Der Deming-Kreis, auch PDCA-Zyklus oder Demingkreis genannt, ist ein Modell der kontinuierlichen Verbesserung in vier Phasen: Plan (planen), Do (umsetzen), Check (überprüfen) und Act (handeln). Er geht auf den Shewhart-Zyklus von Walter A. Shewhart (1939) zurück. W. Edwards Deming stellte ihn 1950 in Japan vor, wo er als „Deming-Rad“ bekannt und später zum PDCA-Zyklus weiterentwickelt wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Deming-Kreis (PDCA-Zyklus) ist ein Modell der kontinuierlichen Verbesserung mit den vier Phasen Plan, Do, Check und Act.
- Er geht auf den Shewhart-Zyklus von 1939 zurück; W. Edwards Deming stellte ihn 1950 in Japan vor, japanische Führungskräfte formulierten daraus den PDCA-Zyklus.
- Deming selbst lehnte die Bezeichnung PDCA später ab und sprach vom PDSA-Zyklus (Plan, Do, Study, Act), um das Lernen aus den Ergebnissen zu betonen.
- Der Zyklus hat kein festes Ende: Bewährte Lösungen werden zum Standard, danach beginnt ein neuer Durchlauf.
Der Deming-Kreis: Wo liegt der Nutzen?
Mit dem Deming-Kreis kann man die Arbeit innerhalb einer Organisation optimieren und die Mitarbeiter in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess begleiten. Er hilft Teamleitern und Managern, die Abläufe im Unternehmen zu perfektionieren. Ziel des PDCA-Zyklus ist es, vorhandenes Wissen systematisch zu nutzen und Verbesserungen dauerhaft zu sichern. Wir empfehlen Ihnen diese praktische und einfach umzusetzende Methode als Hilfsmittel für erfolgreiches Unternehmensmanagement.
Mit dem Demingkreis können Teams in Unternehmen auf der Basis des vorhandenen Know-hows kontinuierlich Verbesserungen durchführen. Für die Umsetzung müssen die Teams allerdings Hartnäckigkeit und Engagement zeigen. Ausgangspunkt ist ein konkreter Ist-Zustand, der schrittweise verbessert wird. Das erklärt, warum die Mitarbeiter geduldig, hartnäckig, entschlossen und organisiert vorgehen müssen.
Der Deming-Kreis kann im Übrigen genutzt werden, um einen bestimmten Prozess, eine Tätigkeit, eine Vorgehensweise, eine Marketingstrategie oder ein Produkt zu optimieren. So lässt sich zum Beispiel verbessern, wie ein Unternehmen neue Projekte angeht. Unternehmen können mit der PDCA-Methode ihre Produktivität schrittweise steigern.
Der Deming-Kreis besteht aus den vier Phasen Plan (Planen), Do (Durchführen), Check (Überprüfen) und Act (Handeln). Die Phasen müssen zwingend in der vorgegebenen Reihenfolge durchlaufen werden. Wird einer der Schritte übersprungen, erhält man möglicherweise kein überzeugendes Ergebnis. Anschließend wird der Zyklus erneut durchlaufen – kontinuierliche Verbesserung hat kein festes Ende.
Wer hat den PDCA-Zyklus erfunden? Von Shewhart über Deming zu PDSA
Der Deming-Kreis trägt zwar Demings Namen, seine Wurzeln liegen aber bei Walter A. Shewhart. Die wichtigsten Stationen im Überblick:
- 1939 – Shewhart-Zyklus: In „Statistical Method from the Viewpoint of Quality Control“ beschrieb Shewhart Spezifikation, Produktion und Prüfung als Schritte, die im Kreis statt in einer geraden Linie verlaufen.
- 1950 – Deming-Rad: Bei einem Seminar der Vereinigung japanischer Wissenschaftler und Ingenieure (JUSE) stellte W. Edwards Deming einen vierstufigen Kreislauf aus Entwurf, Produktion, Verkauf und Neugestaltung auf Basis von Marktforschung vor. In Japan wurde er als „Deming-Rad“ bekannt.
- Ab 1951 – PDCA: Japanische Führungskräfte übertrugen das Deming-Rad auf Managementaufgaben und formulierten daraus Plan, Do, Check, Act. Wer die PDCA-Fassung genau geprägt hat, ist nicht belegt.
- 1986 bis 1993 – PDSA: Deming griff in „Out of the Crisis“ (1986) wieder auf den Shewhart-Zyklus zurück und bezeichnete ihn in „The New Economics“ (1993) als PDSA-Zyklus (Plan, Do, Study, Act). Die Bezeichnung PDCA lehnte er ausdrücklich ab.
Der Unterschied ist mehr als Wortklauberei: „Study“ betont, dass Ergebnisse nicht nur kontrolliert, sondern ausgewertet werden, um daraus zu lernen. Eine ausführliche Darstellung bietet der Aufsatz von Ronald Moen zur Geschichte des PDSA-Zyklus. Im Change-Management zählt der Deming-Kreis zu den bekannten Methoden für Veränderungsmanagement.
Phase 1: Planen
Die Phase „Plan“ des PDCA-Zyklus entspricht der Planung. Sie gilt zwar nur als vorbereitender Schritt, ist aber von grundlegender Bedeutung. Insofern darf man sie nicht auslassen, wenn man seine Organisation erfolgreich kontinuierlich verbessern möchte.
In dieser Phase des Deming-Kreises analysieren Sie einerseits den Ist-Zustand und identifizieren die Probleme des bestehenden Prozesses. Andererseits bewerten Sie die bestehenden Tätigkeiten und planen die erforderlichen Maßnahmen.
In dieser Evaluationsphase überprüfen Sie, welche Abteilungen einen Bezug zum einzuführenden Projekt oder Prozess haben und welche Aufgaben betroffen sind. Dafür können Sie die 5-Why-Methode („Fünfmal Warum“) oder das Ishikawa-Diagramm (oder Ursache-Wirkungs-Diagramm) nutzen.
Als Nächstes bestimmen Sie die Lösungsmöglichkeiten, die am besten zur Umsetzung des Projektes geeignet sind. Am Ende der Planungsphase legen Sie fest, mit welcher Methode Sie das angestrebte Ziel am besten erreichen.
Phase 2: Durchführen
In der Phase „Do“ der PDCA-Methode führen Sie die in der Planungsphase festgelegten Aktivitäten aus. Die Lösungsmöglichkeiten, die Sie in der ersten Phase des Deming-Kreises definiert haben, werden nun zunächst in kleinem Rahmen erprobt, etwa in einem Pilotbereich. Legen Sie fest, welche Maßnahmen jeder der beteiligten Akteure umsetzen muss, damit Sie das gesteckte Ziel erreichen. Kommunizieren Sie klar, welches Ergebnis Sie am Ende dieser Phase des PDCA-Zyklus erwarten.
Legen Sie für jede der Lösungsmöglichkeiten einen Zeitplan fest, und überprüfen Sie regelmäßig, ob dieser eingehalten wird. Selbstverständlich müssen Sie sich vergewissern, ob für die Ausführung der Maßnahmen die entsprechenden Ressourcen vorhanden sind. Es ist entscheidend, dass Sie erkennen und festhalten, welche Probleme aufgetreten sind und welche Anpassungen Sie gegebenenfalls vorgenommen haben. Untersuchen Sie die Ursachen dieser Probleme, um zu erkennen, wo Ansatzpunkte für Verbesserungen liegen.
Wenn Sie Ihre Ziele erreicht haben, sind Sie am Ende dieser Phase angelangt. Die Phase kann ebenfalls durch die Feststellung beendet werden, dass eine bestimmte Maßnahme letzten Endes nicht oder nicht im vorgesehenen Zeitrahmen realisierbar ist.
Phase 3: Überprüfen
In der dritten Phase („Check“) der PDCA-Methode werden die bis zu diesem Zeitpunkt erprobten Vorgehensweisen und die verwendeten Hilfsmittel überprüft. Sie ist unverzichtbar, um ein kontinuierliches Optimierungssystem in die Praxis umzusetzen.
In diesem Schritt des PDCA-Zyklus bestimmen Sie, ob und gegebenenfalls wie sehr die erzielten Erfolge vom gewünschten Ergebnis abweichen. Die Auswirkung von allem, was Sie in der Planungsphase festgelegt haben, wird in dieser Phase überprüft.
Phase 4: Handeln
Im letzten Schritt („Act“) analysieren Sie die in den vorherigen Phasen erzielten Ergebnisse. Ist das Ergebnis positiv, wird die getestete Lösung zum neuen Standard und im gesamten Bereich eingeführt. Ist es negativ, müssen Sie einen Plan zur Verbesserung entwickeln. Auf jeden Fall sollten Sie die verschiedenen Phasen der PDCA-Methode immer wieder durchlaufen, um Ihre Prozesse kontinuierlich zu verbessern.
PDCA-Zyklus: ein Beispiel aus einer Software-Einführung
Wie der Deming-Kreis in der Praxis funktioniert, zeigt ein typisches Szenario: Nach der Einführung eines neuen ERP-Systems häufen sich im Einkauf Fehler bei der Erfassung von Bestellungen.
- Plan: Das Team wertet die Supportanfragen aus, ermittelt mit der 5-Why-Methode die Ursachen (etwa unklare Pflichtfelder) und legt ein messbares Ziel fest, zum Beispiel 30 % weniger fehlerhafte Bestellungen im nächsten Quartal. Als Maßnahme plant es kurze Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt in der Anwendung.
- Do: Die Anleitungen werden zunächst nur an einem Standort eingeführt.
- Check: Nach einigen Wochen vergleicht das Team Fehlerquote und Supporttickets des Pilotstandorts mit denen der übrigen Standorte.
- Act: Hat sich die Maßnahme bewährt, wird sie für alle Standorte übernommen und in den Standardarbeitsanweisungen (SOP) festgehalten. Wenn nicht, beginnt ein neuer Durchlauf mit angepasstem Plan.
Gerade bei Software-Einführungen hilft der PDCA-Zyklus, Schulung und Anwenderunterstützung schrittweise zu verbessern. Kennzahlen zur tatsächlichen Nutzung, wie sie etwa Adoption-Analytics-Tools liefern, machen die Check-Phase objektiver als reine Umfragen.
Häufig gestellte Fragen
Wofür steht die Abkürzung PDCA?
PDCA steht für Plan, Do, Check, Act, auf Deutsch Planen, Umsetzen, Überprüfen und Handeln. Die vier Buchstaben bezeichnen die Phasen des Deming-Kreises, die nacheinander durchlaufen und anschließend wiederholt werden. In der Variante PDSA, die W. Edwards Deming selbst bevorzugte, ersetzt „Study“ (Auswerten) die Phase „Check“, um das Lernen aus den Ergebnissen stärker zu betonen.
Sind KVP und PDCA das Gleiche?
Nein. KVP, der kontinuierliche Verbesserungsprozess, beschreibt eine Grundhaltung: Ein Unternehmen verbessert Prozesse, Produkte und Dienstleistungen dauerhaft in kleinen Schritten. Der PDCA-Zyklus ist die Methode, mit der sich jede einzelne Verbesserung strukturiert planen, testen, bewerten und verankern lässt. KVP beschreibt also das Ziel, der Deming-Kreis den wiederkehrenden Ablauf, mit dem es erreicht wird.
Wann wendet man den PDCA-Zyklus an?
Der PDCA-Zyklus eignet sich überall dort, wo ein Prozess schrittweise verbessert werden soll und sich der Erfolg messen lässt: im Qualitätsmanagement und in der Produktion, in der IT, im Projektmanagement oder bei der Einführung neuer Software. Besonders nützlich ist er, wenn die beste Lösung noch nicht feststeht und Maßnahmen zuerst in kleinem Rahmen getestet werden sollen.
Was ist der Unterschied zwischen PDCA und PDSA?
Beide Zyklen umfassen vier Phasen und gehen auf Walter A. Shewhart zurück. Beim PDCA-Zyklus heißt die dritte Phase „Check“ (Überprüfen), beim PDSA-Zyklus „Study“ (Auswerten). W. Edwards Deming bevorzugte PDSA, weil es nicht nur um die Kontrolle von Ergebnissen geht, sondern darum, aus ihnen zu lernen und Annahmen zu überprüfen. In der Praxis werden beide Begriffe oft gleichbedeutend verwendet.
Wie oft durchläuft man den Deming-Kreis?
Der Deming-Kreis hat kein festes Ende. Nach der Phase „Act“ wird das verbesserte Ergebnis zum neuen Standard, und der nächste Durchlauf beginnt mit einer erneuten Planung. Wie lange ein Zyklus dauert, hängt vom Thema ab: Eine Prozessanpassung im Team lässt sich oft in wenigen Wochen testen, größere Verbesserungsvorhaben brauchen mehrere Monate.