Im Rahmen des aktuellen digitalen Wandels befinden sich viele Unternehmen in einem Prozess der digitalen Transformation. Begriffe wie Digitalisierung, Digitization und digitale Transformation sind daher zwar in aller Munde, doch die genaue Bedeutung ist vielen unklar. Was ist nun der Unterschied zwischen diesen Bezeichnungen? Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns zunächst ansehen, welches die Zielsetzungen und Funktionsweisen dieser Ansätze sind. Lesen Sie bei Knowmore mehr über die Bedeutung und die Ziele von Digitalisierung, Digitization und digitaler Transformation sowie ihre Unterschiede.
Die digitale Transformation und die mit ihr verbundene Digitalisierung von Prozessen stellt Unternehmen seit vielen Jahren vor immer größere Herausforderungen.
Die Digitalisierung nutzt Technologien und digitale Tools, um Geschäftsprozesse und Businessmodelle zu verbessern oder neu zu definieren. Auf diese Weise will die Digitalisierung in allen Branchen neue Umsatz- und Wertschöpfungschancen schaffen. Sie hat im Wesentlichen folgende Ziele:
Ein weiterer Nutzen der Digitalisierung liegt darin, dass Unternehmen Zeit und Geld sparen können.
Grundsätzlich gibt es heute so gut wie keine Branche mehr, die von der Digitalisierung nicht betroffen ist. Im Medienbereich bedeutet Digitalisierung beispielsweise, dass eine Zeitung digitale Versionen von Artikeln beziehungsweise Videos und Podcasts anbietet, die die Leser über die Website ansehen, kaufen oder abonnieren können. Das Produktangebot ist nicht mehr auf die gedruckte Ausgabe beschränkt, die der Leser im Handel kauft oder nach Hause geliefert bekommt.
Im Finanzbereich wird die Verwaltung von Bankkonten bzw. das Ausführen von Transaktionen immer öfter mithilfe von Computer und Internet erledigt. In der Automobilbranche haben Digitalisierung und die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge die herkömmlichen, oft langwierigen Methoden ersetzt.
Im Gegensatz zum Englischen ist die deutsche Sprache beim Begriff der Digitalisierung etwas ungenau. Während im englischen Sprachraum zwischen „Digitization“ und „Digitalization“ unterschieden wird, gibt es im Deutschen nur einen Begriff, nämlich „Digitalisierung“. Der englische Begriff Digitization hat sich daher im deutschen Sprachraum ebenfalls durchgesetzt. Gemeint ist damit die Digitalisierung von Daten (Entmaterialisierung), um manuelle, oft zeitraubende Tätigkeiten bedeutend zu reduzieren.
Bei der Digitalisierung von Daten (Digitization) werden analoge Daten in ein digitales Format übertragen. Mit anderen Worten: Bilder, Videos, Textdokumente oder Musikaufnahmen werden mithilfe von Software und anderen IT-Lösungen in digitale Daten umgewandelt. Auf diese Art sind Informationen viel einfacher zu archivieren, einzusehen und weiterzugeben. Die Digitalisierung von Daten hilft vor allem dabei, Informationen zu finden und auf sie zugreifen zu können, egal an welchem Ort auf der Welt man sich befindet.
Digitization bietet beispielsweise die Möglichkeit Dokumente als PDF-, Word- oder Exceldateien zu speichern. In digitalen Büchern (E-Books) ist die Suche nach einer bestimmten Information viel einfacher. Technische Anleitungen, die in Form von erläuternden Videos zur Verfügung gestellt werden, sind verständlicher. Anstatt einen Brief in Papierform zu versenden, werden E-Mails verschickt.
Die digitale Transformation findet dann statt, wenn ein Unternehmen in seinen Geschäftsprozessen verschiedene digitale Technologien einsetzt.
Die digitale Transformation hat vor allem das Ziel, Digitaltechnologie im gesamten Unternehmen zu integrieren. Insofern sollen durch die digitale Transformation Arbeitsabläufe effizienter gemacht und dadurch Mehrwert für die Kunden geschaffen werden.
Die digitale Transformation ist heutzutage für das Wachstum von Unternehmen aller Branchen ein unumgänglicher Prozess, denn sie bietet Möglichkeiten, um die Reaktivität und Performance zu verbessern. Einige Beispiele von Unternehmen, die die digitale Transformation erfolgreich umgesetzt haben:
Auch anderen bekannten Unternehmen wie BMW, Domino’s Pizza und BNP Paribas ist eine erfolgreiche digitale Transformation gelungen.
Die drei Begriffe, die auf den ersten Blick vielleicht für Verwirrung sorgen, stehen für drei spezifische Konzepte mit unterschiedlichen Zielen, Auswirkungen und Ergebnissen. Darüber hinaus unterscheiden sich die drei Ansätze in der Art, wie sie integriert werden.
Wie bereits erläutert, ist die Digitization, also die Digitalisierung von Daten, ein Prozess, bei dem Informationen, die in einem physischen Format vorliegen, in digitale Daten verwandelt werden. Digitalisierung im weiteren Sinne bietet dagegen die Möglichkeit, Geschäftsprozesse mithilfe von digitaler Technologie zu automatisieren. Die digitale Transformation wiederum zielt darauf ab, die Funktionsweise eines Unternehmens mithilfe digitaler Technologien grundlegend zu verändern und so das Wachstum zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Was die Bedeutung der drei Ansätze angeht, beschränkt sich die Digitization ausschließlich auf die Umwandlung von analogen Informationen, während die Digitalisierung einzelne oder mehrere Prozesse betrifft. Die digitale Transformation hat dagegen viel umfassendere Auswirkungen als die ersten beiden Konzepte, denn sie betrifft das Unternehmen als Ganzes. Die digitale Transformation verändert Geschäftsmodelle, das tägliche Betriebsmanagement sowie die Kommunikation über Produkte und Dienstleistungen auf grundlegende Art und Weise.
Die drei Ansätze unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer spezifischen Ziele. Dabei ist die digitale Transformation der umfassendste und globalste Ansatz. Hier wird Digitaltechnik genutzt, um auf allen Ebenen des Unternehmens Veränderungen herbeizuführen. Die Entmaterialisierung (Digitization) zielt dagegen auf die Umwandlung von Daten ab. Digital gespeicherte Dateien können sicherer verarbeitet werden.
Im Rahmen der Digitalisierung sollen Prozesse automatisiert werden, um auf diese Weise die Customer Experience zu optimieren. Gleichzeitig hilft sie dabei, Situationen globaler zu betrachten und die Entscheidungsfindung zu verbessern.
Die Entmaterialisierung im Unternehmen an sich zieht keine organisatorischen Veränderungen nach sich. Im Rahmen der Digitalisierung kann es dagegen sehr wohl zu Veränderungen von Organisation oder Unternehmenskultur kommen, um die Nutzung der Digitaltechnologie zu fördern.
Soll die digitale Transformation in zentrale Unternehmensstrategien integriert werden (Marketingstrategie, Wachstumsstrategie usw.), setzt das eine Änderung der Businessmodelle und der Organisation voraus. In diesem Fall muss das Know-how auf den Umgang mit digitalen Daten ausgerichtet werden, um die Produkte und Dienstleistungen auf breiter Ebene aufzuwerten. Die digitale Transformation wirkt sich auch auf die internen Prozesse aus und verändert die Unternehmenskultur. Der Kunde rückt ins Zentrum der Kommunikations- und Vertriebsstrategie.
Jeder der drei Ansätze setzt bei der Integration voraus, dass bestimmte spezifische Faktoren berücksichtigt werden. Bei der Entmaterialisierung (Digitization) besteht die größte Hürde oft darin, dass nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. Insofern müssen Sie bestimmen, welche Unternehmensbereiche bei der Digitalisierung prioritär und welche gegebenenfalls weniger dringend sind. Indem Sie die Ressourcen zunächst für die wichtigsten Bereiche einsetzen, halten Sie gleichzeitig die Kosten so gering wie möglich.
Bei der Digitalisierung besteht das größte Hindernis für Unternehmen darin, dass die Mitarbeiter neue Technologien nicht sofort akzeptieren, sondern ihnen Widerstand entgegenbringen. Daher sollten Sie die Beschäftigten darin schulen, wie sie die neuen digitalen Hilfsmittel am besten nutzen.
Bei der Umsetzung der digitalen Transformation sind Unternehmen meist mit verschiedenen Problemen konfrontiert:
Insofern ist es sinnvoll, ein spezielles Team zu bilden, das die digitale Transformation im Unternehmen begleitet. Zunächst sollten die Rahmenbedingungen des Unternehmens und die Durchführbarkeit des Transformationsprojektes im Rahmen eines Audits analysiert werden. Anschließend wird eine Roadmap erstellt, anhand derer die einzelnen Phasen bei der Umsetzung der digitalen Transformation überwacht werden.Im ersten Schritt gilt es dann, die Daten zu digitalisieren, bevor im nächsten Schritt die Prozesse mithilfe digitaler Technologien verändert werden. Geschieht dies global für das ganze Unternehmen und unter Einbezug der Wachstumsstrategie, dann wird daraus eine digitale Transformation. Im heutigen Wirtschaftskontext ist jedes dieser Konzepte wichtig. Um von den Vorteilen jedes einzelnen zu profitieren, sollten Sie eine gute Strategie für Anpassung und Entscheidungsfindung entwickeln.