Ein Adoption Manager, auch Digital Adoption Manager genannt, sorgt dafür, dass Mitarbeitende neue Software und digitale Tools tatsächlich und kompetent nutzen. Er plant Schulung, Kommunikation und Nutzerunterstützung, misst die Nutzung anhand von Kennzahlen und beseitigt Hürden nach dem Go-live. Die Rolle verbindet IT, Fachbereiche und Change Management und gewinnt mit der Einführung von KI-Tools an Bedeutung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Adoption Manager verantwortet, dass neue Software im Unternehmen nicht nur eingeführt, sondern dauerhaft und vollständig genutzt wird.
- Zu seinen Aufgaben gehören Schulungskonzepte, Onboarding, Kommunikation, Nutzungsanalysen und die Abstimmung mit IT und Fachbereichen.
- Anders als der Change Manager, der den organisatorischen Wandel insgesamt begleitet, konzentriert sich der Adoption Manager auf die Nutzung konkreter Anwendungen.
- Mit der Einführung von KI-Assistenten wie Microsoft Copilot schreiben Unternehmen zunehmend Stellen als „AI Adoption Manager“ aus.
Die digitale Akzeptanz in einem Unternehmen zu fördern, ist keine leichte Aufgabe. Das erfordert Kreativität, Entschlossenheit und Flexibilität. Nur wenn ein Adoption Manager diese Eigenschaften besitzt, ist er in der Lage, eine Strategie für die Einführung digitaler Technologien zu entwickeln und umzusetzen. Dieser Artikel stellt das Berufsbild und seine Bedeutung für Unternehmen vor.
Welche Aufgabe hat ein Adoption Manager?
Der Adoption Manager steuert und überwacht die Einführung und Nutzung digitaler Anwendungen im Unternehmen. Der Spezialist muss sicherstellen, dass die Mitarbeiter das Optimum aus den digitalen Tools herausholen können. Damit eine digitale Transformation gelingt, müssen die Mitarbeiter allerdings neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen sein. Je stärker digitale Technologien in der Unternehmenskultur verankert sind, desto eher werden Neuerungen in diesem Bereich von den Mitarbeitern akzeptiert.
Der Digital Adoption Manager kennt die Hürden, die Unternehmen in diesem Zusammenhang überwinden müssen. Er ist in der Lage, die Schwachpunkte zu erkennen, welche den Prozess verlangsamen. Darüber hinaus ist er mit der Funktionsweise der neuen Tools vertraut und in der Lage, die Datenqualität und -integrität zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der Einführung neuer Software oder Technologie im Unternehmen ist Veränderungsmanagement.
Zusammengefasst gehören unter anderem folgende Aufgaben zur Rolle eines Adoption Managers:
- User in neue Software einführen und schulen,
- neue Mitarbeiter onboarden,
- den Umstieg auf digitale Geschäftsprozesse einleiten,
- den Widerstand der Mitarbeiter abbauen,
- die Rentabilität der IT-Investitionen sichern.
Eine digitale Adoptionsplattform (DAP), zum Beispiel von Knowmore, kann ein ideales Hilfsmittel für den Adoption Manager sein, um den Nutzern den Einstieg in neue Technologien zu erleichtern.
Adoption Manager vs. Change Manager: Was ist der Unterschied?
Beide Rollen arbeiten eng zusammen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Der Change Manager begleitet den organisatorischen Wandel als Ganzes, also neue Strukturen, Rollen und Verhaltensweisen. Der Adoption Manager konzentriert sich darauf, dass eine bestimmte Software oder Technologie tatsächlich und vollständig genutzt wird.
| Change Manager | Adoption Manager | |
|---|---|---|
| Fokus | Organisation, Kultur, Verhalten | Nutzung konkreter Anwendungen |
| Typische Aufgaben | Stakeholder-Analyse, Kommunikation, Umgang mit Widerstand | Schulungskonzept, Onboarding, Hilfen in der Anwendung, Nutzungsanalyse |
| Zeitraum | meist bis zum Abschluss des Veränderungsprojekts | vom Rollout bis weit über den Go-live hinaus |
| Erfolgsmessung | Akzeptanz, Engagement, Projektziele | aktive Nutzer, Funktionsnutzung, Supportanfragen, Prozessqualität |
In vielen Unternehmen werden beide Aufgaben in einer Stelle gebündelt, die als „Change & Adoption Manager“ ausgeschrieben ist. Methodisch stützen sich beide Rollen oft auf dieselben Modelle, etwa das ADKAR-Modell, das den Weg vom Bewusstsein für eine Veränderung bis zu ihrer Verankerung beschreibt. Unterstützt werden sie häufig von Change Agents in den Fachbereichen, die als Ansprechpartner vor Ort dienen.
Warum benötigt man einen Adoption Manager?
Im digitalen Zeitalter müssen Unternehmen ihr Geschäft immer wieder weiterentwickeln, um im Wettbewerb zu bestehen. Es ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll, sich bei diesem Prozess von einem Adoption Manager begleiten zu lassen.
Akzeptanz neuer Technologie
Sie haben vor Kurzem eine neue technologische Lösung eingeführt? Solche Veränderungen sind notwendig, um die Effizienz zu verbessern und damit den Umsatz des Unternehmens zu steigern. Ein schlechter Umgang mit Veränderungen kann den Prozess jedoch erheblich beeinträchtigen. Laut einer McKinsey-Umfrage sehen nur 16 % der Befragten, dass die digitale Transformation ihres Unternehmens die Leistung dauerhaft verbessert hat. Ein Adoption Manager hilft Unternehmen dabei, Misserfolge in diesem Bereich zu vermeiden. Er ist dafür verantwortlich, dass die neuen Anwendungen akzeptiert werden, und überwacht den Integrationsprozess der neuen Technologien.
Reibungslose Geschäftsprozesse
Manchmal halten Mitarbeitende an Gewohntem fest und nutzen weiterhin alte, lieb gewonnene Tools, obwohl eine neue Software eingeführt wurde. Neue Lösungen sind jedoch nur effizient, wenn die User sie mit allen Funktionen nutzen. Laufen Geschäftsprozesse schlecht ab, wirkt sich dies oft negativ auf die Kundenzufriedenheit aus, was wiederum dem Image des Unternehmens schaden kann. Aufgabe eines Adoption Managers ist es, mögliche Defizite zu erkennen, zu beheben und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu etablieren.
Datenintegration und Datenqualität
Voraussetzung für einen erfolgreichen digitalen Wandel ist die Einhaltung bestimmter Vorgehensweisen. Das ist umso schwieriger, je komplexer ein Unternehmen strukturiert ist. Damit die Datenintegration problemlos verläuft und die Datenqualität nicht leidet, müssen alle Mitarbeiter und Abteilungen die Funktionen eines Systems optimal nutzen. Der Adoption Manager hilft dabei, die Abteilungen des Unternehmens miteinander zu vernetzen. Er stellt sicher, dass der Chief Technology Officer (CTO) aus den analysierten Daten die richtigen Erkenntnisse ableiten und gegebenenfalls Prozesse anpassen kann.
Neue Tools und Prozesse bewerten
Es ist nicht einfach, alle Trends der digitalen Transformation zu beobachten und zu bewerten, da die Technologie heute einem ständigen Wandel unterworfen ist. Ein Adoption Manager hilft dabei, technologische Lösungen zu wählen, die den Wachstumsprozess des Unternehmens unterstützen. Der Verantwortliche für digitale Akzeptanz hat auch ein Auge darauf, dass das Unternehmen das IT-Budget im Griff behält.
Rendite der Technologieinvestitionen
Wenn Sie feststellen, dass die eingeführte Software nicht den gewünschten Return on Investment (ROI) erzielt, dann kann das daran liegen, dass Sie nicht die richtigen Kennzahlen heranziehen. Ein Adoption Manager hilft dabei, die richtigen KPIs zu bestimmen, mit denen Sie erkennen, ob die digitalen Tools optimal eingesetzt werden und eine maximale Rendite erzielen.
Was muss ein Adoption Manager können?
Die Aufgaben eines Digital Adoption Managers sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, sodass es schwierig ist, eine abschließende Liste aller erforderlichen Kompetenzen zu erstellen. Dennoch gibt es einige grundsätzliche Qualifikationen, die dieser Spezialist mitbringen sollte:
- technisches Know-how,
- Erfahrung im Veränderungsmanagement,
- analytische und strategische Fähigkeiten,
- Sozialkompetenz und pädagogische Kompetenz.
Ein guter Adoption Manager sollte datenorientiert arbeiten und lösungsorientiert denken können. Zusätzlich muss er Mitarbeiter führen und Projekte leiten können.
Adoption Manager und Digital Adoption Platform
Adoption Manager nutzen heute häufig digitale Adoptionsplattformen. Dabei handelt es sich um Tools, die in eine Software integriert werden und die User in Echtzeit anleiten. Durch interaktive Anleitungen lernen diese, das volle Potenzial der entsprechenden Software auszuschöpfen. Das erleichtert die Einführung neuer Lösungen und die Schulung der User. Leistungsfähige Digital Adoption Platforms (DAPs) unterstützen eine transparente Kommunikation und fördern die Akzeptanz. Sie reduzieren Faktoren, die den Erfolg des Projektes beeinträchtigen, und helfen auf diese Weise, eine bessere Rendite zu erzielen. Für den Adoption Manager ist die Digital Adoption Platform ein Hilfsmittel, um die User zu motivieren und die Produktivität ihrer Arbeit zu verbessern. Da die Plattform direkt in die jeweilige Software integriert ist, muss der User diese nicht verlassen, wenn er Hilfe sucht, und wird dadurch nicht abgelenkt. DAPs lassen sich in den meisten webbasierten Anwendungen einsetzen.
AI Adoption Manager: Was ändert sich bei der Einführung von KI?
Mit KI-Assistenten wie Microsoft Copilot entsteht eine neue Variante der Rolle: der AI Adoption Manager. Stellenanzeigen beschreiben ihn als Verantwortlichen für die Einführung und nachhaltige Nutzung unternehmensweiter KI-Lösungen. Die Aufgaben ähneln denen bei klassischer Software, verschieben sich aber in drei Punkten:
- Anwendungsfälle statt Funktionen: Mitarbeitende müssen lernen, für welche Aufgaben sich KI eignet und wie sie wirksame Prompts formulieren. Konkrete Inhalte zeigt der Beitrag zur Copilot-Schulung.
- Regeln und Risiken: Datenschutz, Vertraulichkeit und die Prüfung von KI-Ergebnissen gehören in jede Schulung. Fehlen offizielle Angebote, greifen Beschäftigte zu nicht freigegebenen Tools, wie der Artikel über Schatten-KI zeigt.
- Messbarer Nutzen: KI-Lizenzen sind teuer. Der AI Adoption Manager weist nach, wie viele Beschäftigte die Tools regelmäßig nutzen und welche Zeitersparnis entsteht.
Wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist, zeigt eine McKinsey-Umfrage: Nur 16 % der Befragten gaben an, dass die digitale Transformation ihres Unternehmens die Leistung verbessert hat und diese Verbesserung von Dauer ist. Über den Erfolg entscheidet deshalb weniger die Technologie selbst als die Frage, ob Menschen sie im Arbeitsalltag einsetzen.
Häufig gestellte Fragen
Was macht ein Digital Adoption Manager?
Ein Digital Adoption Manager sorgt dafür, dass Mitarbeitende neue digitale Anwendungen schnell, sicher und vollständig nutzen. Er analysiert Nutzungsdaten, plant Schulungen und Onboarding, erstellt mit Werkzeugen wie einer Digital Adoption Platform Hilfen direkt in der Software und arbeitet eng mit IT, Fachbereichen und Change Management zusammen. Ziel ist, dass sich Softwareinvestitionen durch tatsächliche Nutzung auszahlen.
Was ist Adoption Management?
Adoption Management bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen die Übernahme und dauerhafte Nutzung neuer Technologien durch die Mitarbeitenden steuert. Dazu gehören Kommunikation, Schulung, Unterstützung im Arbeitsalltag und die Messung der Nutzung. Adoption Management ist eng mit dem Change Management verwandt, konzentriert sich aber auf konkrete Anwendungen und wird oft gemeinsam als „Adoption und Change Management“ angeboten.
Welche Ausbildung braucht ein Adoption Manager?
Für die Rolle gibt es keine geregelte Berufsausbildung. Viele Adoption Manager haben ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Psychologie oder Pädagogik und Erfahrung in IT-Projekten, Training oder Change Management. Hilfreich sind Weiterbildungen im Change Management, Kenntnisse in Didaktik und Datenanalyse sowie ein gutes Verständnis der Unternehmensanwendungen, deren Einführung sie begleiten.
Wann braucht ein Unternehmen einen Adoption Manager?
Ein Adoption Manager lohnt sich vor allem bei großen Software-Einführungen wie ERP-, CRM- oder HR-Systemen, bei der Migration auf neue Plattformen und bei der unternehmensweiten Einführung von KI-Tools. Spätestens wenn Lizenzen ungenutzt bleiben, die Supportanfragen nach dem Go-live stark steigen oder Mitarbeitende an alten Tools festhalten, ist eine Person sinnvoll, die die Nutzung gezielt steuert.
Welche Kennzahlen nutzt ein Adoption Manager?
Typische Kennzahlen sind der Anteil aktiver Nutzer, die Nutzung zentraler Funktionen, die Abschlussquote wichtiger Prozesse, Fehler- und Abbruchraten, die Zahl der Supportanfragen pro Nutzer sowie die Zeit bis zum ersten Nutzen. Ergänzend helfen Befragungen zur Zufriedenheit. Entscheidend ist, die Kennzahlen vor dem Go-live festzulegen, damit sich die Entwicklung vergleichen lässt.