Die Integration von immer mehr digitalen Tools im Unternehmen ist wichtig, um die Zufriedenheit der Kunden auf Dauer zu gewährleisten. Gleichzeitig verbessert sich dadurch die digitale Kompetenz der Mitarbeiter. Der stete Umgang mit neuer Software geht jedoch nicht von heute auf morgen und kann im Laufe der Zeit zu einer steigenden informativen und kognitiven Belastung führen. Verbringt man nämlich zu viel Zeit vor dem Bildschirm, kann das energieraubend sein und andere Störungen verursachen. Das Syndrom wird digitale Müdigkeit, Digital Fatigue, genannt. Bei Knowmore erfahren Sie, was man unter dem Begriff versteht und welche Lösungsmöglichkeiten es im Zeitalter der Digitaltechnologie dafür gibt.
Die digitale Erschöpfung ist eine Geißel unserer heutigen Zeit: Der Erschöpfungszustand kann sich sowohl mental als auch physisch äußern. Er entsteht durch übermäßigen Umgang mit digitalen Technologien und Bildschirmen (Computer, Tablet, Smartphone). Ob beruflich oder privat bedingt: Die übermäßige Nutzung digitaler Tools belastet früher oder später den Organismus. An was erkennen Sie, ob Sie unter Digital Fatigue leiden?
Das Syndrom drückt sich durch mehrere Symptome aus, die oft in Kombination auftreten.
Wenn das Gehirn konstant von einer nicht enden wollenden Informationsflut überschwemmt wird, kann es sich nur schwer erholen. Die Folge ist ein regelrechter Erschöpfungszustand. Diese mentale Überlastung kann durch andere Formen von Stress verstärkt werden. Ein Beispiel dafür ist die Veränderungsmüdigkeit, die auftritt, wenn Menschen sich permanent an neue Abläufe, Tools oder Umgebungen anpassen müssen. Für das Wohlbefinden ist es daher wichtig, solche Warnsignale zu erkennen und mit passenden Strategien zu bekämpfen.
Digitale Müdigkeit tritt nicht „einfach so“ auf. Sie ist das Ergebnis einer Anhäufung schlechter Gewohnheiten und übermäßiger Zeit vor dem Bildschirm. Nonstop-Arbeit mit dem Computer, ein nicht enden wollender Eingang von Nachrichten, eine zu lange Nutzungsdauer von sozialen Medien u. v. m.: All das belastet Körper und Geist. Versteht man die Gründe für digitale Müdigkeit, ist das bereits ein erster Schritt zu ihrer Bekämpfung.
Das Internet ist unser ständiger Begleiter geworden. Ob bei der Arbeit oder zu Hause, wir sind inzwischen ständig online. E-Mails, soziale Netzwerke, die Angst, eine wichtige Information zu verpassen: Vielen fällt es heute schwer, offline zu sein. Die Folge? Unser Gehirn wird konstant beansprucht, das Risiko der Digital Fatigue steigt.
Der unbegrenzte Zugang zu Informationen, den die neuen Technologien möglich machen, hat jedoch einen hohen Preis. Artikel, Videos, Werbung, Nachrichten … Selbst ohne es zu wollen, werden wir permanent mit Inhalten bombardiert, vor allem in den sozialen Medien. Zu viele Informationen führen allerdings gerade zum Gegenteil, nämlich zu Informationsverlust. Zudem ermüden sie das Gehirn, das diese Informationen gar nicht mehr alle verarbeiten kann.
Wenn Sie online sind, haben Sie das, was Sie sehen, nicht immer unter Kontrolle. Fake News, negative Nachrichten, verbale Gewalt in den sozialen Netzwerken: Bestimmte Inhalte können Unbehagen erzeugen oder gar Stress und Angst auslösen. Langfristig beeinträchtigt dies alles das Wohlbefinden und verstärkt die digitale Müdigkeit.
Es ist nachgewiesen, dass wir jeden Tag im Durchschnitt knapp 5 Stunden vor dem Bildschirm verbringen. Die Zahl zeigt, dass die meisten Deutschen ständig vernetzt sind und dass der übermäßige Informationskonsum die Ursache des Übels ist. Mehrere neuere Studien weisen darauf hin, dass die digitale Müdigkeit negative Auswirkungen für Unternehmen hat, ein Paradox im Zeitalter der digitalen Transformation.
Die gute Nachricht ist, dass man die digitale Erschöpfung in Grenzen halten kann, indem man sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben einige einfache Dinge berücksichtigt. Bildschirmzeit reduzieren, Pausen einplanen, den Umgang mit der Technologie überdenken …: Es gibt einige Möglichkeiten, Augen und Gehirn zu schonen.
Ob zu Hause oder bei der Arbeit, es ist wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen, um die Bildschirmzeit zu begrenzen. Man sollte nicht stundenlang nur auf den Bildschirm starren. Es ist sinnvoll, nach 15 Minuten die Augen vom Bildschirm abzuwenden und einige Sekunden in die Ferne zu schauen. Je nach Arbeitssituation kann man dabei gleichzeitig eine gymnastische Übung oder Augenyoga machen. Wenn die Arbeit den kontinuierlichen Umgang mit einem Computer oder Tablet erfordert, versuchen Sie, wenigstens in der Mittagspause den Bildschirm zu ignorieren. Abends vor dem Schlafengehen gehören Tablet und Smartphone ebenfalls in die Schublade.
Bestimmte Umstände sorgen dafür, dass Mitarbeiter noch schneller an digitaler Müdigkeit erkranken. Das ist beispielsweise bei Neuantritt einer Stelle oder bei der Einführung neuer digitaler Tools der Fall. In diesen kritischen Phasen muss der Arbeitnehmer viele Informationen aufnehmen und sich mit neuen Arbeitsmethoden vertraut machen. Die kognitive Belastung kann zu viel werden, vor allem, wenn man im Homeoffice arbeitet.
Für eine gelungene Integration von Mitarbeitern sollten Unternehmen auf ein situationsgerechtes Digital Learning setzen: E-Learning-Module, die auf das Tempo der einzelnen Mitarbeiter abgestimmt sind, zielgerichtete Schulungsunterlagen usw. Digital-Adoption-Lösungen helfen Unternehmen, die Akzeptanz neuer Tools zu beschleunigen und digitaler Erschöpfung vorzubeugen.
Generell sollte jeder darauf achten, wie viel Zeit er eigentlich vor dem Bildschirm verbringt und wie er seine digitalen Tools nutzt. Folgende Fragen sind dabei unter anderem hilfreich:
Die Antworten auf diese Fragen helfen dabei, herauszufinden, ob man unter Digital Fatigueleidet oder gar bildschirmsüchtig ist. Handelt es sich bereits um eine Bildschirmsucht, sollte man seinen Hausarzt oder einen Facharzt für Suchtkrankheiten konsultieren und die Entwöhnung von der Internetsucht in Angriff nehmen.