RASCI-Matrix: Bedeutung, Rollen und Anwendung im Projekt

Was bedeutet RASCI? Die fünf Rollen der RASCI-Matrix verständlich erklärt – mit Beispiel aus einer ERP-Einführung, Anleitung und typischen Fehlern.

Von Marielle Gantenberg
8 Min. Lesezeit

Die RASCI-Matrix ist ein Werkzeug des Projektmanagements, das für jede Aufgabe festlegt, wer sie ausführt (Responsible), wer sie verantwortet (Accountable), wer unterstützt (Support), wer berät (Consulted) und wer informiert wird (Informed). Sie erweitert die RACI-Matrix um die Support-Rolle und schafft so klare Zuständigkeiten, gerade in Projekten mit vielen Beteiligten.

Das Wichtigste in Kürze

  • RASCI steht für Responsible, Accountable, Support, Consulted und Informed.
  • Pro Aufgabe gibt es genau eine Person mit der Rolle „Accountable“, aber gegebenenfalls mehrere Ausführende und Unterstützende.
  • In der Matrix stehen die Aufgaben in den Zeilen und die Beteiligten in den Spalten; jede Zelle erhält den passenden Buchstaben.
  • Eine RASCI-Matrix bringt nur dann Nutzen, wenn das Team sie gemeinsam erstellt und im Projektverlauf aktuell hält.

Was versteht man unter der RASCI-Matrix?

Das RASCI-Diagramm ist eine Abwandlung der RACI-Matrix, eines Werkzeugs, mit dem Sie den Beteiligten eines Projekts Aufgaben und Verantwortungsbereiche zuweisen. Auf diese Weise verteilen Sie die Arbeit, bestimmen Funktionen und geben gleichzeitig allen Akteuren des Projektes einen Handlungsrahmen. Das Ziel besteht darin, Missverständnisse und Rollenüberschneidungen zu vermeiden.

RASCI ist ein Akronym aus fünf englischen Begriffen, die folgende Bedeutung haben:

  • Responsible: Derjenige, der eine Aufgabe erfüllt, also derjenige, der für deren Ausführung verantwortlich ist. Es kann mehrere Verantwortliche bzw. Ausführende geben.
  • Accountable: Die rechenschaftspflichtige Person, die den Verantwortlichen bestimmt. Das kann ein Projektleiter sein, der Entscheidungen trifft und die Gesamtverantwortung für die Ausführung des Projekts hat.
  • Support: Alle Personen, die den Verantwortlichen bei der Ausführung der Aufgabe unterstützen.
  • Consulted: Jemand, der sein Know-how in das Projekt einbringt, Ratschläge gibt und den Verantwortlichen berät, damit dieser seine Aufgabe erfolgreich erledigen kann.
  • Informed: Jemand, der aufgrund seines Status als Stakeholder über alle Projektfortschritte auf dem Laufenden gehalten werden muss.

Jede dieser Rollen beschreibt, in welchem Maße die entsprechende Person in die zu erledigende Aufgabe eingebunden ist.

RASCI-Matrix: die fünf Rollen Responsible, Accountable, Support, Consulted und Informed

Beispiel: RASCI-Matrix für eine ERP-Einführung

Wie eine RASCI-Matrix in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel einer ERP-Einführung. Die Aufgaben stehen in den Zeilen, die Beteiligten in den Spalten:

AufgabeProjektleitungIT-LeitungKey-UserIntegratorFachbereichsleitung
Anforderungen erhebenRCSCA
System konfigurierenACCRI
Anwendertest (UAT) durchführenAIRSC
Anwender schulenAIRSC
Go-live freigebenRACSC

Jede Zeile enthält genau ein „A“. Die „S“-Einträge zeigen, dass vor allem der Integrator, aber auch die Key-User an Aufgaben mitarbeiten, ohne sie zu verantworten. Genau diese Zuarbeit bleibt in einer klassischen RACI-Matrix oft unsichtbar. Für die Fachbereichsleitung wird zugleich deutlich, wann sie selbst entscheiden muss und wann es genügt, sie zu konsultieren. Passen Sie Spalten und Aufgaben an Ihr eigenes Projekt an und besprechen Sie den Entwurf mit allen Beteiligten, bevor Sie ihn verbindlich machen. So wird die Matrix zur gemeinsamen Referenz für das gesamte Projektteam.

Unterschiede und Ergänzungen zur RACI-Matrix

Die RACI- und die RASCI-Matrix folgen in der Anwendung demselben Prinzip. Der Unterschied zwischen den beiden Konzepten besteht darin, dass bei RASCI zusätzlich eine unterstützende Rolle vorhanden ist. Jemand, der diese Funktion innehat, kann den Verantwortlichen einer Aufgabe unterstützen oder sogar ersetzen. Die Support-Rolle ist damit aktiver als die Rolle „Consulted“, die lediglich berät.

Beide Konzepte helfen dabei, verwaiste oder nicht zugeteilte Aktivitäten zu erkennen. Zudem kann man damit feststellen, ob bestimmte Aufgaben doppelt zugewiesen sind (was in bestimmten Fällen berechtigt sein kann) oder ob ungerechtfertigterweise zu viele Personen zu informieren oder beratend hinzuzuziehen sind.

Mit diesem Ansatz können Sie auch die Arbeitsbelastung pro Funktionsträger analysieren. Auf diese Weise lösen Sie Konflikte, die auf missverständlichen Arbeitszuweisungen oder nicht zugewiesenen Tätigkeiten basieren.

Vorteile der RASCI-Matrix

Die RASCI-Matrix vermittelt einen umfassenden Überblick über Aufgaben, Interaktionen und Kommunikationsflüsse. In vielen Unternehmen häufen sich Fehler, da wichtige Arbeiten vergessen werden oder mehrere Personen dieselbe Tätigkeit ausüben. Mit der Matrix können Sie solche Planungsfehler vermeiden.

Ebenso wie das RACI-Diagramm bietet die RASCI-Matrix Vorteile wie eine bessere Übersicht über Projekte und Zusammenhänge. Die Tatsache, dass jedes Teammitglied seine Funktion und seinen Verantwortungsbereich genau kennt, vermeidet Durcheinander und Missverständnisse. So verbessert dieser Ansatz die Zusammenarbeit und trägt zu einem harmonischeren Betriebsklima bei.

Das RASCI-Diagramm dient außerdem dazu, Prozesse effizienter zu machen. Durch die Zuteilung von Rollen und Zuständigkeiten weiß jeder Akteur, was er zu tun hat. Das vereinfacht die Ausführung der Aufgaben, Projekte schreiten schneller voran, die Kommunikation wird effizienter und die Teammitglieder sind engagierter. Alle diese Faktoren sind für das Unternehmenswachstum wichtig.

Integrieren Sie die RASCI-Matrix in das Projektmanagement

Wenn Sie die RASCI-Matrix erfolgreich für das Projektmanagement einsetzen wollen, müssen Sie schrittweise vorgehen. Klären Sie als Erstes, welche Personen beteiligt sind, und tragen Sie diese in die Kopfzeile der Matrix ein. Erfassen Sie dann alle Aufgaben auf der linken Seite des Diagramms. Je nach Umfang des Projekts können Sie übergeordnete Aufgaben definieren, die in mehrere Unteraufgaben gegliedert sind. Füllen Sie anschließend alle Zellen der Matrix aus, indem Sie den entsprechenden Buchstaben des Akronyms eintragen. Sie können auch Farbcodes zuordnen, um den Überblick zu vereinfachen.

Beachten Sie, dass es für jede Aufgabe oder Unteraufgabe genau eine Person mit der Rolle „Accountable“ geben darf, während mehrere Personen ausführen (R) oder unterstützen (S) können.

Für ein erfolgreiches Projekt sollten Sie nicht mehr Personen als nötig dieselbe Funktion zuweisen. Dadurch vermeiden Sie, dass die Erledigung von Aufgaben mehr Zeit in Anspruch nimmt oder dass bestimmte Arbeiten doppelt ausgeführt werden. Das Ergebnis: Die gesamte Abwicklung wird effizienter.

Mögliche Probleme im Zusammenhang mit der RASCI-Matrix und Lösungsansätze

Obwohl die RASCI-Matrix ein einfacher Ansatz ist, kann es sein, dass manche Mitarbeiter Verständnisprobleme haben. Die Umsetzung kann sich daher als echte Herausforderung erweisen, vor allem, wenn bestimmte Teammitglieder die Vorteile des Konzeptes nicht kennen. In großen Teams, in denen sich Zuständigkeiten oft überschneiden, kann die Zuteilung der Rollen schwierig sein.

In Organisationen, die ansonsten sehr dynamisch agieren und in denen sich Rollen und Verantwortungsbereiche rasch ändern, kann der RASCI-Ansatz auch zu einer gewissen Starrheit führen. Eine weitere Herausforderung im Zusammenhang mit der Matrix liegt in ihrem Konfliktpotenzial. Wird die Matrix nicht konsequent umgesetzt, kann es zu Konflikten innerhalb des Teams kommen, da sich bestimmte Mitglieder vielleicht an den Rand gedrängt fühlen oder ihre Funktion nicht richtig verstehen.

Damit dieses Konzept effizient umgesetzt werden kann, ist es daher wichtig, dass sich das ganze Team dafür engagiert. Im Übrigen ist es für einen optimalen Projektfortschritt unerlässlich, die Informationen regelmäßig zu aktualisieren.

Typische Fehler in der RASCI-Matrix und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme lassen sich schon beim Erstellen der Matrix erkennen. Prüfen Sie jede Zeile und jede Spalte auf diese Fehler:

  • Mehrere „A“ in einer Zeile: Wenn mehrere Personen rechenschaftspflichtig sind, ist unklar, wer entscheidet. Legen Sie genau eine Person fest.
  • Kein „R“ in einer Zeile: Ohne ausführende Person bleibt die Aufgabe liegen.
  • „S“ und „R“ verwechselt: Wer unterstützt, liefert zu, verantwortet aber nicht das Ergebnis. Wer die Arbeit hauptsächlich erledigt, erhält ein „R“.
  • Zu viele „C“ und „I“: Wer bei jeder Aufgabe konsultiert oder informiert wird, verlangsamt Entscheidungen. Beschränken Sie diese Rollen auf die Personen, deren Beitrag wirklich nötig ist.
  • Überlastete Spalten: Eine Person mit vielen „R“ und „A“ wird schnell zum Engpass. Verteilen Sie die Aufgaben neu oder ziehen Sie Unterstützung hinzu.
  • Veraltete Matrix: Ändern sich Rollen im Projekt, muss auch die Matrix angepasst werden.

Eine gemeinsame Prüfung im Team vor dem Projektstart erspart später viele Rückfragen und Konflikte.

Fazit

Die RASCI-Matrix ist ein einfacher Ansatz, der sich dafür eignet, Projekte so zu organisieren, dass jedes Teammitglied seine Aufgaben und Verantwortungsbereiche genau kennt. Für ein optimales Ergebnis muss das Prinzip klar sein und entsprechend dem Unternehmenskontext eingesetzt werden. Der Nutzen muss einfach und klar aufgezeigt werden, damit alle Mitarbeiter das Konzept verstehen und anwenden.

Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es ratsam, neue Zuständigkeiten im Projektverlauf nur bewusst zu ergänzen und die Matrix danach sofort zu aktualisieren. Das Beste ist, ein Projekt so einfach wie möglich anzugehen und es nicht unnötig zu verkomplizieren.

Für jede Aufgabe sollte genau eine Person die Entscheidung verantworten. Eine gute und reibungslose Kommunikation ist die beste Voraussetzung dafür, dass alle Beteiligten über den Projektfortschritt auf dem Laufenden sind.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet das „S“ in der RASCI-Matrix?

Das „S“ steht für Support, teilweise auch „Supportive“. Gemeint sind Personen oder Teams, die die ausführende Person (Responsible) aktiv unterstützen, zum Beispiel mit Zuarbeit, Fachwissen oder Ressourcen. Anders als die Rolle „Consulted“ beraten sie nicht nur, sondern arbeiten mit. Die Verantwortung für das Ergebnis tragen sie jedoch nicht.

Darf eine Aufgabe in der RASCI-Matrix mehrere „Responsible“ haben?

Ja. In der RASCI-Matrix können mehrere Personen eine Aufgabe ausführen und damit die Rolle „Responsible“ erhalten. Viele Teams legen dennoch eine federführende Person fest, damit die Koordination klar ist. Die Rolle „Accountable“ dagegen darf pro Aufgabe nur genau eine Person innehaben, denn sie trifft die Entscheidung und nimmt das Ergebnis ab.

Mit welchem Tool erstellt man eine RASCI-Matrix?

Für kleine Projekte genügt eine Tabellenkalkulation wie Excel: Aufgaben in die Zeilen, Beteiligte in die Spalten, Buchstaben in die Zellen. In größeren Projekten bieten sich Projektmanagement-Tools an, in denen die Matrix mit Aufgaben und Terminen verknüpft ist. Eine Auswahl geeigneter Werkzeuge finden Sie in unserem Beitrag zum RACI-Diagramm.

Wann sollte man RASCI statt RACI verwenden?

Die RASCI-Matrix lohnt sich, wenn viele Personen an Aufgaben mitarbeiten, ohne sie zu verantworten, etwa Key-User, externe Dienstleister oder Fachabteilungen. Für kleine Teams mit klaren Zuständigkeiten reicht meist die schlankere RACI-Matrix. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Beitrag RACI vs. RASCI.

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