Das Informationssystem

Ein Informationssystem umfasst alle Ressourcen — Hardware, Software, Menschen und Organisation —, mit denen Informationen in einem Unternehmen erfasst, gespeichert, verarbeitet und verteilt werden. Es ist die Infrastruktur hinter Entscheidungen und Fachprozessen.

8 Min. Lesezeit Strategie Transformation

Definition in Kürze

Ein Informationssystem (IS) umfasst alle Hardware-, Software-, personellen und organisatorischen Ressourcen, mit denen Informationen in einer Organisation erfasst, gespeichert, verarbeitet und verteilt werden.

  • Es umfasst Technologie, aber ebenso Prozesse und organisatorische Praxis.
  • Die IT ist eine Teilmenge davon: Das Informationssystem ist der weitere Begriff.
  • Seine Leistungsfähigkeit hängt ebenso an der Aneignung durch die Anwender wie an seiner Architektur.

Was ist ein Informationssystem?

Ein Informationssystem umfasst alle Ressourcen — Hardware, Software, personelle und organisatorische —, mit denen Informationen in einer Organisation erfasst, gespeichert, verarbeitet und verteilt werden. Es bildet eine strategische Infrastruktur, die Entscheidungen stützt, Fachprozesse verschlankt und die Erfahrung interner wie externer Nutzer prägt.

Dazu zählen Technologien — ERP, CRM, Datenbanken, Cloud-Plattformen — ebenso wie die organisatorischen Praktiken, die den Informationsfluss regeln.

Welche Rolle spielt das IS in der digitalen Transformation?

Mit der Beschleunigung der digitalen Transformation wird das Informationssystem zu einem entscheidenden Hebel, um:

  • die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens auf Marktveränderungen zu erhöhen;
  • die digitale Adoption zu fördern, indem der Zugang zu Fachanwendungen vereinfacht wird;
  • Daten abzusichern und als Wettbewerbsvorteil nutzbar zu machen;
  • Prozesse zu automatisieren und operative Effizienz zu gewinnen;
  • die Veränderungsbegleitung mit Analyse- und Steuerungsdaten zu unterfüttern.

Was sagen die Zahlen zu Informationssystemen?

48 %

der digitalen Initiativen erreichen oder übertreffen ihre geschäftlichen Ziele.

Gartner, Oktober 2024

67 %

der erreichbaren finanziellen Vorteile werden realisiert, selbst bei als erfolgreich geltenden Transformationen.

McKinsey, 2021

Woraus besteht ein modernes Informationssystem?

  1. Technische Infrastruktur: Server, Netzwerke, Cloud Computing.
  2. Fachanwendungen: ERP, CRM, Kollaborationsplattformen, Spezialwerkzeuge.
  3. Datenbanken: strukturierte und geregelte Verwaltung der Informationen.
  4. Informationssicherheit: Schutz digitaler Werte und Aufrechterhaltung des Betriebs.
  5. Information Governance: Nutzungsrichtlinien und regulatorische Konformität (DSGVO).
  6. Anwendererfahrung: verständliche Oberflächen und vereinfachte Abläufe.

Der letzte Punkt wird meist zuletzt behandelt, obwohl er die fünf anderen bedingt: Eine tadellose Architektur, die niemand zu bedienen weiß, erzeugt keinerlei Wert.

Informationssystem oder IT: Worin liegt der Unterschied?

Das Informationssystem umfasst Menschen, organisatorische Prozesse und die Technologie zur Verwaltung von Informationen. Die IT bildet nur den technologischen Anteil: Server, Software, Netzwerke.

Anders gesagt ist die IT eine Teilmenge des IS. Diese Unterscheidung hat praktische Folgen: Ein als IT-Projekt geführtes Vorhaben behandelt das Go-live als Ziellinie, während ein als IS-Projekt geführtes Vorhaben Prozesse und Arbeitspraxis von Anfang an einbezieht.

Wie modernisieren große Unternehmen ihr Informationssystem?

  • Siemens hat sein Informationssystem um eine gemeinsame Datenplattform herum neu aufgestellt, damit Entwicklung, Produktion und Service auf dieselbe Sicht zugreifen und Entscheidungen schneller fallen.
  • Allianz hat ihr IS auf hybride Cloud-Architekturen umgestellt, die Datensicherheit gestärkt und zugleich neue digitale Services für Kunden geöffnet.
  • Renault hat ein IS auf Basis von Big Data und künstlicher Intelligenz aufgebaut, um die Lieferkette zu optimieren, Kosten zu senken und das Kauferlebnis zu verbessern.

Alle drei Wege haben eines gemeinsam: Die Technologie ist nie der begrenzende Faktor. Begrenzend ist die Zahl der Mitarbeitenden, die sie nutzen können.

Welche Risiken birgt ein schlecht integriertes IS?

Ein schlecht integriertes Informationssystem erzeugt Datensilos, einen gestörten Informationsfluss, wiederkehrende Fachfehler und langfristig die Ablehnung digitaler Werkzeuge durch die Anwender. Strategische Entscheidungen beruhen dann auf lückenhaften oder widersprüchlichen Daten.

Das zuverlässigste Anzeichen ist nicht technischer Natur: Es sind wieder auftauchende Parallel-Tabellen. Wenn Teams die benötigten Informationen außerhalb des Systems rekonstruieren, erfüllt das System seine Aufgabe nicht mehr.

Die Expertise von Knowmore

Die Rolle von Knowmore bei der Optimierung des IS.

Ein Informationssystem entfaltet sein Potenzial nur, wenn seine Anwender es annehmen. K-NOW beschleunigt die Einarbeitung in neue Werkzeuge, K-STUDIO ermöglicht kontinuierliches Lernen über interaktive Inhalte in den Fachanwendungen, und K-VALUE liefert die Adoptionskennzahlen für die Steuerung.

Wir arbeiten mit IT-Abteilungen in mehr als 70 Ländern zusammen, darunter 40 % der CAC-40-Unternehmen, mit einer Überzeugung: Der letzte Baustein eines IS-Projekts ist nicht das Go-live, sondern die Nutzung.

Fazit

Ein modernes und gut angenommenes Informationssystem treibt Leistungsfähigkeit und Innovation in der gesamten Organisation.

In seine Optimierung zu investieren heißt sicherzustellen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter die digitalen Werkzeuge tatsächlich nutzen kann — andernfalls bleibt die Modernisierung ein Kostenblock ohne Gegenwert.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Informationssystem (IS) und Informationstechnologie (IT)?

Das Informationssystem umfasst Menschen, organisatorische Prozesse und die zur Verwaltung von Informationen eingesetzte Technologie. Die IT bildet nur den technologischen Anteil: Server, Software, Netzwerke. Die IT ist damit eine Teilmenge des IS, und ein rein als IT-Projekt geführtes Vorhaben blendet konstruktionsbedingt die Hälfte der Erfolgsfaktoren aus.

Welche Risiken birgt ein schlecht integriertes Informationssystem?

Ein schlecht integriertes IS führt zu Datensilos, gestörtem Informationsfluss, wiederkehrenden Fachfehlern und zur Ablehnung digitaler Werkzeuge durch die Anwender. Es gefährdet die digitale Transformation und verlangsamt strategische Entscheidungen, weil die Führung mit lückenhaften oder widersprüchlichen Daten arbeitet.

Warum ist die Anwenderakzeptanz in einem IS-Projekt so entscheidend?

Auch das beste System erzeugt nur dann Wert, wenn es tatsächlich genutzt wird. Die Adoption entscheidet über den Projekterfolg: Ohne Verständnis und Zustimmung bleiben die Werkzeuge untergenutzt und die Investition zahlt sich nicht aus. Die Anwender rekonstruieren die benötigten Informationen dann außerhalb des Systems, was den Nutzen der Zentralisierung aufhebt.

Von der Theorie zur Praxis

Das System ist produktiv. Die Tabellen auch.

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