Die ITIL-Zertifizierung ist ein Personenzertifikat, mit dem IT-Fachleute ihr Wissen über das Framework ITIL für IT-Service-Management nachweisen. Der Einstieg ist immer die ITIL Foundation: Bei ITIL 4 umfasst die Prüfung 40 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten, bestanden ist sie mit 26 richtigen Antworten. Prüfungsinstitut ist PeopleCert; seit Februar 2026 gibt es zusätzlich ITIL (Version 5).
Das Wichtigste in Kürze
- Jede ITIL-Zertifizierung beginnt mit der ITIL Foundation; darauf bauen Module auf, die zu Abschlüssen wie Managing Professional, Strategic Leader oder Practice Manager führen.
- Die ITIL-4-Foundation-Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten; bestanden ist sie mit 26 richtigen Antworten (65 %).
- Ein Foundation-Kurs kostet bei deutschen Anbietern einige Hundert Euro, die Prüfungsgebühr kommt meist hinzu – bei mITSM etwa 790 € plus 442 € netto.
- ITIL-Zertifikate sind drei Jahre gültig; seit Februar 2026 gibt es neben ITIL 4 die Nachfolgeversion ITIL (Version 5).
ITIL gilt als das bekannteste Framework für die Verwaltung von IT-Diensten. Es handelt sich dabei um ein Bündel an bewährten Verfahren für IT-Service-Management (ITSM), die Unternehmen als roter Faden bei der digitalen Transformation dienen. In diesem Zusammenhang hilft ITIL dabei, die IT-Leistungen effizient zu managen, sodass diese die Anforderungen des Unternehmens erfüllen und zur Zielerreichung beitragen.
In diesem Artikel erfahren Sie, was ITIL genau ist, welchen Stellenwert das Regelwerk für das Management der IT-Services hat und welches die verschiedenen Stufen der ITIL-Zertifizierung sind. Darüber hinaus erhalten Sie einige Tipps, wie Sie sich am besten auf die Zertifizierungsprüfung vorbereiten und diese erfolgreich absolvieren.
Welche Bedeutung hat ITIL?
Um genau zu verstehen, welchen Stellenwert ITIL hat, sollte man wissen, wie dieses Framework entwickelt wurde und wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Geschichte und Entwicklung von ITIL
ITIL wurde in den 1980er-Jahren durch die CCTA (Central Computer and Telecommunications Agency) entwickelt. Diese Behörde erhielt von der britischen Regierung den Auftrag, die Qualität der staatlichen IT-Dienste zu verbessern.
Die CCTA erstellte daraufhin ein Bündel an Empfehlungen, um das Problem zu lösen. Dabei entstand eine Sammlung von 30 Dokumenten, die schnell als ausgesprochen relevant angesehen wurden, sodass IT-Fachleute daraus Best Practices für das Management der IT-Services ableiteten. Im Laufe der Jahre wurde ITIL weiterentwickelt, und es entstanden die Versionen V2 (1999–2004), V3 (2007), ITIL 4 (2019) und zuletzt ITIL (Version 5), die PeopleCert im Februar 2026 veröffentlicht hat.
Die wesentlichen Grundprinzipien von ITIL
Kern von ITIL 4 ist das „Service Value System“, das neben der Governance folgende Elemente umfasst:
- die Service-Wertschöpfungskette (Service Value Chain),
- 34 ITIL-Praktiken (Practices),
- 7 ITIL-Grundprinzipien,
- ITIL-Governance,
- ständige Verbesserung (Continual Improvement).
Die Service-Wertschöpfungskette basiert auf sechs Schlüsselaktivitäten, die sich je nach Bedarf zu unterschiedlichen Wertströmen kombinieren lassen. Dabei handelt es sich um Planung, Engagement, Design & Transition, Erhalten/Erstellen, Bereitstellung & Support, Verbesserung.
Was die sieben Grundprinzipien von ITIL 4 angeht, so dreht sich zunächst alles um die Wertorientierung. Zudem sollte man dort beginnen, wo das Unternehmen aktuell steht, sich iterativ und auf der Basis von Feedback weiterentwickeln sowie Zusammenarbeit und Transparenz fördern. Die drei letzten Prinzipien geben vor, ganzheitlich zu denken und zu arbeiten, den Schwerpunkt auf Einfachheit und Praktikabilität zu legen sowie zu optimieren und zu automatisieren.
Gemäß ITIL 4 umfasst das Service Management vier Dimensionen: Organisation und Menschen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse.
Die Vorteile der ITIL-Zertifizierung für IT-Fachleute und Unternehmen
Die ITIL-Zertifizierung hilft IT-Experten dabei, sich Qualifikationen anzueignen, die für das IT-Service-Management heute unerlässlich sind. Auf diese Weise steigern sie ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt, denn sie sind dann in der Lage, verantwortungsvollere Aufgaben zu erfüllen, was sich auch auf das Gehalt auswirken kann.
Unternehmen hilft die ITIL-Zertifizierung ihrer Mitarbeitenden bei der Verbesserung der internen Prozesse für die Bereitstellung der IT-Dienstleistungen, wobei gleichzeitig Flexibilität gewährleistet ist. So können sie Kundenbedürfnisse besser erfüllen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die verschiedenen Stufen der ITIL-Zertifizierung
Die ITIL-Zertifizierung beginnt heute immer mit der ITIL Foundation; die aktuellen Abschlüsse stellen wir weiter unten vor. Das frühere Stufenmodell von ITIL V3 umfasste fünf Levels: Foundation, Practitioner, Intermediate, Expert und Master.
Das frühere Stufenmodell von ITIL V3 im Detail
Die ITIL-Zertifizierung beginnt mit dem Level „Foundation“. Die Ausbildung auf dieser Stufe ist ideal für IT-Fachleute, die sich mit den Grundlagen von ITIL vertraut machen wollen. Dabei lernen sie, wie man das ITIL-Rahmenwerk nutzt, damit es zur Verbesserung des IT-Service-Managements beiträgt.
Die zweite Stufe der ITIL-Zertifizierung ist das „Practitioner-Level“. Hauptziel dieser Stufe ist es, den Absolventen des ersten Levels zu vermitteln, wie sie das Framework an ihrem Arbeitsplatz im Tagesgeschäft anwenden. Im Rahmen der Ausbildung für das „Practitioner-Level“ werden Kenntnisse über verschiedene Elemente vermittelt, mit denen man die Leistungsfähigkeit des Unternehmens kontinuierlich verbessert. Im Mittelpunkt stand die kontinuierliche Verbesserung von Services.
„Intermediate“ ist die dritte Stufe der ITIL-Zertifizierung und umfasst zwei Kategorien: Service-Lebenszyklus (Lifecycle) und Service-Fähigkeit (Capability). In der ersten Kategorie geht es um den Lebenszyklus der IT-Services, während die zweite Kategorie die operativen Abläufe des Managements sowie die Reaktivität bei Vorfällen betrifft. Die Kategorien umfassen 5 beziehungsweise 4 Ausbildungsmodule. Man kann sich entweder für eine der Kategorien – Lifecycle oder Capability – entscheiden oder beide Ausbildungen absolvieren.
Das Level „Expert“ ist für Spezialisten gedacht, die bereits ein umfassendes Verständnis für das ITIL-Rahmenwerk und die damit verbundenen Best Practices besitzen. Mit der Zertifizierung weisen sie nach, dass sie das ITIL-Framework als Ganzes innerhalb des Unternehmens anwenden können.
Das „Master-Level“ ist Fachleuten vorbehalten, die die ITIL-Zertifizierung auf „Expert-Level“ besitzen und mindestens eine 5-jährige Berufserfahrung an einem Arbeitsplatz nachweisen können, an dem das Framework eingesetzt wird.
Tipps für die Wahl des richtigen Levels
Um sich für die passende Zertifizierungsstufe zu entscheiden, sollten Sie zunächst einschätzen, wie viel Sie über das ITIL-Framework bereits wissen. Berücksichtigen Sie dann die ITIL-Zertifizierungen, die Sie bereits besitzen, sowie die Voraussetzungen, die Sie für die gewünschte Zertifizierung erfüllen müssen. Überlegen Sie auch, ob die angestrebte Zertifizierungsstufe sowohl mit Ihren beruflichen Zielen als auch mit den Bedürfnissen des Unternehmens, in dem Sie arbeiten, übereinstimmt.
ITIL-Zertifizierungsstufen 2026: ITIL 4 und ITIL (Version 5)
Das heutige Zertifizierungsschema kennt keine Stufen wie „Intermediate“ oder „Expert“ mehr. Es beginnt immer mit der ITIL Foundation; darauf bauen Module auf, die zu Abschlüssen (Designations) führen. Laut ITIL.com gliedert sich der Weg in ITIL (Version 5) so:
| Abschluss | Zielgruppe | Module (Version 5) |
|---|---|---|
| ITIL Foundation | Einstieg für alle, die mit IT-Services arbeiten | Foundation |
| ITIL Managing Professional | IT-Praktiker, die Services und Teams steuern | Product, Service, Experience und Transformation |
| ITIL Practice Manager | Verantwortliche für einzelne Praktiken | Module zu einzelnen Praktiken und Transformation |
| ITIL Strategic Leader | Führungskräfte mit Strategieverantwortung | Strategy und Transformation |
Höchste Auszeichnung bleibt der Titel ITIL Master. ITIL 4 wird laut PeopleCert parallel weiter angeboten, bestehende Zertifikate behalten ihren Wert. Nach Angaben des Schulungsanbieters New Horizons wird ein ITIL-4-Foundation-Zertifikat auch als Voraussetzung für die weiterführenden Module von Version 5 anerkannt. Für Einsteiger heißt das: Beginnen Sie mit der Foundation in der Version, die Ihr Arbeitgeber oder Ihr Schulungsanbieter nutzt – der weitere Weg steht Ihnen in beiden Versionen offen.
Vorbereitung für ITIL-Zertifizierung und Prüfung
Für jede Stufe der ITIL-Zertifizierung ist eine umfassende Vorbereitung die Voraussetzung. Dazu sollte man zunächst das notwendige Studienmaterial besitzen. Die offiziellen ITIL-Publikationen sind dabei die wichtigste Grundlage. Der Inhalt hilft Ihnen, die Informationen, die in den Kursen zum Thema vermittelt werden, besser einzuordnen.
Schulungsunternehmen, die ITIL-Zertifikatskurse anbieten, müssen von PeopleCert akkreditiert sein. Die Prüfungen nimmt PeopleCert ab – auf Papier im Anschluss an eine Schulung oder online mit Fernaufsicht. So sind einheitliche Inhalte und Prüfungsstandards sichergestellt. Die Kurskosten hängen von Anbieter und Format ab; ein Beispiel finden Sie im Abschnitt zu den Kosten. Bei manchen Kursanbietern sind die Gebühren für die Zertifizierungsprüfung bereits im Kurspreis enthalten.
Sie können die Vorbereitung für die ITIL-Zertifizierung mit ergänzenden Workshops abrunden. Außerdem empfiehlt es sich, die erworbenen Kenntnisse in Bezug auf die ITIL-Vorgehensweisen im Rahmen Ihrer Tätigkeit konkret anzuwenden. Prüfungssimulationen sind ein weiteres Mittel, um das Training abzurunden. Auch kurze Lerneinheiten über mehrere Tage verteilt helfen, sich die Begriffe und Konzepte von ITIL dauerhaft einzuprägen.
Wenn Sie bereit sind, melden Sie sich bei einem zugelassenen Prüfungszentrum für die Zertifizierungsprüfung an. Die Prüfungsgebühr ist nicht immer im Kurspreis enthalten. Wiederholen Sie das Gelernte immer wieder bis zum Tag X, und stellen Sie dann Ihre Kenntnisse unter Beweis. Gehen Sie ruhig und entspannt in die Prüfung. Das ist die beste Voraussetzung, um die Fragen bestmöglich beantworten zu können.
Was kostet eine ITIL-Zertifizierung?
Die Kosten einer ITIL-Zertifizierung setzen sich in der Regel aus zwei Posten zusammen: dem Vorbereitungskurs und der Prüfungsgebühr von PeopleCert. Ein Beispiel aus dem deutschen Markt: Der Schulungsanbieter mITSM nennt für seinen ITIL-4-Foundation-Kurs 790 € und für die Zertifizierungsprüfung 442 €, jeweils netto. Je nach Anbieter, Format (Präsenz, Live-Online oder E-Learning) und Leistungsumfang weichen die Preise ab; manche Kurse enthalten die Prüfungsgebühr bereits.
Hinzu kommen Folgekosten, denn ITIL-Zertifikate sind laut Fast Lane drei Jahre gültig. Danach müssen Sie das Zertifikat durch eine erneute Prüfung oder ein weiteres Zertifikat im selben Themengebiet erneuern. Bei den weiterführenden Modulen fallen für jedes Modul eigene Kurs- und Prüfungsgebühren an. Viele Arbeitgeber übernehmen diese Kosten, wenn die Zertifizierung zur Rolle passt – etwa im Service Desk, im IT-Service-Management oder in der IT-Leitung. Planen Sie neben dem Budget auch Lernzeit ein: Foundation-Kurse dauern meist zwei bis drei Tage, hinzu kommt die Wiederholung vor der Prüfung.
Nach der Zertifizierung – Chancen und Aufstieg
Mit der ITIL-Zertifizierung bieten sich Ihnen neue Möglichkeiten für Ihr berufliches Weiterkommen. Sie kann den Weg in Rollen wie IT-Service-Manager, Projektleiter oder Leiter des technischen Supports ebnen; für Positionen wie die eines CIO ist sie ein Baustein unter vielen. Sogar eine selbstständige Tätigkeit als Berater für das ITIL-Framework kommt in Betracht.
Die ITIL-Zertifizierung ist international anerkannt und eröffnet Ihnen daher Perspektiven auf ausländischen Arbeitsmärkten. Wenn Sie die Prüfung absolviert haben, sollten Sie dranbleiben: ITIL-Zertifikate sind drei Jahre gültig und müssen danach durch eine erneute Prüfung oder ein weiteres Zertifikat im selben Themengebiet erneuert werden. Auf diese Weise halten Sie sich gleichzeitig über neue Trends im Bereich des IT-Service-Managements auf dem Laufenden. Weitere Personenzertifikate zu Themen wie ISO 20000 oder Lean IT ergänzen ITIL und erweitern Ihre Qualifikation zusätzlich.
Zusammenfassung
ITIL ist ein sehr nützliches Hilfsmittel, um die IT-Leistungen einer Organisation effizient zu managen. Mit der ITIL-Zertifizierung verbessert man seine Kenntnisse im Management von IT-Systemen und gleichzeitig seine Karrierechancen. Auch Unternehmen profitieren, wenn ihre Mitarbeitenden ITIL-zertifiziert sind: Sie verbessern die Qualität ihrer Dienstleistung, die Kundenzufriedenheit und nicht zuletzt ihre Konkurrenzfähigkeit. Die ITIL-Zertifizierung besteht aus verschiedenen Stufen, die man je nach Anforderungen und Vorkenntnissen auswählen sollte, um die besten Erfolgschancen bei der Prüfung zu haben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ITIL V5?
ITIL (Version 5) ist die Nachfolgeversion von ITIL 4, die PeopleCert im Februar 2026 veröffentlicht hat. Sie baut auf Leitprinzipien, Service Value System und Praktiken von ITIL 4 auf, ergänzt sie aber um ein achtstufiges Lebenszyklusmodell für Produkte und Services und legt einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz. Die Module werden schrittweise eingeführt; ITIL 4 bleibt parallel verfügbar.
Wie läuft die ITIL-Foundation-Prüfung ab?
Die ITIL-4-Foundation-Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen mit je einer richtigen Antwort. Sie dauert 60 Minuten, Hilfsmittel sind nicht erlaubt, und bestanden hat, wer mindestens 26 Punkte (65 %) erreicht. Die Prüfung nimmt PeopleCert ab – auf Deutsch oder Englisch, entweder auf Papier im Anschluss an eine Schulung oder online mit Fernaufsicht.
Wie lange ist eine ITIL-Zertifizierung gültig?
ITIL-Zertifizierungen sind drei Jahre gültig. Um das Zertifikat zu verlängern, legen Sie entweder die Prüfung erneut ab oder erwerben ein weiteres Zertifikat im selben Themengebiet, etwa ein weiterführendes ITIL-Modul. Viele Schulungsanbieter bieten dafür eintägige Rezertifizierungskurse an. So stellt PeopleCert sicher, dass zertifizierte Fachleute ihr Wissen regelmäßig auffrischen.
Kann sich ein Unternehmen nach ITIL zertifizieren lassen?
Nein. Die ITIL-Zertifizierung ist ein Personenzertifikat für Fachleute. Unternehmen können ihr IT-Service-Management stattdessen nach der internationalen Norm ISO/IEC 20000-1 zertifizieren lassen. ITIL hilft dabei, die Anforderungen der Norm umzusetzen, ist aber keine Voraussetzung. Mehr dazu im Beitrag zur ISO-20000-Zertifizierung.
Sollte ich mit ITIL 4 oder ITIL (Version 5) beginnen?
Beide Wege sind möglich. ITIL 4 bleibt verfügbar, und ein ITIL-4-Foundation-Zertifikat wird nach Angaben von Schulungsanbietern als Voraussetzung für die weiterführenden Module von Version 5 anerkannt. Wenn Ihr Unternehmen noch mit ITIL 4 arbeitet, ist die ITIL-4-Foundation weiterhin sinnvoll. Wer neu einsteigt und Wert auf aktuelle Themen wie KI legt, kann direkt mit der Foundation in Version 5 beginnen.
Quellen
- PeopleCert/ITIL.com, „ITIL Foundation (Version 5): What’s new“, abgerufen am 22.10.2026
- PeopleCert, „New ITIL Explained for Certified Professionals“, abgerufen am 22.10.2026
- mITSM, „ITIL 4 Foundation (English)“ – Kurs- und Prüfungspreise, Prüfungsformat, Gültigkeit, abgerufen am 22.10.2026
- Fast Lane, „ITIL® 4 Foundation (FOUNDATION)“ – Prüfungsformat und Gültigkeit von 3 Jahren, abgerufen am 22.10.2026