E-Training: E-Learning-Schulungen im Unternehmen planen und erstellen

E-Training im Unternehmen: Vorteile, gängige Formate und wie Sie ein E-Learning-Training Schritt für Schritt erstellen – auch für Software-Schulungen.

Von Marielle Gantenberg
9 Min. Lesezeit

E-Training, auch E-Learning-Training genannt, bezeichnet Schulungen, deren Inhalte über digitale Medien vermittelt werden, etwa über eine Lernplattform, interaktive Lernmodule oder ein virtuelles Klassenzimmer. Unternehmen nutzen es, um Mitarbeitende orts- und zeitunabhängig weiterzubilden, zum Beispiel zu neuen Prozessen, Pflichtthemen oder Unternehmenssoftware. Dieser Leitfaden zeigt Vorteile, gängige Formate und wie Sie ein E-Learning-Training Schritt für Schritt erstellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Training (E-Learning-Training) vermittelt Lerninhalte über digitale Medien und ermöglicht Lernen im eigenen Tempo, unabhängig von Ort und Zeit.
  • Zu den Vorteilen zählen Flexibilität, geringere Reise- und Raumkosten und die Möglichkeit, Lernfortschritte über ein Learning Management System (LMS) zu verfolgen.
  • Ein E-Learning-Training entsteht in klaren Schritten: Lernziele festlegen, Inhalte gliedern, Plattform und Formate wählen, mit einer Testgruppe prüfen, veröffentlichen und anhand von Kennzahlen verbessern.
  • Bei Software-Schulungen sollte E-Learning eigenes Üben ermöglichen, etwa mit Simulationen, und durch Hilfen direkt in der Anwendung ergänzt werden.

Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt sind E-Learning-Trainings immer beliebter geworden. Viele Unternehmen setzen heute Online-Schulungen anstelle von Präsenztrainings oder ergänzend dazu ein. Der Trend erklärt sich auch dadurch, dass E-Learning viele Vorteile für die Lernenden hat. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein gutes E-Learning-Training ausmacht und wie Sie es erstellen.

Was versteht man unter E-Learning?

E-Learning bezeichnet Lernen mit digitalen Medien: Der Lehrstoff wird mithilfe elektronischer Hilfsmittel (Computer, Smartphone, Tablet) vermittelt, meist über das Internet oder das Firmennetzwerk. Möglich wurde E-Learning durch die Informations- und Kommunikationstechnik, vor allem durch Computer und Internet.

Im Umfeld von E-Learning begegnen Ihnen auch verwandte Begriffe wie:

  • Digital Learning
  • Virtuelles Lernen (Virtual Learning)
  • Onlinelernen

Das E-Learning-Training bietet den großen Vorteil, dass Lernende dabei den Lehrstoff in ihrem eigenen Tempo verarbeiten können. Diese Art des Lernens ist für die unterschiedlichsten Wissensgebiete geeignet. Der Stoff wird dabei meist im Rahmen von Trainingseinheiten oder -modulen vermittelt.

Ist ein Modul absolviert, legt der Lernende in der Regel einen Test ab (oft in Form von Multiple-Choice-Fragen). Besteht er den Test, erhält er eine Bescheinigung oder einen Fähigkeitsnachweis. Vor allem die berufliche Weiterbildung hat sich durch E-Learning stark verändert. Neben Schulungszentren nutzen heute auch Unternehmen diese Art des Lernens, um ihren Mitarbeitern neue Qualifikationen zu vermitteln.

Die Vorteile von E-Learning

Es gibt viele Vorteile, die Unternehmen dazu bewegen, E-Learning-Trainings zu organisieren. Ein wichtiges Argument ist dabei die Flexibilität: Die Mitarbeiter können in ihrem eigenen Tempo lernen, wo und wann sie möchten, und sind weder zeit- noch ortsgebunden. Gerade diese Flexibilität gibt bei vielen Unternehmen den Ausschlag. Zudem lässt sich ein E-Learning-Training personalisieren. Der Lehrstoff wird in Module untergliedert, sodass man für die Lernenden maßgeschneiderte Weiterbildungsprogramme erstellen kann.

Die niedrigeren Fortbildungskosten im Vergleich zu Präsenzschulungen sind ein weiteres Argument, das für das E-Learning-Training spricht. Organisiert ein Unternehmen Online-Schulungen, entfallen Kosten für Raummiete und Reisen weitgehend, und Referenten müssen nicht für jeden Termin neu gebucht werden. Zudem lassen sich mit einem einmal erstellten Kurs sehr viele Lernende schulen. Das senkt die Kosten je Teilnehmer, gerade bei großen Zielgruppen.

E-Learning macht dynamische Fortbildungsinhalte möglich, die sich an die Präferenzen der verschiedenen Mitarbeiter anpassen lassen. Die Lernenden sind heute in der Regel mit den neuen Technologien bereits vertraut, sodass betriebliche Schulungen über solche Medien an Attraktivität gewinnen. Die Lerninhalte sind online verfügbar und werden mit einem Computer, einem Tablet oder einem Smartphone abgerufen. Mit einem LMS (Learning Management System) können Evaluationen vorgenommen und der Fortschritt der Lernenden überprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen E-Learning und Digital Learning?

Die Begriffe E-Learning und Digital Learning werden oft gleichbedeutend verwendet; eine verbindliche Abgrenzung gibt es nicht. Wer sie unterscheidet, sieht Unterschiede vor allem bei:

  • dem pädagogischen Ansatz,
  • der eingesetzten Technologie,
  • den Inhalten,
  • der Flexibilität.

In dieser Lesart ist E-Learning im Wesentlichen auf eine strukturierte, lineare Vermittlung von Wissen ausgerichtet, während bei Digital Learning die aktive Mitarbeit des Lernenden durch Interaktionen und immersive Erfahrungen stärker gefordert ist. Während E-Learning meist auf eigens eingerichteten Plattformen stattfindet, nutzt Digital Learning ein breites Spektrum an technologischen Hilfsmitteln wie sozialen Netzwerken, virtueller Realität und mobilen Apps.

Beim E-Learning werden die Inhalte im Allgemeinen durch standardisierte Lernmodule vermittelt. Digital Learning setzt dagegen auf verschiedenste Formate (interaktive Videos, Simulationen, Serious Games usw.). Gemeinsam ist E-Learning und Digital Learning jedoch die Flexibilität. In beiden Fällen ist der Zugang zu den Lerninhalten zeit- und ortsunabhängig und damit äußerst flexibel, wobei der Lernende beim Digital Learning tiefer in eine virtuelle Umgebung eintauchen kann.

Welche E-Learning-Formate gibt es?

Ein E-Learning-Training kann aus sehr unterschiedlichen Formaten bestehen. Welche Sie wählen, hängt von Lernziel, Zielgruppe und Budget ab:

  • Web-based Training (WBT): interaktive Lernmodule, die im Browser oder über ein LMS bearbeitet werden, meist mit Wissensfragen am Ende.
  • Microlearning: kurze Lerneinheiten von wenigen Minuten, die sich gut in den Arbeitsalltag einbauen lassen.
  • Lernvideos und Screencasts: anschaulich für Abläufe und Software-Funktionen, müssen aber bei jeder Änderung neu produziert werden.
  • Software-Simulationen: Nachbildungen einer Anwendung, in denen Lernende Arbeitsschritte gefahrlos üben.
  • Virtuelles Klassenzimmer: Live-Schulungen per Videokonferenz mit Trainerin oder Trainer, Fragerunden und Gruppenarbeit.
  • Blended Learning: die Kombination aus digitalen Einheiten und Präsenzterminen.

Damit Lernmodule aus unterschiedlichen Autorenwerkzeugen auf Ihrer Lernplattform laufen und Ergebnisse zurückmelden, sollten sie einem technischen Standard folgen. Verbreitet ist SCORM, das die Advanced Distributed Learning Initiative (ADL) im Jahr 2000 erstmals veröffentlichte. Für neue Vorhaben empfiehlt die ADL inzwischen die Nachfolgestandards xAPI und cmi5, die auch Lernaktivitäten außerhalb klassischer Browserkurse erfassen (ADL Initiative, SCORM).

Grundlegende Funktionen einer E-Learning-Plattform

Eine E-Learning-Plattform ist eine Software, mit der E-Learning-Trainings bereitgestellt, verwaltet und ausgewertet werden. Sie bietet in der Regel Funktionen wie interaktive Kurse, Quizfragen, Tests oder Diskussionsforen, die helfen, das vermittelte Wissen zu festigen. In die Entscheidung für eine E-Learning-Plattform sollten verschiedene grundlegende Aspekte einfließen: Schulungsziele, Art der Inhalte, Benutzerfreundlichkeit usw.

Bestimmen Sie zunächst die Lernziele und leiten Sie daraus die wesentlichen Funktionen ab. Eine gute E-Learning-Plattform sollte eine intuitive und ergonomische Benutzeroberfläche besitzen, damit der Lernprozess reibungslos ablaufen kann. Es muss sichergestellt sein, dass sie mit Mobilgeräten kompatibel ist und mehrere Inhaltsformate (PDF-Dokumente, Videos, interaktive Module usw.) verarbeiten kann.

Multimediainhalte müssen sich effizient verwalten lassen, und es sollten Funktionen integriert sein, um den Lernfortschritt zu verfolgen und zu überprüfen. Das hilft dabei, die Wirksamkeit der Schulung zu bewerten. Bei Problemen sollte zudem ein verlässlicher technischer Support zur Verfügung stehen. Natürlich hat ein E-Learning-Training auch seine Grenzen, vor allem wenn praktische Fertigkeiten wie die Bedienung einer Software vermittelt werden sollen.

So erstellen Sie Ihr erstes E-Learning-Training

Um ein E-Learning-Training zu konzipieren, sollten Sie in mehreren Schritten vorgehen. Legen Sie zunächst die Ziele Ihrer Fortbildung eindeutig fest. Wenn Sie diese Ziele bestimmen, orientieren Sie sich sowohl an den Anforderungen des Unternehmens als auch an denen der Lernenden. Generell gilt, dass ein E-Learning-Modul umso motivierender ist, je mehr es den Erwartungen der Mitarbeiter entspricht.

Legen Sie dann den Aufbau des E-Learning-Trainings fest. Gliedern Sie dafür den Fortbildungsinhalt in mehrere Einheiten und Aktivitäten, die die Lernenden nacheinander absolvieren. Die Module sollten einfach und strukturiert aufgebaut sein, der Lehrstoff mit attraktiven Schulungsmaterialien vermittelt werden. Das E-Learning-Training sollte sowohl theoretische als auch praktische Einheiten beinhalten.

Die Qualität eines E-Learning-Trainings hängt auch von der gewählten Technologie ab. Wählen Sie eine E-Learning-Plattform, die auf die Schulungsinhalte und die Zielgruppe abgestimmt ist. Integrieren Sie Wissensfragen und Übungen, um das Gelernte zu festigen. Der vorletzte Schritt – den Sie allerdings nicht überspringen sollten – ist der Test des E-Learning-Trainings. Bilden Sie eine Testgruppe und bitten Sie deren Mitglieder um ihre Meinung, bevor Sie die Schulung für alle Mitarbeitenden freigeben. Wie beurteilen die Testpersonen den didaktischen Aufbau? Finden sie das Training motivierend? Haben sie Änderungsvorschläge?

Diese Testphase ist dazu da, inhaltliche und technische Fehler sowie Verständnishürden zu erkennen und zu beseitigen. Ist das Training dann fertiggestellt, können Sie es auf der E-Learning-Plattform veröffentlichen. Bewerten Sie zum Schluss die Wirksamkeit des E-Learning-Trainings anhand passender Leistungsindikatoren. Untersuchen Sie beispielsweise die Beteiligungsquote der Lernenden, die Behaltensleistung nach einigen Wochen, die Bestehensquote der Tests usw. Mit diesen Informationen können Sie die Module kontinuierlich verbessern und so das E-Learning-Training langfristig optimieren.

E-Learning für Software-Schulungen: Worauf kommt es an?

Bei der Einführung von ERP-, CRM- oder HR-Systemen ist E-Learning oft das Mittel der Wahl, um viele Anwenderinnen und Anwender in kurzer Zeit zu schulen. Software-Schulungen haben jedoch eine Besonderheit: Wer einen Ablauf nur gesehen, aber nicht selbst ausgeführt hat, kann ihn am Arbeitsplatz oft nicht sicher wiederholen. Liegen zwischen Schulung und Systemstart mehrere Wochen, ist zudem ein Teil des Gelernten wieder vergessen, wie die Vergessenskurve nach Ebbinghaus zeigt.

Bewährt haben sich deshalb drei Grundsätze:

  • Üben statt zuschauen: In Simulationen der Anwendung führen Lernende die wichtigsten Vorgänge selbst aus, ohne Daten im Produktivsystem zu verändern.
  • Zeitnah schulen: Planen Sie die Trainings möglichst kurz vor dem Go-live und halten Sie kurze Auffrischungseinheiten bereit.
  • Hilfe im Arbeitsfluss: Nach dem Start unterstützen interaktive Anleitungen direkt in der Software die Anwender genau dann, wenn sie eine Aufgabe erledigen.

Mit K-STUDIO erstellen Sie zum Beispiel solche Software-Simulationen auf Basis Ihrer eigenen Anwendungen.

Häufig gestellte Fragen

Ist E-Training dasselbe wie E-Learning?

Im Unternehmen werden E-Training, E-Learning-Training und E-Learning-Schulung meist gleichbedeutend verwendet. Gemeint sind Schulungen, deren Inhalte über digitale Medien vermittelt werden, etwa über eine Lernplattform, interaktive Lernmodule, Lernvideos oder ein virtuelles Klassenzimmer. E-Learning ist der Oberbegriff für digital gestütztes Lernen, E-Training betont eher den Trainingscharakter, also konkrete, auf Lernziele ausgerichtete Schulungsmaßnahmen.

Was sind die Vor- und Nachteile von E-Learning?

E-Learning bietet zeitliche und räumliche Flexibilität, ein individuelles Lerntempo, geringere Reise- und Raumkosten und eine einfache Erfolgskontrolle über ein LMS. Dem stehen Nachteile gegenüber: Selbstlernen erfordert Disziplin, der direkte Austausch mit Trainern und Kollegen fehlt oft, und gute interaktive Inhalte sind aufwendig in der Erstellung. Praktische Fertigkeiten wie die Bedienung einer Software lassen sich nur mit Übungsanteilen wirksam vermitteln.

Welche Inhalte eignen sich für E-Learning?

Für E-Learning eignen sich vor allem Inhalte, die für viele Mitarbeitende gleich sind und sich klar strukturieren lassen: Pflichtschulungen wie Datenschutz, Produktwissen, Prozesse und die Bedienung von Unternehmenssoftware. Weniger geeignet sind Themen, bei denen persönliches Feedback und Austausch im Mittelpunkt stehen, etwa Führungs- oder Verhandlungstrainings. Hier ist Blended Learning, also die Kombination aus digitalen Einheiten und Präsenzterminen, meist die bessere Wahl.

Wie misst man den Erfolg eines E-Learning-Trainings?

Ein gängiger Rahmen ist das Kirkpatrick-Modell mit vier Ebenen: Reaktion (Wie zufrieden sind die Teilnehmenden?), Lernen (Was haben sie gelernt, etwa gemessen durch Tests?), Verhalten (Wenden sie das Gelernte am Arbeitsplatz an?) und Ergebnisse (Wie wirkt sich das auf Kennzahlen wie Fehlerquoten oder Bearbeitungszeiten aus?). Ein LMS liefert vor allem Daten zu den ersten beiden Ebenen; für die übrigen brauchen Sie Daten aus dem Arbeitsalltag.

Wie viel kostet ein E-Learning?

Die Kosten eines E-Learnings hängen vor allem von Umfang, Interaktivität und Produktionsweise ab. Ein einfaches Modul mit Texten, Bildern und Wissensfragen ist deutlich günstiger als ein Kurs mit Videos, Simulationen oder verzweigten Szenarien. Hinzu kommen Lizenzen für Autorenwerkzeug und Lernplattform sowie der Aufwand für Pflege und Aktualisierung. Belastbare Werte erhalten Sie, wenn Sie für ein klar umrissenes Modul Angebote mehrerer Anbieter vergleichen.

DIGITALE ADOPTION

Fördern Sie die Nutzung Ihrer Business-Anwendungen

Entdecken Sie, wie Knowmore Ihre Mitarbeitenden direkt in ihren Anwendungen unterstützt.

Demo anfordern