Learning-by-Doing-Software: 5 Beispiele für die betriebliche Weiterbildung

Learning by Doing mit Software: Knowmore, Duolingo, Salesforce Trailhead, LinkedIn Learning und Adobe im Überblick – plus Kriterien für die Auswahl.

Von Marielle Gantenberg
9 Min. Lesezeit

Learning-by-Doing-Software lässt Lernende neue Fähigkeiten durch praktisches Handeln erwerben: in interaktiven Übungen, in Testumgebungen oder mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt in der Anwendung. Dieser Artikel stellt fünf Beispiele vor – Knowmore, Duolingo, Salesforce Trailhead, LinkedIn Learning und Adobe Creative Cloud – und zeigt, wie Sie diese Werkzeuge sinnvoll in Ihr Weiterbildungskonzept einbinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Learning-by-Doing-Software vermittelt Wissen über praktische Aufgaben statt über reine Theorie, etwa durch interaktive Übungen, Testumgebungen oder Anleitungen direkt in der Anwendung.
  • Für die Einarbeitung in Unternehmenssoftware eignen sich vor allem Digital Adoption Platforms, die Mitarbeitende Schritt für Schritt durch echte Arbeitsabläufe führen.
  • Salesforce Trailhead kombiniert kurze Lerneinheiten mit praktischen Aufgaben in einer kostenlosen Übungsumgebung, dem Trailhead Playground.
  • Entscheidend für die Auswahl sind Praxisbezug, unmittelbares Feedback, ein sicherer Übungsrahmen und messbare Lernergebnisse.

Learning by Doing ist ein pädagogischer Ansatz, bei dem man durch praktische Erfahrung und Wiederholen lernt. Die Umsetzung im Arbeitsalltag ist allerdings oft nicht so einfach, doch heutzutage gibt es innovative Technologien, die Lernende bei der Umsetzung des Konzeptes unterstützen.

Softwareanbieter versuchen dabei, sich mit immer einfallsreicheren Angeboten, die Learning by Doing integrieren, gegenseitig zu überbieten. Wenn Sie diese Ausbildungsmethode in Ihrem Unternehmen anwenden möchten, sollten Sie auf das richtige Tool setzen.

Manche Anbieter legen den Schwerpunkt auf integrierte Dienstleistungen, während andere auf spielerische Methoden setzen. Lesen Sie hier einen Überblick über fünf Softwareangebote, die auf der Learning-by-Doing-Methode basieren.

Knowmore

Wenn Sie das Prinzip Learning by Doing in Ihrem Unternehmen umsetzen möchten, eignet sich die Digital Adoption Platform von Knowmore. Die Lösung fördert Lernprozesse durch praktische Anwendung direkt in der Software.

Der Ansatz von Knowmore

Knowmore unterstützt Sie bei der Integration von Tutorials in Ihre Software. Dabei werden interaktive Anleitungen, die Sie im Unternehmen selbst erstellen, direkt in die internen Softwaretools integriert.

Die Mitarbeiter können also auf Hilfestellungen in der Unternehmenssoftware zugreifen und auf diese Weise von den Vorteilen von Learning by Doing profitieren.

Sie lernen durch praktische Umsetzung und sind in der Lage, sogar komplexe Probleme selbstständig zu lösen. Dadurch arbeiten sie kreativer, sind leistungsfähiger und autonomer. Diese Lernmethode fördert zudem das Selbstvertrauen der Beschäftigten im Umgang mit neuer Software.

Wie integrieren Sie die Software in Ihr Weiterbildungskonzept?

Die Software kann zusätzlich zu einer Präsenzschulung eingesetzt werden. Sie erstellen für die Mitarbeiter personalisierte Anleitungen und überwachen dann mit einem auf Ihre Anforderungen abgestimmten Dashboard die Nutzung der Anwendungen.

Der Vorteil? Die Zahl der Supportanfragen kann sinken. Und noch ein Plus? Ein KI-Assistent führt Sie durch die Anwendung. Eine einfache Texteingabe genügt, um die Suche in der Software zu starten.

Darüber hinaus profitieren Sie von:

  • Push-Benachrichtigungen,
  • einer Übersetzungsschnittstelle,
  • professionellen Tipps.

Knowmore lässt sich in webbasierte Unternehmensanwendungen integrieren.

Duolingo

Die bekannte Applikation mit dem grünen Vogel basiert ebenfalls auf dem Prinzip Learning by Doing. Sie bietet Online-Sprachkurse mit einem integrierten Belohnungssystem an.

Die Methode von Duolingo

Die Software unterstützt den Learning-by-Doing-Ansatz und baut auf fünf Prinzipien auf.

Die Sprachkurse sind interaktiv, mit einer starken Einbindung von künstlicher Intelligenz (KI). Sie basieren auf wissenschaftlich fundierten Lehrmethoden und bieten individuelle Lernerfahrungen.

Den Nutzern stehen umfangreiche Inhalte zur Verfügung, mit denen sie schnell und unterhaltsam lernen. Die Kurse motivieren dazu, die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Sprachkurse sind in verschiedene Niveaus aufgeteilt und auf kurze tägliche Lektionen ausgelegt. Mit diesem Konzept gelingt es Duolingo, Nutzer auf der ganzen Welt anzusprechen.

Wie integrieren Sie die Software in Ihr Weiterbildungskonzept?

Duolingo wird oft privat zum Sprachenlernen eingesetzt. Dennoch können Sie die Applikation in Ihr Weiterbildungskonzept integrieren, indem Sie beispielsweise Challenges ausschreiben oder Lerneinheiten anbieten. Die App kann auf Google Play oder im App Store heruntergeladen werden.

Salesforce Trailhead

Warum nicht auf Trailhead setzen, die kostenlose Lernplattform von Salesforce? Auch dieser Softwareanbieter setzt auf Learning by Doing, um das schnelle Lernen digitaler oder zwischenmenschlicher Qualifikationen zu unterstützen.

Techniken von Salesforce Trailhead

Mit der Applikation kann man sich unternehmerische und technische Fähigkeiten aneignen, die auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Außerdem erwerben die Lernenden wertvolle Nachweise für ihren Lebenslauf.

Salesforce Trailhead bietet einen Leitfaden für Einsteiger, ein Modulsystem für interaktive Herausforderungen sowie ein System für Missionen und Events.

Wie nutzt man die Software?

Mit dieser Software können sich Ihre Beschäftigten mit Learning by Doing vertraut machen. Sie sind damit Teil einer großen Gemeinschaft, lernen neue Fertigkeiten und erweitern ihr Kontaktnetzwerk.

Salesforce Trailhead hat zudem einen Online-Marktplatz für Karrierechancen entwickelt. Sie sind selbstständig? Dann lernen Sie den Umgang mit neuen Technologien wie KI und bringen so Ihre Karriere voran.

LinkedIn Learning

Das bekannte soziale Berufsnetzwerk setzt mit Onlinekursen ebenfalls auf Lernen durch praktische Umsetzung. LinkedIn Learning ging 2016 aus der Lernplattform Lynda.com hervor und ermöglicht es, sich neue Qualifikationen im eigenen Tempo anzueignen.

Techniken von LinkedIn Learning

Die Plattform bietet Onlinekurse in Form von untertitelten Videos an. Die Module decken ein breites Spektrum an Kursen ab und sind im Rahmen eines Abonnements zugänglich.

Die Kurse sollen Interessierten helfen, ihre Qualifikation zu verbessern oder sich neues Wissen anzueignen. Am Ende erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das die erworbenen Kenntnisse bestätigt.

Wie nutzt man die Software?

LinkedIn Learning ist eine Plattform von LinkedIn, auf der man personalisierte Onlinekurse absolvieren und auf diese Weise seine Kompetenzen erweitern kann.

Sie können dies für sich selbst nutzen oder Ihren Mitarbeitern Kurse ermöglichen, mit denen sie ihre Hard Skills verbessern und so dem Unternehmen langfristig mehr Nutzen bringen.

Adobe Creative Cloud

In einem Umfeld, in dem Digitaltechnik und neue Lerntechniken immer wichtiger werden, setzt auch das Unternehmen Adobe auf neue pädagogische Methoden, mit denen Sie die digitalen Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter fördern können.

Funktionsweise von Adobe Creative Cloud

Die Creative Cloud von Adobe funktioniert auf Abonnementbasis und bietet Zugriff auf bestimmte Applikationen. Auf der Onlineplattform stehen Tools wie Photoshop, Illustrator und Adobe Express zur Verfügung.

Während der Laufzeit des Abos stehen die enthaltenen Applikationen uneingeschränkt zur Verfügung, was Learning by Doing unterstützt. Ihre Mitarbeiter können das für sie passende Abo-Modell auswählen.

Wie nutzt man diese Software?

Ihre Mitarbeiter haben Zugriff auf die verschiedensten Anwendungen, mit denen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen, für das Unternehmen Designs entwerfen oder Fotos auf professionelle Art bearbeiten können. In den Creative Cloud Libraries können sie ihre Designelemente anschließend speichern.

Darüber hinaus stehen Tutorials, Videos und Inspirationen zur Verfügung. Diese Ressourcen fördern ebenfalls das Prinzip des autodidaktischen Lernens.

Woran erkennen Sie gute Learning-by-Doing-Software?

Ob ein Tool Learning by Doing im Unternehmen wirklich unterstützt, zeigt sich an wenigen Kriterien:

  • Praxisbezug: Die Übungen bilden echte Aufgaben ab, idealerweise direkt in der Software, mit der Ihre Mitarbeitenden täglich arbeiten.
  • Unmittelbares Feedback: Lernende erfahren sofort, ob ein Schritt richtig war, und erhalten bei Fehlern einen Hinweis.
  • Sicherer Rahmen: Fehler dürfen keine Folgen für echte Daten haben, etwa dank einer Testumgebung oder geführter Abläufe.
  • Hilfe im Moment des Bedarfs: Anleitungen stehen genau dann bereit, wenn eine Aufgabe ansteht, nicht nur in einer Schulung Wochen vorher.
  • Messbarkeit: Auswertungen zeigen, welche Inhalte genutzt werden und wo Anwender scheitern. So lässt sich der Lernerfolg etwa nach dem Kirkpatrick-Modell bewerten.
  • Pflegeaufwand und Datenschutz: Inhalte sollten sich nach Software-Updates schnell anpassen lassen, und die Lösung muss die Anforderungen der DSGVO erfüllen.

Prüfen Sie außerdem, wie gut sich das Tool in Ihre bestehende Lernlandschaft einfügt, zum Beispiel in ein Learning Management System.

Welche Arten von Learning-by-Doing-Software gibt es?

Learning-by-Doing-Software lässt sich grob in fünf Kategorien einteilen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie nah das Üben an der tatsächlichen Arbeit liegt.

KategoriePrinzipBeispiel
Digital Adoption PlatformInteraktive Anleitungen führen Schritt für Schritt durch echte Abläufe in der Unternehmenssoftware.Knowmore
Übungsumgebung (Sandbox)Lernende lösen praktische Aufgaben in einer Testumgebung, ohne das Produktivsystem zu verändern.Salesforce Trailhead mit dem Trailhead Playground
Gamifizierte Lern-AppKurze, interaktive Übungen mit Belohnungssystem fördern regelmäßiges Üben.Duolingo
Videokurs-PlattformVideokurse vermitteln Wissen, das Lernende anschließend selbst anwenden, teils mit Übungsdateien.LinkedIn Learning
Fachsoftware mit TutorialsIntegrierte Tutorials begleiten das Arbeiten in der Software selbst.Adobe Creative Cloud

Für die Einarbeitung in Unternehmensanwendungen wie ERP-, CRM- oder HR-Systeme sind vor allem die ersten beiden Kategorien relevant: Mitarbeitende üben dort genau die Abläufe, die sie später im Arbeitsalltag brauchen. Videokurse und Lern-Apps eignen sich eher als Ergänzung, etwa für Sprachkenntnisse oder allgemeine digitale Kompetenzen.

Fazit

Es gibt zahlreiche Softwarelösungen und Anwendungen, die auf dem Prinzip Learning by Doing basieren. Sie können diese in Ihr Weiterbildungskonzept integrieren, um die Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter weiterzuentwickeln.

In einem Arbeitsumfeld, in dem der Konkurrenzdruck immer stärker wird, können solche Tools helfen, die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens zu stärken. Gleichzeitig unterstützen sie langfristig die persönliche Entfaltung Ihrer Beschäftigten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Learning-by-Doing-Software?

Learning-by-Doing-Software ist Software, mit der Lernende neue Fähigkeiten durch praktisches Handeln erwerben statt durch reine Theorie. Typisch sind interaktive Übungen mit sofortigem Feedback, Testumgebungen für praktische Aufgaben und Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt in der Anwendung. Bekannte Beispiele sind Digital Adoption Platforms, Salesforce Trailhead und gamifizierte Lern-Apps wie Duolingo.

Welche Learning-by-Doing-Software eignet sich für Unternehmen?

Für die Einarbeitung in Unternehmensanwendungen eignen sich vor allem Digital Adoption Platforms, die Mitarbeitende direkt in ERP-, CRM- oder HR-Systemen anleiten, sowie Übungsumgebungen wie Salesforce Trailhead. Videoplattformen wie LinkedIn Learning und Lern-Apps wie Duolingo ergänzen das Angebot für allgemeine Kompetenzen und Sprachen. Entscheidend ist, dass die Übungen echte Arbeitsabläufe abbilden.

Wie funktioniert Learning by Doing bei Salesforce Trailhead?

Salesforce Trailhead ist die kostenlose Lernplattform von Salesforce. Auf kurze Lerneinheiten folgen Quizfragen oder praktische Aufgaben, sogenannte Hands-on Challenges. Diese lösen Lernende in einem Trailhead Playground, einer eigenen Übungsumgebung, die kein Produktivsystem verändert. Trailhead prüft die Lösung und gibt bei Fehlern einen Hinweis; für abgeschlossene Module gibt es Badges.

Kann man Duolingo in der betrieblichen Weiterbildung einsetzen?

Ja, als Ergänzung. Duolingo folgt nach eigenen Angaben fünf Prinzipien, an erster Stelle dem Lernen durch Handeln: Die Kurse sind von Beginn an interaktiv. Unternehmen können die App etwa für die Sprachkenntnisse ihrer Mitarbeitenden nutzen und mit Lernzielen oder internen Challenges verbinden. Für die Schulung in Unternehmenssoftware ist Duolingo dagegen nicht gedacht.

Was unterscheidet eine Digital Adoption Platform von einem LMS?

Ein Learning Management System (LMS) verwaltet Schulungen, Lerninhalte und Lernfortschritte an zentraler Stelle; gelernt wird meist außerhalb der eigentlichen Arbeitssoftware. Eine Digital Adoption Platform blendet dagegen interaktive Anleitungen direkt in der Anwendung ein und unterstützt Mitarbeitende im Moment der Aufgabe. Beide Ansätze ergänzen sich.

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