kosten entstehen, wie z. B. die Kosten für die digitale Inkompetenz der Mitarbeiter, wenn sie nicht gut ausgebildet sind, oder die Kosten einer Software, die mangels Akzeptanz kaum genutzt wird. Dann stellt sich eine weitere Frage.
Wie lange brauchen Ihre Benutzer, um ihre Software zu beherrschen und einsatzbereit zu sein?
Einige Kosten sind notwendig, andere können vermieden werden. Bei der Software gilt: Je besser Ihre Tools genutzt werden, desto geringer sind Ihre Kosten. Dies gilt insbesondere für diese indirekten Kosten (digitale Inkompetenz und mangelnde Akzeptanz), die sich durch eine kürzere Time to Value senken lassen. Wie können Sie also Ihr User-Onboarding Schritt für Schritt optimieren?
Wie berechnet man die Time to Value?
Die Time to Value misst die Zeitspanne zwischen einem festgelegten Startpunkt und dem Moment, in dem ein Nutzer oder das Unternehmen einen ersten messbaren Nutzen erzielt:
Time to Value = Zeitpunkt des ersten messbaren Nutzens − Startzeitpunkt
Entscheidend ist, beide Punkte vorab eindeutig zu definieren. Als Startpunkt dienen je nach Perspektive der Vertragsabschluss, der Go-live oder die erste Anmeldung eines Nutzers. Der Nutzen sollte an einer konkreten Handlung festgemacht werden, etwa an der ersten vollständig im System bearbeiteten Bestellung oder dem ersten Monatsabschluss ohne Hilfe des Supports.
Ein Beispiel: Geht ein neues HR-System am 1. März live und reichen die ersten Mitarbeitenden am 15. März ihre Spesenabrechnung selbstständig darin ein, beträgt die Time to Value für diesen Anwendungsfall 14 Tage.
In der Praxis werden oft mehrere Stufen unterschieden: Die Time to First Value beschreibt den ersten spürbaren Nutzen, die Time to Full Value den Zeitpunkt, an dem die Software ihren vollen geplanten Nutzen entfaltet. Den finanziellen Ertrag einer Investition bewerten Sie ergänzend mit dem Software-ROI.
1. Begrüßen Sie Neuankömmlinge in Ihrer Software
Sie würden einen neuen Mitarbeiter doch auch nicht ohne Begrüßung an seinen Arbeitsplatz setzen, oder? Das gilt auch für digitale Tools: Ihre neuen Nutzer müssen sich willkommen fühlen, also sorgen Sie dafür, dass sie sich wohlfühlen! Die Verwendung einer neuen Software ist wie ein neuer Arbeitsplatz: Es braucht Zeit, sich daran zu gewöhnen, sich anzupassen und einsatzbereit zu sein. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihren Neueinsteigern Vertrauen entgegenbringen und ihnen helfen, sich mit ihrer Software zurechtzufinden. Und da Ihre Mitarbeiter nicht alle die gleiche Beziehung zur Software haben, ist es wichtig, sie von der ersten Interaktion mit ihrer Software an zu unterstützen.
Wenn es um Software geht, ist der erste Eindruck entscheidend: Er wirkt sich direkt auf Ihre Time to Value aus. Konkret: Je mehr Ihre Nutzer das Onboarding ihrer digitalen Tools zu schätzen wissen, desto eher werden sie deren Mehrwert erkennen und sie daher lange nutzen. Mit anderen Worten: Durch die Beeinflussung der Time-to-Value wirkt sich der erste Eindruck nicht nur auf die Nutzung digitaler Tools aus, sondern auch auf das Engagement und die Bindung der Nutzer. Wie hinterlassen Sie also einen guten Eindruck bei Ihren Nutzern?
Kommunizieren Sie mit Ihren Neuankömmlingen über deren Tools
Erinnern Sie sich noch an die kleine Aufregung, als Sie Ihre Willkommensnachricht auf Slack, Trello oder Google Workspace erhielten, als Sie diese zum ersten Mal nutzten? Ihre Nutzer wünschen sich dasselbe. Gefragt ist eine herzliche, relevante und vor allem ansprechende Kommunikation.
Mit der Knowmore Digital Adoption Platform können Sie dank Push-Benachrichtigungen und Tooltips von der ersten Nutzung an mit Ihren Nutzern auf angepasste Weise kommunizieren. Der Vorteil? Mit nur wenigen Klicks können Sie Ihre Push-Nachrichten und Tooltips erstellen, ändern oder an die Benutzer senden .
Eine kurze Time to Value ist also durchaus erreichbar.
2. Software-Schulung kontextualisieren
Das Training ist ein wesentlicher Bestandteil des Onboardings. Aber wissen Sie, wie wichtig es für Neulinge ist?
Die Qualität der Schulungen hat einen direkten Einfluss auf die Time to Value der Software. Engagement, Digitalisierung, Entwicklung, Zugänglichkeit … Die Herausforderungen der Ausbildung mit digitalen Werkzeugen sind zahlreich. Wie können Sie also Ihre Nutzer auf effiziente Weise schulen?
Übung macht den Meister.
Sie haben diesen Spruch wahrscheinlich schon einmal gehört, oder? Das gilt auch für das Nutzer-Onboarding. Der Schlüssel zur Beherrschung ist das Üben: Ihre Benutzer müssen die Software verwenden, um sie zu meistern. Aber das reicht nicht aus, denn Übung ist nur die halbe Miete für eine erfolgreiche Software-Adoption.
Übung macht den Meister – aber nicht auf beliebige Weise. Der angehende Meister lernt das Handwerk nicht am Tisch oder auf der Straße: Er braucht die richtige Umgebung, um richtig zu lernen, in seiner Werkstatt, mit allen Materialien, die er braucht, und genau dann, wenn er sie braucht. Genauso verhält es sich mit Ihren Neueinsteigern: Sie können nicht außerhalb ihrer Werkstatt (der Software) und ohne die notwendigen Werkzeuge (die kontextbezogene Schulung) lernen.
Schwerpunkt auf praktischem und kontextbezogenem Lernen
Mit Knowmore lernen Ihre Benutzer durch praktisches Lernen (Learning by Doing). Das Prinzip dabei? Sie haben Zugang zu interaktiven Anleitungen, die in Echtzeit zur Verfügung stehen, um sich selbständig mit der Software zurechtzufinden! Müssen Sie eine neue Verkaufschance in Salesforce erstellen, einen Soll-Dienstplan im HR-System einsehen oder Lesezeichen in Oracle verwalten? Sie brauchen die Software nicht zu verlassen: Die Informationen befinden sich am selben Ort wie Ihre Benutzer.
Das Ergebnis? Ihre Benutzer werden zur richtigen Zeit geschult, die Time to Value verkürzt sich, Ihr Support wird reduziert und die Kosten sinken!
3. Benutzereinführung anpassen
„Dein Profil unterscheidet sich so sehr von meinem!“ Diesen Satz haben Sie wahrscheinlich schon einmal gehört, als Sie mit einer vertrauten Person Ihre Netflix- oder Pinterest-Profile verglichen haben. Und das aus gutem Grund, denn diese Plattformen setzen den Standard in Bezug auf Personalisierung. Jeder Benutzer hat ein eigenes Profil, das zu ihm passt. Das Gleiche gilt für das Onboarding: Ihre Mitarbeiter möchten personalisierte Inhalte!
Personalisierte Inhalte sind für viele Nutzer längst selbstverständlich – diese Erwartung bringen sie auch an ihren Arbeitsplatz mit.
Die Personalisierung des Onboardings ist deshalb so wichtig, weil sie sich direkt auf die Qualität der Time-to-Value und die Erfahrung von Neueinsteigern auswirkt. Tatsächlich wirkt sich das Onboarding der Benutzer auch auf die Erfahrung der Mitarbeiter und die Mitarbeiterbindung aus.
Einfaches Anpassen
Personalisierung, ja, aber zu welchem Preis? Denn wenn Sie die Schulung jedes einzelnen Mitarbeiters individuell organisieren müssen, bedeutet das einen enormen Zeitaufwand. Das ist richtig, und deshalb haben wir uns entschieden, es Ihnen leicht zu machen. Mit Knowmore müssen Sie nicht mehr Stunden damit verbringen, Ihre Schulungsinhalte (Anleitungen, Videos, Texte usw.) zu bearbeiten. Mit nur wenigen Klicks können Sie die Inhalte an die Bedürfnisse Ihrer Benutzer anpassen, basierend auf ihrer Abteilung, Sprache oder Rolle.
Wie Sie sehen können, ist das Nutzer-Onboarding ein wirksamer Hebel, um Ihre Time to Value zu verkürzen. Begrüßung, kontextbezogenes Training und Personalisierung sind wesentliche Schritte, um sicherzustellen, dass Ihre Benutzer den Wert Ihrer Lösung verstehen und Ihre Software kurz- und mittelfristig nutzen.
Um eine digitale Akzeptanz zu erreichen, muss man sich jedoch über eines im Klaren sein: Das Onboarding der Benutzer hört nie auf. Jedes Update und jede neue Funktion erfordert erneut ein Onboarding der Benutzer. Worum geht es also bei Ihrem nächsten User-Onboarding?
Time to Value, Time to Market und ROI: Was ist der Unterschied?
| Kennzahl | Was sie misst | Typische Frage |
|---|---|---|
| Time to Value | Zeit bis zum ersten bzw. vollen Nutzen für Kunden oder Anwender | Wann profitieren die Nutzer? |
| Time to Market | Zeit von der Produktidee bis zur Markteinführung | Wann ist das Produkt verfügbar? |
| Return on Investment (ROI) | Verhältnis von Ertrag zu eingesetztem Kapital | Lohnt sich die Investition finanziell? |
Die Time to Value ähnelt dem ROI, misst aber laut gängiger Definition nicht den finanziellen Erfolg, sondern wie schnell sich der Nutzen einer Investition einstellt. Bei Software-Projekten beginnt die Messung oft erst mit der Einführung, der Adoption oder dem Onboarding, denn der Nutzen ist mit der Projektübergabe noch nicht automatisch erreicht.
Für Software-Einführungen heißt das: Eine schnell bereitgestellte Lösung nützt wenig, wenn die Anwender sie anschließend monatelang nicht sicher bedienen. Die Time to Value verbindet deshalb Technik und Nutzung und sollte von IT-Leitung, Fachbereichen und Change Management gemeinsam verantwortet werden.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Time to Value auf Deutsch?
Time to Value bedeutet wörtlich „Zeit bis zum Wert“. Gemeint ist die Zeitspanne, bis ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Software einen ersten messbaren Nutzen stiftet. Im Deutschen sind Umschreibungen wie „Zeit bis zur Wertschöpfung“ oder „Zeit bis zum Nutzen“ üblich; in der Fachsprache ist meist der englische Begriff samt Abkürzung TTV gebräuchlich.
Was ist eine gute Time to Value?
Einen allgemeingültigen Richtwert für die Time to Value gibt es nicht. Sie hängt von der Komplexität der Lösung, den Zielen und der Definition des Nutzens ab: Eine einfache Self-Service-Anwendung kann nach Minuten Nutzen stiften, ein ERP-System erst nach Wochen oder Monaten. Wichtig ist, eine Ausgangsbasis zu messen und die Time to Value von Einführung zu Einführung zu verkürzen.
Wie kann man die Time to Value verkürzen?
Die Time to Value verkürzen Sie, indem Sie den gewünschten Nutzen vorab klar definieren und Anwender schnell zu einem ersten Erfolgserlebnis führen. Bewährt haben sich rollenbezogene Onboarding-Pfade, Schulungen in der echten Arbeitsumgebung, Hilfe direkt in der Anwendung und die laufende Messung, wo Nutzer hängen bleiben oder den Support kontaktieren.
Welche Kennzahlen hängen mit der Time to Value zusammen?
Eng mit der Time to Value verbunden sind die Aktivierungsrate (Anteil der Nutzer, die eine Kernfunktion erfolgreich nutzen), die Zeit bis zur ersten abgeschlossenen Transaktion, die Nutzungsrate zentraler Funktionen und die Zahl der Supportanfragen pro Nutzer. Für die wirtschaftliche Bewertung kommt der Return on Investment (ROI) hinzu.
Warum ist die Time to Value bei SaaS besonders wichtig?
Bei SaaS-Lösungen zahlen Unternehmen laufend Abonnementgebühren, meist pro Nutzer. Jeder Monat, in dem Lizenzen bezahlt, aber kaum genutzt werden, schmälert den Nutzen der Investition. Eine kurze Time to Value sorgt dafür, dass sich die Software schneller auszahlt, und stärkt die Akzeptanz der Anwender, bevor Gewohnheiten oder Umgehungslösungen entstehen.