Digital Learning (digitales Lernen) bezeichnet alle Formen des Lernens, bei denen digitale Technologien Inhalte vermitteln, Lernprozesse steuern oder Lernende unterstützen – von Onlinekursen über Lernplattformen bis zu interaktiven Anleitungen direkt in der Software. Im Unternehmen dient Digital Learning vor allem dazu, Mitarbeitende flexibel weiterzubilden und sicher im Umgang mit ihren Anwendungen zu machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Digital Learning umfasst alle Lernformen, die digitale Technologien nutzen, und ist damit weiter gefasst als E-Learning im Sinne reiner Onlinekurse.
- Für die Mitarbeiterschulung kommen vor allem vier Werkzeuge infrage: Digital Adoption Platform (DAP), Learning Management System (LMS), E-Learning-Plattform und Learning Experience Platform (LXP).
- Eine DAP schult direkt in der Anwendung, ein LMS steuert und verwaltet das gesamte Weiterbildungsangebot, eine LXP personalisiert Lerninhalte nach den Interessen der Lernenden.
- Laut Bitkom bilden 73 % der Unternehmen in Deutschland ihre Beschäftigten zu Digitalthemen weiter, aber nur 11 % erreichen damit alle oder fast alle Mitarbeitenden.
Digital Workplace, HRIS-Software, ERP-System, Einkaufssoftware, CRM-System, interne Tools: Die Anzahl digitaler Hilfsmittel in Unternehmen steigt stetig an. Doch wie gut werden sie von den Mitarbeitern genutzt? Im Zuge des digitalen Wandels ist es unabdingbar, dass alle Anwender die Software, mit der sie arbeiten, auch beherrschen. Digital Learning bietet Unternehmen in diesem Zusammenhang innovative Möglichkeiten, um die Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Tools zu schulen:
- Digital Adoption Platform (DAP)
- Learning Management System (LMS)
- E-Learning-Plattform
- Learning Experience Platform (LXP)
Lesen Sie mehr über vier Digital-Learning-Lösungen, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter im Zeitalter der digitalen Transformation weiterbilden.
1. Digital Adoption Platform (DAP)
Der Begriff Digital Adoption Platform sagt Ihnen nichts? Kein Problem, hier kommt die Definition: Eine Digital Adoption Platform (digitale Adoptionsplattform bzw. Plattform für digitale Akzeptanz) ist eine Lösung, mit der man Anwendern durch eingebettete interaktive Anleitungen Schritt für Schritt erklärt, wie sie ein digitales Tool richtig nutzen.
Das Prinzip: Die Anwender können bei Unklarheiten direkt in der Software auf eine interaktive Anleitung zugreifen und sich so schulen. Ob es darum geht, eine Vertriebschance im CRM Salesforce zu hinterlegen, Zahlungsoptionen in der HRIS-Software Workday zu aktualisieren oder einen neuen Vertrag mit dem ERP-System Dynamics 365 zu erstellen: In allen Fällen werden die Anwender Schritt für Schritt angeleitet.
Merkmale einer DAP
Sie fragen sich nun, warum man das Software-Training mit einer Digital Adoption Platform durchführen sollte? Hier sind fünf Vorteile von digitalen Adoptionsplattformen.
- Der Anwender muss die Software nicht verlassen, um sich zu schulen: Die eingebetteten interaktiven Anleitungen sind direkt im Tool verfügbar und der Anwender kann problemlos auf sie zugreifen.
- Die Schulung erfolgt in Echtzeit: Der Mitarbeiter erhält dann Hilfe, wenn er sie braucht, da die interaktiven Anleitungen täglich rund um die Uhr verfügbar sind.
- Über die Software kann kommuniziert werden: Push-Benachrichtigungen machen es möglich, den Anwendern Informationen zu senden, und zwar zum richtigen Zeitpunkt.
- Fortbildungen können einfach personalisiert und schnell aktualisiert werden: Weiterbildungsverantwortliche aktualisieren und personalisieren die Lerninhalte mit nur wenigen Klicks, denn die interaktiven Anleitungen sind nicht statisch.
- Digitale Tools werden besser akzeptiert: Da Digital Adoption Platforms auf die Bedürfnisse der Anwender ausgerichtet sind, sind diese motivierter, die Software zu nutzen. Die Tools werden besser akzeptiert und sind langfristig effizienter.
Fazit: Digitale Adoptionsplattformen machen eine individuelle Unterstützung der User bei der Arbeit mit digitalen Tools möglich und optimieren so das Software-Training (Kosten, Zeit usw.). Sie sind eine ideale Lösung, um Schulungen für Systeme wie Digital Workplace, HRIS, CRM, ERP oder Einkaufssoftware zu erstellen und zu optimieren.
Das sollten Sie über DAPs wissen
Plattformen für digitale Akzeptanz sind gute Hilfsmittel für Software-Trainings, denn das ist ihr eigentlicher Zweck. Allerdings kann man mit ihnen die Mitarbeiter nicht in Dingen schulen, die keinen Zusammenhang mit der Digitaltechnologie haben. Insofern sind DAPs eine Ergänzung zu anderen Fortbildungsformaten wie Präsenzschulungen, deren Stärke wiederum in der Vermittlung von Soft Skills (etwa soziale und kommunikative Kompetenzen) liegt. Die Kombination beider Ansätze nennt man Blended Learning.
Doch es gibt noch andere Lösungen für Digital Learning.
2. Learning Management System (LMS)
Ein Learning Management System (LMS) ist eine Software, mit der Unternehmen ihr Lernangebot verwalten und steuern. Doch was bedeutet das in der Praxis?
Mit einem LMS können Unternehmen auf einer einzigen Plattform Schulungen erstellen, verwalten sowie den Lernfortschritt überwachen.
Merkmale eines LMS
Zu den wichtigsten Merkmalen eines Learning Management Systems zählen:
- die Steuerung der Schulungsstrategie und die Abwicklung aller damit verbundenen administrativen Tätigkeiten (Budgetierung, Planung, Reporting usw.)
- die zentrale Verwaltung aller Schulungsinhalte (Lernmodule, Bewertungstools usw.)
- die Vernetzung aller am Fortbildungsprogramm beteiligten Akteure (Trainer, Lernende, Weiterbildungsverantwortliche) und die bessere Überwachung des Angebots
- eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten (virtuelle Community, Blog, Mailbox etc.)
Kurz: Mit einem LMS strukturieren und steuern Sie die Weiterbildungsstrategie von A bis Z!
Das sollten Sie über das LMS wissen
Lernmanagementsysteme sind zwar praktische Hilfsmittel, um das gesamte Schulungsangebot eines Unternehmens zu verwalten, die Inhalte zu zentralisieren und die Akteure zu vernetzen, doch sie sind nicht zwangsläufig immer die optimale Lösung. Der Grund ist schnell erklärt: Ein Learning Management System ist auf Onlinefortbildungen ausgerichtet, bei denen sich Lernende autonom theoretisches Wissen aneignen (Onboarding, Sicherheit, Pflichtfortbildungen). Umgekehrt aber kann eine solche Lernplattform keine Weiterbildungen ersetzen, die technisches Wissen oder manuelle Fertigkeiten vermitteln sollen (Handwerk, Kunst usw.). Doch ein Learning Management System kann – wie die digitale Adoptionsplattform – parallel zu anderen Fortbildungsmodulen eingesetzt werden, wobei man auch hier von Blended Learning spricht.
Ein LMS lässt sich daher gut mit anderen Digital-Learning-Lösungen kombinieren.
Nach DAP und LMS kommen wir nun zu einem dritten Tool für Digital Learning.
3. E-Learning-Plattform
Wenn es einen Begriff im Zusammenhang mit Digital Learning gibt, den man nicht mehr erklären muss, dann ist das E-Learning! Oder doch? Was versteht man unter einer E-Learning-Plattform genau?
Eine E-Learning-Plattform ist ein Schulungstool, mit dem Lernende selbstständig online lernen.
Nicht mehr und nicht weniger! Doch auf diese knappe Information wollen wir uns nicht beschränken, deshalb erfahren Sie in der Folge noch mehr darüber.
Merkmale einer E-Learning-Plattform
Mit einer E-Learning-Plattform kann man:
- Ein Fortbildungsangebot erstellen, das online verfügbar ist, und zwar jederzeit.
- Den Lernfortschritt der Lernenden direkt auf der Plattform verfolgen.
E-Learning-Plattformen stellen also Lerninhalte zur Verfügung, mit denen Lernende autonom an jedem beliebigen Ort lernen können. Besonders geeignet ist das, um sich theoretisches Wissen oder Basiskenntnisse in einem bestimmten Bereich anzueignen.
Das sollten Sie über E-Learning-Plattformen wissen
E-Learning-Plattformen sind für verschiedene Einsatzzwecke hervorragend geeignet, für andere jedoch weniger. Dazu gehören vor allem Softwareschulungen (da die Anwender in diesem Fall die Schulung außerhalb der Software absolvieren) sowie die umfassende Steuerung des betrieblichen Weiterbildungsangebots (da sie nicht auf die administrative Abwicklung von Schulungen ausgelegt sind). Zudem ist es aufwendig, die Lernenden zu motivieren und die Lerninhalte auf einem aktuellen Stand zu halten, sodass solche Tools nicht gerade als Synonym für Kostenoptimierung im Fortbildungswesen gelten.
4. Learning Experience Platform (LXP)
Learning Experience Platform? Wieder ein englischer Fachbegriff.
Eine Learning Experience Platform ist ein Hilfsmittel, um Lernenden positive Lernerfahrungen zu bieten und maßgeschneiderte Lernpfade zu erstellen. Dazu werden Inhalte zusammengetragen, gefiltert, aufbereitet und Empfehlungen aufgrund der individuellen Situation des Lernenden erstellt.
Das hört sich komplex an, ist es aber nicht.
Merkmale der LXP
Zu den wichtigsten Merkmalen einer Learning Experience Platform zählen:
- eine anwenderorientierte Benutzeroberfläche (intuitiv, personalisiert, mit individuellen Empfehlungen) durch den Einsatz von Adaptive Learning und Social Learning
- verschiedenartige Lerninhalte (Artikel, Videos, Podcasts …)
Pendants zu LXPs aus dem modernen, nicht beruflichen Alltagsleben sind etwa Plattformen wie Netflix und YouTube, denn wie bei diesen Tools passt sich auch die Benutzeroberfläche einer Learning Experience Platform aufgrund der individuellen Interaktionen an. Jeder Lernende macht also individuelle Erfahrungen!
LXPs werden genutzt, um den Mitarbeitern theoretisches Wissen in Verbindung mit ihren persönlichen Interessen zu vermitteln.
Das sollten Sie über LXPs wissen
Eine Learning Experience Platform passt sich zwar optimal an die Erwartungen und Interessen der Lernenden an, dadurch kann man jedoch unter Umständen das eigentliche Lernziel aus den Augen verlieren. Eine zu starke Personalisierung und zu viele Empfehlungen können zudem dazu führen, dass Lernende nicht mehr erkennen, welche Inhalte tatsächlich wichtig sind.
DAP, LMS, E-Learning, LXP: Nun kennen Sie die wichtigsten Lösungen in Verbindung mit Digital Learning.
Digital-Learning-Plattformen: Anwendungsfälle
Sie müssen sich für eine Digital-Learning-Plattform entscheiden und wissen nicht, welche am besten zum Kontext und den Anforderungen Ihres Unternehmens passt? Hier ist eine Übersicht über die verschiedenen Lösungen und ihre Anwendung!
| Art der Plattform | Anwendung |
|---|---|
| DAP | Anwender im Umgang mit digitalen Tools schulen |
| LMS | Die Weiterbildungsstrategie steuern |
| E-Learning-Plattform | Mitarbeitern theoretisches Wissen und/oder Basiskenntnisse in einem bestimmten Bereich vermitteln |
| LXP | Mitarbeiter entsprechend ihren Interessen schulen |
Nun kennen Sie die Vorteile der verschiedenen Lösungen und wissen, worin sie sich unterscheiden. Auf dieser Basis können Sie die geeignetste Digital-Learning-Lösung wählen. Also, welche Digital-Learning-Lösung haben Sie ins Auge gefasst?
Digital Learning und E-Learning: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber nicht dasselbe. Digital Learning ist der Oberbegriff für alle Lernformen, die digitale Technologien nutzen: Onlinekurse, Lernvideos, virtuelle Klassenzimmer, Lern-Apps, Simulationen, KI-Lernassistenten oder interaktive Anleitungen direkt in der Software.
E-Learning bezeichnet im engeren Sinn strukturierte Onlinekurse, die Lernende meist selbstständig und in festgelegter Reihenfolge durcharbeiten. E-Learning ist damit eine Form des Digital Learning, aber nicht die einzige.
| Merkmal | E-Learning | Digital Learning |
|---|---|---|
| Umfang | Onlinekurse und Lernmodule | alle digital unterstützten Lernformen |
| Lernweg | meist linear und für alle gleich | auch personalisiert, adaptiv oder situativ |
| Lernort | Lernplattform, außerhalb der Arbeitssoftware | auch direkt im Arbeitsablauf, etwa in der Anwendung |
Für Unternehmen ist die Unterscheidung praktisch relevant: Ein E-Learning-Kurs eignet sich gut, um Grundlagen oder Pflichtinhalte zu vermitteln. Für die tägliche Arbeit mit einer bestimmten Software setzen viele Unternehmen zusätzlich auf Formate, die Mitarbeitende direkt im Arbeitsablauf unterstützen. Eine kurze Definition des engeren Begriffs finden Sie in unserem Glossar zu E-Learning.
Wie führen Sie Digital Learning im Unternehmen ein?
Weiterbildung zu Digitalthemen ist in deutschen Unternehmen verbreitet, erreicht aber selten die ganze Belegschaft: Laut einer Bitkom-Umfrage von 2025 bilden 73 % der Unternehmen ihre Beschäftigten zu digitalen Themen weiter, doch nur 11 % erreichen damit alle oder fast alle Mitarbeitenden. Als Hindernisse nennen die Unternehmen vor allem mangelndes Interesse der Beschäftigten (46 %), ein unübersichtliches Angebot und fehlende Zeit (jeweils 33 %).
Diese Schritte helfen bei der Einführung:
- Bedarf analysieren: Welche Anwendungen und Kompetenzen sind für welche Zielgruppe entscheidend?
- Werkzeuge kombinieren: ein LMS für Steuerung und Pflichtschulungen, E-Learning für Grundlagenwissen, eine DAP für die Arbeit in der Software.
- Lernen in den Arbeitsalltag integrieren: Kurze Einheiten und Hilfe direkt in der Anwendung senken den Zeitaufwand.
- Erfolg messen: Nutzungsdaten und Feedback zeigen, welche Inhalte wirken und wo Sie nachsteuern müssen.
Binden Sie außerdem die Führungskräfte ein: Wenn sie Lernzeiten einplanen und digitale Angebote selbst nutzen, steigt erfahrungsgemäß auch die Akzeptanz in den Teams.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Digital Learning einfach erklärt?
Digital Learning, auf Deutsch digitales Lernen, umfasst alle Formen des Lernens, bei denen digitale Technologien zum Einsatz kommen: von Onlinekursen und Lernvideos über Lernplattformen bis zu KI-Assistenten und interaktiven Anleitungen in der Software. Lernende können so zeit- und ortsunabhängig lernen, und Inhalte lassen sich an ihren Bedarf anpassen.
Welche Beispiele gibt es für digitales Lernen?
Beispiele für digitales Lernen sind E-Learning-Kurse, Lernvideos und Podcasts, Webinare und virtuelle Klassenzimmer, Lern-Apps, Simulationen, Blended-Learning-Programme sowie Digital Adoption Platforms, die Mitarbeitende Schritt für Schritt durch Unternehmenssoftware führen. Welche Formate gerade an Bedeutung gewinnen, zeigt unser Überblick über die Digital-Learning-Trends.
Was ist der Unterschied zwischen LMS und LXP?
Ein Learning Management System (LMS) dient vor allem der Verwaltung: Es organisiert Schulungen, verteilt Pflichtkurse und dokumentiert Lernfortschritte. Eine Learning Experience Platform (LXP) stellt dagegen die Lernenden in den Mittelpunkt: Sie bündelt Inhalte aus verschiedenen Quellen und empfiehlt sie personalisiert, ähnlich wie ein Streamingdienst. Viele Unternehmen kombinieren beide Systeme.
Welche Vorteile hat Digital Learning für Unternehmen?
Digital Learning macht Weiterbildung flexibler und besser skalierbar: Mitarbeitende lernen unabhängig von Ort und Zeit, Inhalte lassen sich schnell aktualisieren, und Lernfortschritte sind messbar. Bei der Einführung neuer Software kommt hinzu, dass Hilfe direkt in der Anwendung bereitsteht. Das entlastet Präsenzschulungen und den IT-Support.
Welche Nachteile hat digitales Lernen?
Digitales Lernen verlangt Selbstdisziplin, und der persönliche Austausch mit Trainern und Kollegen kommt leicht zu kurz. Hinzu kommen der Aufwand für Erstellung und Pflege der Inhalte sowie technische Voraussetzungen. Praktische und soziale Fähigkeiten lassen sich rein digital nur begrenzt vermitteln; deshalb kombinieren viele Unternehmen digitale Formate mit Präsenzschulungen zu Blended Learning.