Instruktionsdesign ist ein zentrales Element im Rahmen der beruflichen Weiterbildung und Kompetenzentwicklung. Es geht darum, maßgeschneiderte Schulungsprogramme zu entwickeln, die auf spezifische Ziele und die verschiedenen Tätigkeitsprofile abgestimmt sind. Instruktionsdesign kann sich dafür mehrerer Modelle als Hilfsmittel bedienen, das bekannteste davon ist das ADDIE-Modell. Will man strukturierte Fortbildungsprogramme entwickeln, die den Unternehmensanforderungen entsprechen, sollte man die verschiedenen didaktischen Ansätze kennen.
Das SAM-Modell – auch Modell der sukzessiven Annäherung genannt – gehört zu den agilen Konzepten. Entwickelt wurde die Methode vom E-Learning-Pionier Michael Allen. Sie eignet sich besonders gut, um motivierende und einprägsame Lernerfahrungen zu schaffen. Während das ADDIE-Modell genaue Phasen vorgibt, die man bei der Entwicklung einer Schulung einhalten muss, bietet das SAM-Modell mehr Freiheit für kreative Vorgehensweisen. Der pädagogische Ansatz umfasst drei Phasen:
In der Vorbereitungsphase geht es darum, grundlegende Informationen über das vorhandene Wissen der Lernenden, ihre Stärken und Schwächen sowie andere Faktoren zu sammeln. Im Rahmen eines Brainstormings suchen Sie Ideen für die fundamentalen Aspekte des Fortbildungsprojektes. Im nächsten Schritt nehmen Sie den iterativen Entwurf der verschiedenen Inhaltsbereiche in Angriff.
Erstellen Sie Prototypen der Module und lassen Sie diese von Interessensgruppen testen. Auf Basis der Rückmeldungen lassen sich dann Schwachpunkte ausmerzen. Sobald die E-Learning-Module überarbeitet sind, können Sie sie einsetzen. Bitten Sie die Lernenden um ihr Feedback, bewerten Sie die Fortbildungsmaßnahme und korrigieren Sie bestehende Probleme im Rahmen einer weiteren iterativen Designphase.
Das ADDIE-Modell ist eines der am häufigsten verwendeten Frameworks im Instruktionsdesign und umfasst fünf Schlüsselphasen:
Das ADDIE-Modell ist ein stark strukturiertes Modell, das einen methodischen Ansatz für das Instruktionsdesign gewährleistet und sich besonders für groß angelegte Schulungsinitiativen eignet.
Vorgeschlagen von David Merrill, konzentriert sich dieses Modell auf fünf Kernprinzipien für effektives Lernen:
Dieses Modell betont aktive Beteiligung und stellt sicher, dass Lernende Konzepte nicht nur verstehen, sondern auch in praktischen Situationen anwenden können.
David Merrill hat 5 Prinzipien für Instruktionsdesign definiert, mit denen man zielführende Lernerfahrungen kreieren kann.
Der Ansatz basiert darauf, dass konkrete Probleme gelöst werden und die Lernenden motiviert mitarbeiten. Vorhandene Kenntnisse und Fähigkeiten der Lernenden müssen aktiviert und als Basis für die neuen Skills verwendet werden.
Das dritte Prinzip von Merrill basiert auf der Tatsache, dass die Lernenden Beispiele, Techniken und Ergebnisse dessen, was Sie ihnen vermitteln wollen, sehen müssen. Ihre Rolle besteht darin, den Lernenden zu zeigen, wie sie eine bestimmte Aufgabe erledigen, und sich zu vergewissern, dass sie die Vorgehensweise verstehen.
Im nächsten Schritt setzen die Schulungsteilnehmer das Gelernte dann selbst in die Praxis um. Unterstützen Sie sie anschließend dabei, die neu erworbenen Skills zu nutzen, und ermutigen Sie sie, ihr Know-how mit anderen zu teilen.
Die von Gagné entwickelten 9 Unterrichtsschritte bilden ein bewährtes Framework für das Instruktionsdesign von Lernprozessen. Das Zusammenspiel dieser neun Punkte führt dazu, dass die Lernenden sich besser auf den Lernprozess konzentrieren und neues Wissen oder neue Fertigkeiten besser aufnehmen können. Bei der Konzeption eines E-Learning-Kurses sollten Sie also nach den folgenden neun Schritten vorgehen:
Es ist wichtig, einen Lernprozess in klar definierten Phasen zu strukturieren, damit am Ende der Lernerfolg steht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um E-Learning, Präsenzschulungen oder Blended Learning handelt.
Das Framework für Instruktionsdesign von Kemp bietet verschiedene Ansätze für die Verbesserung von E-Learning. Es hilft dem Instruktionsdesigner, Lernangebote zu erstellen, die ansprechend sind und die Bedürfnisse und Erwartungen der Lernenden erfüllen. Das Modell von Kemp verzichtet auf überflüssige Schritte bei E-Learning-Projekten, sondern konzentriert sich stattdessen auf die wesentlichen Elemente. So trägt es dazu bei, Zeit und Kosten zu sparen.
Der klare Rahmen für Bewertung und Feedback verbessert die Qualität und den Lernerfolg einer Fortbildung. Das Modell ist stärker auf den Lernenden zentriert als andere Modelle, da es darauf ausgerichtet ist, dessen Vorlieben und Hintergründe zu verstehen und die Vermittlung des Lernstoffs entsprechend anzupassen. Darüber hinaus ist es flexibler als andere Konzepte für Instruktionsdesign, denn der Designer hat die Möglichkeit, die einzelnen Elemente an die Projektziele anzupassen und im Laufe des Projekts Modifikationen vorzunehmen.
Cathy Moore entwickelte 2018 ihr didaktisches Konzept „Action Mapping“, um Lerninhalte zielgerichteter zu erstellen und dadurch besonders die betriebliche Weiterbildung leistungsfähiger zu machen. Ausgangspunkt ist ein konkretes und messbares Geschäftsziel. Mithilfe von Action Mapping wird analysiert, was die Erreichung dieses Ziels behindert. Man sucht nun praktische Lösungswege, die oft über die Weiterbildung hinausgehen.
Um effektive Schulungsprogramme zu entwickeln, müssen Instruktionsdesigner mit diesen Modellen und den Werkzeugen der Bildungswissenschaften bestens vertraut sein. Dieses Wissen ermöglicht es ihnen, den passendsten Ansatz für jeden Lernkontext auszuwählen. Unabhängig davon, ob es um die Entwicklung von E-Learning-Modulen, Blended-Learning-Programmen oder traditionellen Präsenzschulungen geht, bieten diese Modelle eine solide Grundlage für den Erfolg.
Durch die Integration moderner Technologien und die Anpassung an die sich verändernden Anforderungen am Arbeitsplatz können Instruktionsdesigner wirkungsvolle Lernerfahrungen schaffen, die sowohl individuelles als auch organisatorisches Wachstum fördern.