Die Adoption Curve (Adoptionskurve) beschreibt, wie sich eine Innovation im Zeitverlauf in einer Zielgruppe verbreitet. Sie geht auf Everett Rogers’ Werk „Diffusion of Innovations“ (1962) zurück und teilt die Nutzer in fünf Adopter-Gruppen ein: Innovatoren (2,5 %), Early Adopters (13,5 %), frühe Mehrheit (34 %), späte Mehrheit (34 %) und Nachzügler (16 %). Unternehmen nutzen das Modell für Produktstrategie, Marketing und die Einführung neuer Software.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Adoption Curve nach Everett Rogers (1962) teilt die Nutzer einer Innovation danach ein, wann sie diese übernehmen: von den Innovatoren bis zu den Nachzüglern.
- Innovatoren und Early Adopters machen zusammen nur 16 % aus; über den breiten Erfolg entscheiden frühe und späte Mehrheit mit zusammen 68 %.
- Zwischen Early Adopters und früher Mehrheit liegt laut Geoffrey A. Moore eine Kluft, der sogenannte Chasm, an der viele neue Produkte scheitern.
- Bei der Einführung von Unternehmenssoftware hilft das Modell, Schulung, Kommunikation und Support auf die unterschiedlichen Nutzertypen abzustimmen.
TikTok, ChatGPT: zwei sehr unterschiedliche Produkte, die eines gemeinsam haben – eine explosionsartige Verbreitung. In kürzester Zeit erreichte die Zahl ihrer Nutzer Millionenhöhe. Unternehmen analysierten ihr Potenzial und entwickelten Strategien, wie sie diese Tools nutzen können. Doch der Erfolg ist nicht (nur) ein glücklicher Zufall. Er folgt einer bekannten Logik: der Product Adoption Curve. Mit diesem Ansatz lässt sich die Akzeptanz eines innovativen Produktes oder einer neuartigen Dienstleistung vorhersagen, verstehen und steuern. Lesen Sie bei Knowmore, was die Product Adoption Curve genau ist, aus welchen Phasen sie besteht, wie man sie berechnet, und vor allem, wie man sie strategisch einsetzt. Wie Unternehmen die Einführung von KI-Assistenten begleiten, zeigt unser Leitfaden zur Copilot-Schulung; was passiert, wenn das fehlt, unser Artikel über Schatten-KI.
Was ist die Product Adoption Curve?
Die Product Adoption Curve geht auf ein theoretisches Modell zurück, das der Soziologe und Kommunikationswissenschaftler Everett Rogers Anfang der 1960er-Jahre entwickelte und in seinem 1962 erschienenen Werk „Diffusion of Innovations“ präsentierte. Darin beschreibt Rogers, wie Verbraucher im Laufe der Zeit ein neues Produkt oder eine innovative Dienstleistung annehmen.
Hinter der Product Adoption Curve steht ein einfacher, aber plausibler Gedanke: Die Konsumenten entscheiden sich nicht alle zum selben Zeitpunkt für ein neues Produkt. Die einen sind bereit, Neuheiten sofort zu testen, während andere warten, bis sich deren Nutzen unter Beweis gestellt hat. Diese Zeitverschiebung drückt sich in einer Adoptionskurve aus, die häufig die Form einer Glocke hat. Grundsätzlich unterscheidet man fünf verschiedene Gruppen:
- Innovators (Innovatoren)
- Early Adopters (Frühe Anwender)
- Early Majority (Frühe Mehrheit)
- Late Majority (Späte Mehrheit)
- Laggards (Nachzügler)
Dieses Modell wird bis heute genutzt, um eine zielführende Produktstrategie zu entwickeln, eine digitale Transformation zu steuern, die Akzeptanzquote zu analysieren oder Marketingbotschaften abzustimmen. Mit der Product Adoption Curve kann man die Einführung eines Produktes strukturiert planen und Aktivitäten an die verschiedenen Zielgruppen anpassen.
In vielen Branchen (Technologie, Dienstleistungen, B2B-Anwendungen usw.) stützt man sich auf dieses Modell, um das Kundenverhalten besser zu verstehen, die Onboarding-Erfahrung zu verbessern und die Akzeptanz neuer Features vorzubereiten.
Die 5 Adopter-Gruppen der Adoption Curve
Die Einführung jedes Produktes verläuft anders, doch allen Produkten ist gemein, dass sie dieselben Phasen durchlaufen. Das Modell von Rogers gliedert dabei die Diffusion einer Innovation im Zielmarkt in fünf solcher Phasen. Jede Phase entspricht einem Konsumentensegment mit spezifischen Erwartungen und dem daraus resultierenden Verhalten.
Innovators – Innovatoren (2,5 %)
Innovatoren sind die ersten Verbraucher, die ein neues Produkt kaufen bzw. nutzen. Sie sind enthusiastisch auf der Suche nach Innovationen, ohne darauf zu warten, dass diese sich vorher bewährt haben. Die Mitglieder dieses Segments sind bereit, Beta-Versionen zu testen, neue Verwendungszwecke auszuprobieren und wichtige Rückmeldungen zu geben. Sie erwarten allerdings einen frühzeitigen Zugang zu innovativen Produkten und die Möglichkeit von Experimenten. Obwohl sie nur 2,5 % des Zielmarktes ausmachen, haben sie eine wichtige Funktion bei der Einführung einer Innovation.
Early Adopters – Frühe Adoptoren (13,5 %)
Early Adopters folgen bei der Einführung eines Produktes direkt auf die Innovatoren. Sie sind Visionäre, die aufmerksam neue Trends verfolgen und innerhalb ihres Netzwerks oft großen Einfluss haben. Ihre Akzeptanz ist ein starkes Signal für den Product-Market-Fit (PMF). In diesem Stadium ist ein reibungsloses und personalisiertes User-Onboarding unerlässlich. Early Adopters lieben es, wenn man ihnen Wertschätzung zeigt, indem man sie gezielt anspricht. Sie sind wichtige Vorbilder, damit ein Produkt bei der breiten Masse glaubhaft wird.
Early Majority – Frühe Mehrheit (34 %)
Die frühe Mehrheit besteht aus pragmatischen Verbrauchern. Sie möchten konkrete Beweise, bevor sie ein Produkt kaufen oder nutzen: Meinungen anderer Kunden, Fallstudien, Leistungsindikatoren. Die Marketingaussagen müssen Werte wie Stabilität, Sicherheit und messbaren Nutzen vermitteln. Die Adoptionsquote in dieser Phase ist entscheidend, um die kritische Masse zu erreichen und das Produkt auf dem Zielmarkt dauerhaft zu verankern.
Late Majority – Späte Mehrheit (34 %)
Die späte Mehrheit agiert konservativ und wartet, bis sich ein Produkt durchgesetzt hat, bevor sie es übernimmt. Die Mitglieder dieser Gruppe lassen sich von anderen beeinflussen und wollen eine Garantie, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung zuverlässig ist. Sie kaufen aufgrund des Konsumdrucks oder aus Notwendigkeit. Strategien für diese Zielgruppe müssen daher auf geringes Risiko, eine Kompatibilität mit bestehenden Tools und eine einfache Handhabung setzen. Das beschleunigt die Produktakzeptanz und verbessert die Rendite.
Laggards – Nachzügler (16 %)
Die letzten Nutzer, die eine Neuheit in ihren Alltag übernehmen, sind die Nachzügler. Sie entscheiden sich für ein Produkt oder eine Dienstleistung eher gezwungenermaßen, wenn sie keine Alternative mehr haben. Sie setzen ausschließlich auf bewährte Lösungen, die mit ihren eingefahrenen Vorgehensweisen übereinstimmen. Um diese Konsumenten zu überzeugen, muss man die User Experience so einfach wie möglich gestalten und auf einen konkreten Nutzen verweisen, der unmittelbar auftritt. Haben auch die Nachzügler das Produkt übernommen, ist die Verbreitung abgeschlossen und der Markt weitgehend gesättigt.
| Gruppe | Prozentsatz | Wichtigste Erwartungen | Risikobereitschaft | Schlüsselbotschaft |
| Innovatoren | 2,5 % | Test, Neuheit, Erforschen | Hoch | Früher Zugang, Experimentieren |
| Early Adopters | 13,5 % | Nützliche Innovation, Anerkennung | Mittel | Feedback, Mehrwert |
| Frühe Mehrheit | 34 % | Beweis, Stabilität, Zuverlässigkeit | Gering | Anwendungsmöglichkeiten, Vereinfachung |
| Späte Mehrheit | 34 % | Soziale Zwänge, Verlässlichkeit | Sehr gering | Sozialer Status, Unterstützung |
| Nachzügler | 16 % | Zwang, unentbehrlicher Zweck | Minimal | Kompatibilität, Nutzen |
Was ist der Chasm in der Adoption Curve?
Der US-amerikanische Berater Geoffrey A. Moore erweiterte das Modell von Rogers 1991 in seinem Buch „Crossing the Chasm“. Seine zentrale These: Zwischen den Early Adopters und der frühen Mehrheit klafft eine Lücke, der sogenannte Chasm. Viele technologische Innovationen scheitern genau an diesem Übergang.
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Erwartungen der beiden Gruppen:
- Early Adopters sind Visionäre. Sie nehmen auch unfertige Produkte in Kauf, wenn diese ihnen einen strategischen Vorsprung versprechen.
- Die frühe Mehrheit besteht aus Pragmatikern. Sie erwartet ausgereifte, zuverlässige Lösungen, Referenzen aus der eigenen Branche und einen klar belegbaren Nutzen.
Um den Chasm zu überwinden, empfiehlt Moore, sich zunächst auf ein klar abgegrenztes Marktsegment zu konzentrieren und dort eine vollständige Lösung anzubieten, einschließlich Support, Schulung und Integration in bestehende Systeme. Erst wenn dieses Segment überzeugt ist, dient es als Referenz für angrenzende Märkte.
Für die Einführung von Unternehmenssoftware gilt dasselbe Muster: Eine begeisterte Pilotgruppe bedeutet noch keine flächendeckende Nutzung. Die Mehrheit der Mitarbeitenden braucht einfache Abläufe, verlässliche Unterstützung und sichtbare Erfolge aus dem eigenen Arbeitsumfeld.
Wie berechnet man die Product Adoption Curve?
Die Product Adoption Curve folgt annähernd einer Normalverteilung. Die glockenförmige Kurve zeigt die Verteilung der Nutzer bzw. Käufer im Zeitverlauf an, während eine S-Kurve den kumulierten Wert aller Käufer/Nutzer visualisiert. Mithilfe dieser beiden Darstellungen lässt sich die Dynamik des Marktes ablesen, und strategische Aktivitäten lassen sich gezielt planen.
Konkret fließen in die Kurve folgende reale Nutzerdaten ein: Anzahl der aktiven Kunden im Zeitverlauf, Konversionsrate pro Kohorte, kumulierte Nutzer/Käufer. Tools wie Google Analytics, Mixpanel oder Amplitude liefern wertvolle Indikatoren, um die Akzeptanz in Echtzeit zu verfolgen und Wendepunkte zu erkennen.
Mathematisch lässt sich die kumulierte S-Kurve meist mit einer logistischen Funktion beschreiben: A(t) = K / (1 + e^(−B · (t − t₀)))
Die einzelnen Werte entsprechen dabei:
- A(t): kumulierte Zahl der Nutzer zum Zeitpunkt t
- K: maximale Anzahl der potenziellen Nutzer
- B: Diffusionsgeschwindigkeit
- t: Zeit
- t₀: Wendepunkt der Kurve
Die Interpretation der Product Adoption Curve verdeutlicht die kritischen Phasen Anstieg, Beschleunigung und Sättigung. Auf diese Weise erkennt man, wann man investieren, die Kommunikation anpassen und die User Experience verbessern sollte. Die Analyse der kumulierten Akzeptanz verdeutlicht darüber hinaus den ROI (Return on Investment) einer Produktstrategie. Das ist entscheidend, um Innovationen fundiert steuern zu können.
Wie setzt man die Adoption Curve in der Produktstrategie ein?
Die Product Adoption Curve ist ein wertvolles Tool, um ein Verständnis für das Verhalten der Nutzer zu entwickeln. Das Modell von Rogers bietet die Möglichkeit, die Marketingstrategie anzupassen und eine schrittweise und nachhaltige Akzeptanz von Innovationen zu unterstützen.
Botschaften und Kanäle auf die einzelnen Phasen abstimmen
Grundsätzlich sollte die Kommunikation an die jeweiligen Phasen angepasst sein. Innovatoren sind begierig auf Neuheiten, lieben es, Beta-Versionen zu testen und als Erste neue Erfahrungen zu machen. Die Mehrheit der Konsumenten verhält sich dagegen vorsichtiger, möchte durch konkrete Beweise und Demonstrationen beziehungsweise durch Aussagen von Kunden über die Verlässlichkeit eines Produktes Sicherheit vermittelt bekommen.
Wertschätzende Kommunikation gegenüber Early Adopters
Early Adopters mögen es, wenn man sie schätzt. Bieten Sie ihnen einen bevorzugten Zugang zu Neuheiten, veranstalten Sie exklusive Events, bieten Sie limitierte Editionen an und bitten Sie aktiv um Feedback. Wenn Sie solche Rückmeldungen in der Kommunikation einsetzen, dann stärkt das ihre Motivation noch mehr. Zudem beeinflussen sie die nachfolgenden Gruppen, denn dieses Segment hat in der Regel eine Multiplikatorwirkung auf die anderen Käufergruppen.
Social Proof und Benutzerfreundlichkeit gegenüber der Mehrheit
Ob frühe oder späte Mehrheit: Wenn sich ein Produkt an diese Gruppen wendet, ist Benutzerfreundlichkeit der Schlüssel. In dieser Phase sollten intuitive Benutzeroberflächen, praktische Leitfäden, Fallstudien, Kundenmeinungen und der Zufriedenheitsgrad im Vordergrund stehen. Social Proof ist ein Hebel, um bei der breiten Masse Kaufentscheidungen auszulösen.
Marketing und User Experience an die aktuelle Innovationsphase anpassen
In jeder Phase des Adoptionsprozesses liegen die Prioritäten anders. Während gegenüber Innovatoren der kommunikative Schwerpunkt auf Innovation und Differenzierung liegen muss, sollte man gegenüber der Mehrheit Werte wie Verlässlichkeit und Qualität hervorheben. Um eine möglichst hohe Akzeptanz zu erzielen und Entscheidungen bei Käufern bzw. Nutzern auszulösen, ist es unerlässlich, Marketingkampagnen und Kommunikationsinhalte an die einzelnen Phasen anzupassen.
Nutzen für Go-to-Market, digitale Transformation und interne Schulungen
Die Product Adoption Curve gibt wertvolle Hinweise für das Go-to-Market-Konzept. Sie hilft dabei, die richtigen Prioritäten zwischen dem anfänglichen Experimentierstadium und der breiten Markteinführung zu setzen. Im Rahmen der digitalen Transformation hilft sie dabei, das jeweils notwendige Maß an Unterstützung zu finden. Für interne Schulungen unterstützt das Modell von Rogers den schrittweisen Kompetenzaufbau der Mitarbeiter, damit diese möglichst effizient mit neuen Tools umgehen.
Personalisierte Unterstützung je nach Nutzerprofil
Die Akzeptanzmechanismen von Produkten weisen nahezu dieselbe Dynamik auf wie die digitale Akzeptanz: Jeder Nutzer sollte seinem Profil entsprechend unterstützt werden. Personalisierte Tutorials, schrittweises Onboarding und zielgruppengerechte Unterlagen fördern eine optimale User Experience, beschleunigen die Akzeptanz von Innovationen und reduzieren Widerstände gegen Veränderungen.
Erfolgreiche Produkte durch Geduld und richtiges Timing
Die Akzeptanz eines Produktes lässt sich nicht erzwingen; zu hoher Druck kann Ablehnung entstehen lassen. Jede Nutzer- bzw. Kundengruppe bestimmt ihr eigenes Tempo, das sollten Sie respektieren. Geben Sie potenziellen Nutzern die Zeit, Interesse zu entwickeln, und stimmen Sie die Marketingaktivitäten darauf ab. Auf diese Weise stehen die Chancen für eine dauerhafte Produktakzeptanz und eine langfristige Kundenbindung am besten.
Wie hilft die Adoptionskurve bei der Software-Einführung im Unternehmen?
Die Adoption Curve beschreibt nicht nur Märkte, sondern auch Belegschaften. Wird ein neues ERP-, CRM- oder HR-System eingeführt, gibt es ebenfalls Innovatoren, die sich sofort einarbeiten, und Nachzügler, die so lange wie möglich an gewohnten Arbeitsweisen festhalten. Für das Projektteam bedeutet das:
- Innovatoren und Early Adopters als Key User und Multiplikatoren gewinnen, die Feedback geben und Kolleginnen und Kollegen unterstützen.
- Die frühe Mehrheit mit konkreten Anwendungsfällen, kurzen Schulungen und Erfolgsbeispielen aus dem eigenen Unternehmen überzeugen.
- Späte Mehrheit und Nachzügler mit einfachen Abläufen, Hilfe direkt in der Anwendung und einem gut erreichbaren Support begleiten.
Rogers nennt außerdem fünf Eigenschaften, die bestimmen, wie schnell sich eine Innovation durchsetzt: relativer Vorteil, Kompatibilität mit bestehenden Werten und Abläufen, Komplexität, Erprobbarkeit und Beobachtbarkeit. Für Software heißt das: Je klarer der Nutzen, je besser die neue Lösung zu den gewohnten Prozessen passt, je einfacher die Bedienung ist und je gefahrloser Mitarbeitende sie ausprobieren können, desto steiler verläuft die Adoptionskurve.
Fazit: Die Adoption Curve hat nichts von ihrer Aktualität verloren
Die Product Adoption Curve ist nach wie vor ein wichtiges Hilfsmittel für Entwickler, Produktmanager und Marketingabteilungen. Mit ihrer Hilfe versteht man das Verhalten der Zielgruppe besser, kann Maßnahmen im richtigen Moment starten und so die Erfolgschancen verbessern. Die Methode hilft dabei, Nutzer besser zu begleiten, Markteinführungsphasen zu planen und jede Phase des Produktlebenszyklus optimal zu nutzen. Für tiefer gehende Informationen lesen Sie unsere anderen Artikel über Produktakzeptanz, Kundenbindung und Digital Adoption.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Early Adopter?
Ein Early Adopter ist nach der Adoption Curve von Everett Rogers ein Frühanwender, der eine Innovation kurz nach den Innovatoren übernimmt. Early Adopters machen rund 13,5 % der Zielgruppe aus, gelten als Meinungsführer und haben großen Einfluss darauf, ob die breite Mehrheit einem neuen Produkt vertraut. In Softwareprojekten eignen sie sich besonders gut als Key User.
Was ist der Unterschied zwischen Glockenkurve und S-Kurve?
Die Adoption Curve lässt sich auf zwei Arten darstellen. Die Glockenkurve zeigt, wie viele Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt neu hinzukommen, und bildet so die fünf Adopter-Gruppen ab. Die S-Kurve zeigt dagegen die kumulierte Zahl aller Nutzer: Sie steigt zunächst langsam, beschleunigt sich mit der frühen Mehrheit und flacht ab, sobald der Markt gesättigt ist.
Was bedeutet Adoption in der IT?
In der IT bezeichnet Adoption die tatsächliche Übernahme und regelmäßige Nutzung einer neuen Technologie oder Software durch ihre Anwender. Eine gekaufte Lizenz oder ein erfolgreicher Go-live reicht dafür nicht aus. Von gelungener Adoption spricht man erst, wenn Mitarbeitende die Anwendung im Arbeitsalltag sicher und wie vorgesehen einsetzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Was ist Digital Adoption?
Wer hat die Adoptionskurve entwickelt?
Die Adoptionskurve geht auf den US-amerikanischen Soziologen und Kommunikationswissenschaftler Everett M. Rogers zurück. Er stellte sie 1962 in seinem Buch „Diffusion of Innovations“ vor, in dem er zahlreiche Studien zur Verbreitung von Neuerungen auswertete. Geoffrey A. Moore ergänzte das Modell 1991 um den Chasm, die Kluft zwischen Early Adopters und früher Mehrheit.
Wie lässt sich die Adoption Curve bei Mitarbeitenden beschleunigen?
Um die Adoption Curve bei der Einführung neuer Software zu beschleunigen, sollten Unternehmen jede Nutzergruppe gezielt ansprechen: Early Adopters als Multiplikatoren einbinden, der Mehrheit konkrete Anwendungsfälle und kurze Schulungen anbieten und zögernde Nutzer direkt in der Anwendung unterstützen. Zusätzlich lohnt es sich, die tatsächliche Nutzung zu messen, um Hürden früh zu erkennen.